Püppchen

„Püppchen“ sind hübsch und hängen am Faden

Aalen / Lesedauer: 2 min

„Püppchen“ sind hübsch und hängen am Faden
Veröffentlicht:13.11.2013, 14:35
Aktualisiert:24.10.2019, 19:00

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Püppchen sehen hübsch aus, funktionieren und hängen am Faden. Und machen eine gute Figur als „ Barbie Girl“, das auch im Intro dieses locker-jugendlich aufbereiteten Stücks mit Botschaft ertönt. „Püppchen“ ist ein Projekt, nach einer Idee von Schauspielerin Sarah Gros und Theaterpädagogin Monika Wieder (Ensemble Sakramo). Es geht um Schönheitswahn, Essstörungen, Probleme an der Schwelle zum Erwachsenwerden, um das Selbstbewusstsein zu wissen, dass in jedem etwas steckt und dass daraus eine große Kraft entspringen kann. In der AOK wurde das Stück zur Prävention bei Essstörungen jetzt vorgestellt, es wird von der Gesundheitskasse, der Caritas und „NEO“ (Netzwerk Essstörungen Ostalbkreis) unterstützt.

Das sensibel wie eingängig inszenierte Stück wendet sich an Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren, beispielsweise Schulen können es buchen. Bereits Kinder mit acht, neun Jahren sind mit ihrem Aussehen unzufrieden, erklärt Dr. Ullrich Brickwedde, Spezialist für Essstörungen, und nennt in diesem Zusammenhang auch Sendungen wie „Germany's next Topmodel“. Je früher eine Essstörung wie Bulimie diagnostiziert werde, desto besser seien die Ergebnisse der Prävention bei dieser „sehr komplexen Störung.“ Mit dem Stück sei etwas ganz besonderes entstanden, lobt AOK-Geschäftsführer Josef Bühler, es sensibilisiere für dieses Thema an Schulen.

Das Stück erzählt spannend und einfühlsam die Geschichte von Lena und Shirin. Beide haben, ohne es zu wissen, einen ähnlichen Weg gewählt. Lena soll zu Hause funktionieren und kompensieren, was ihre Eltern überlastet. Keiner fragt sie was sie möchte und deshalb findet sie: „Mein Leben ist zum Kotzen.“

Ihre Schulfreundin hat in der vergangenen Zeit ganz schön viel abgenommen und merkt nicht, wie sich ihre Wahrnehmung verändert in einer Welt, in der sie niemand mehr zu verstehen scheint: „Nur noch zwei Kilo abnehmen – wo ist denn da das Problem?“