Kompetenz

Kompetenz wird honoriert

Aalen / Lesedauer: 3 min

Charlotte Helzle über das Faszinierende bei ihrer Arbeit als Geschäftführerin der Firma hema electronic
Veröffentlicht:30.03.2014, 17:55
Aktualisiert:24.10.2019, 15:00

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In einer Branche, die ständige Verbesserung und Veränderung verlangt, und in der das Tempo hoch sein muss. In einer Branche, die zudem nach wie vor hauptsächlich von Männern besetzt ist, stellt sich die Frage: Wie schafft es eine Unternehmerin, ihre Firma kontinuierlich an der Spitze zu halten, sich den täglichen Herausforderungen zu stellen und gleichzeitig hoch motiviert und in ihrer Kraft zu sein? Die Sprache ist von Charlotte Helzle, Geschäftsführerin des Erfolgsunternehmens hema electronic.

Der Dienstleister für Elektronikentwicklung und -produktion ist Partner namhafter Industriekonzerne und will immer mindestens einen Schritt weiter denken. So die Unternehmensphilosophie. Denn genau das gewähre den Kunden die Zukunftssicherheit ihrer Produkte, ist Charlotte Helzle überzeugt. „Wir sehen uns selbst als Trendsetter der Branche.“ Es gehe immer um die allerneueste Technik und die Frage, wie diese in Zukunft aussehen soll, damit das Produkt, bis es fertig geplant und hergestellt ist, nicht veraltet sei, wenn es auf den Markt kommt. So müsse sich eine Firma gerade in einer Branche mit hohem Tempo immer wieder erneuern und Flexibilität beweisen. Sie müsse Abläufe hinterfragen, regelmäßig überprüfen und anpassen, vorausschauend denken und sich strategisch gut aufstellen.

Schlanke Strukturen und ein starkes Team

Manchmal sei es sehr mühsam und anstrengend, Geschäftsführerin zu sein, stellt Charlotte Helzle fest. „Rund 40 Mitarbeiter sind involviert in sehr komplexe Vorgänge, und jeder macht etwas anderes.“ Da helfe die schlanke Struktur des Unternehmens mit exzellenten Führungskräften und einem hervorragenden Gesamtteam, das zu dem guten Ruf des Unternehmens beigetragen habe. Natürlich brauche es auch Kampfgeist. „Ich habe früh gelernt, mich für meine Ziele einzusetzen und zu kämpfen, auch gegen Widerstand“, berichtet die resolute Frau.

Auf die Frage, was sie im Berufsalltag motiviert, gerade wenn die Dinge nicht reibungslos laufen, zögert sie keinen Moment zu sagen: „Ich liebe es, mich mit Technik zu beschäftigen. Es ist höchste Kreativität gefragt, und es geht immer um etwas sehr Sinnvolles.“ Genau das sei es, was sie an ihrem Beruf fasziniere. Und lächelnd fügt sie noch hinzu: „Außerdem haben technische Berufe den Charme, dass man gut verdient – durch viel Können und Wissen. Kompetenz wird honoriert.“ Sie fände es schade, dass immer noch wenige Frauen sich für Technik interessieren. Aber so lange geschlechterspezifische Erziehung stattfindet, könne sich daran auch nur wenig ändern. „Prinzessin Lillifee ist eine persönliche Feindin von mir“, sagt Charlotte Helzle. „Es ist furchtbar, dass Mädchen von Anfang an auf Prinzessin und Rosarot getrimmt werden.“

Frauen haben ihre weiblichen Waffen

Ob sie nun besondere Vorteile darin sieht, als Frau ein Unternehmen zu leiten, erwidert Charlotte Helzle eindeutig: „Ja. Frauen haben ihre weiblichen Waffen, ihren Charme.“ Und lachend fügt sie noch hinzu: „Und das bewirkt manchmal Wunder in der Zusammenarbeit mit männlichen Partnern.“ Als Fremdkörper in einer von Männern dominierten Branche habe sie sich jedenfalls nie gefühlt. Die Erfolge würden ihre Kompetenz belegen.

So verwundert es nicht, dass es Charlotte Helzle mit Stolz erfüllt, die Firma gut geführt und weiterentwickelt zu haben und diese wohl geordnet an die nächste Generation weitergeben zu können.