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Krieg in Israel und Gaza

Lehrkräfte am Aalener Berufsschulzentrum vermeiden Konflikte

Aalen / Lesedauer: 2 min

Der Anteil muslimischer Schüler ist hier auch aufgrund der Flüchtlingsproblematik hoch. Doch bisher sind nur vereinzelt Bemerkungen gefallen.
Veröffentlicht:29.11.2023, 10:42

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Die Auseinandersetzung mit dem Nahost-Konflikt „stellt Lehrerinnen und Lehrer vor große Herausforderungen und fordert Klarheit im Eintreten gegen antisemitische Haltungen“, schreibt das Kultusministerium Baden-Württemberg auf seiner Website. Das Kreisberufsschulzentrum in Aalen fühlt sich dafür gut gewappnet.

Die aktuellen Bilder, so schreibt das Landesministerium weiter, sorgten bei Schülern „für Fragen, Unsicherheiten und Ängste. Gleichzeitig entsteht bei vielen Schülerinnen und Schülern der Wunsch, die eigene Betroffenheit zu äußern und Zeichen der Solidarität mit den Opfern des Konflikts zu setzen.“

In Aalen ist das bisher offenbar unproblematisch, wie Bernhard Wagner, koordinierender Schulleiter am Kreisberufsschulzentrum, erklärt. „Bei uns sind bisher vielleicht ein paar Bemerkungen vonseiten der Schüler gefallen“, sagt Wagner. Auch Schüler hätten nun mal unterschiedliche Meinungen zu dem Thema. „Da gehören auch Sympathiebezeugungen dazu, auf die vielleicht mal ein anderer Schüler aufgebracht reagiert. Das lässt sich nicht ganz vermeiden.“

Am Berufsschulzentrum halte sich das allerdings glücklicherweise in Grenzen, beschreibt der 55-Jährige. Das Thema sei sehr emotionsgeladen, deshalb würden die Lehrkräfte besonders besonnen reagieren. „Sie können das momentan sehr gut einschätzen“, ist sich Wagner sicher. Wenn doch einmal Einzelfälle, etwa von Antisemitismus, auftreten würden, würde er die Lehrkräfte darüber informieren, wie zu reagieren sei.

Am Berufsschulzentrum gebe es einen nicht unerheblichen Anteil sowie einen Zuwachs an muslimischen Schülern - nicht zuletzt aufgrund der Flüchtlingsproblematik. In den sogenannten VABO-Klassen werden etwa junge Menschen ohne Deutschkenntnisse auf eine spätere Berufsausbildung vorbereitet. Um mögliche Konflikte zwischen den Schülerinnen und Schülern zu vermeiden, würde der Nahostkonflikt deshalb nicht explizit im Unterricht besprochen.

Das bestätigt auch Jochen Wörner, Leiter der Kaufmännischen Schule Aalen. „Das Thema wird bei Bedarf beiläufig besprochen, wenn es Fragen gibt - in Gemeinschaftskunde oder vielleicht in Religion“, so Wörner, der darauf hinweist, dass es an den Berufsschulen „eine riesengroße Vielzahl verschiedener Religionsgemeinschaften gebe“ - dennoch seien Antisemitismus oder Rassismus bisher kein Thema.

„Es gibt ja auch tolle vorbeugende Angebote, die wir immer wieder in Anspruch nehmen“, erklärt der 57-Jährige und meint damit beispielsweise Vorträge. Ein Aussteiger aus der Neonaziszene etwa stellte sich einer Diskussionsrunde mit Schülerinnen und Schülern. Er, Wörner, habe seine Lehrer informiert, dass es vom Land umfangreiche Informationen und Beratung zum Umgang mit dem Nahostkonflikt gebe. „Bisher kommen bei uns aber alle Religionsgemeinschaften gut miteinander aus. Wir hoffen, dass es so friedlich bleibt.“

Umgang mit dem Nahostkonflikt an Schulen

Das Kultusministerium, das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) und die Landeszentrale für politische Bildung (LpB) unterstützen Lehrkräfte bei einer „sensiblen, altersgemäßen und fundierten Auseinandersetzung mit den aktuellen Ereignissen und Entwicklungen in dem [Nahost-]Konflikt durch Hinweise auf geeignete Materialien, Fortbildungs- und Beratungsangebote sowie generelle pädagogische Hinweise für den Umgang mit den Themen Krieg und Gewalt“. So werden unter anderem eine tägliche Online-Beratung und Online-Sprechstunden angeboten. Weitere Infos auf https://km-bw.de/,Lde/startseite/service/umgang-mit-nahost-konflikt-an-schulen