Aalen

Julia Schoch erhält den Schubart-Literaturpreis

Aalen / Lesedauer: 3 min

Die Jury der Stadt Aalen würdigt damit ihren Roman „Das Vorkommnis“. Der Förderpreis geht an Slata Roschal. Die Preisverleihung ist am 22.April im KubAA.
Veröffentlicht:24.01.2023, 01:00

Von:
Artikel teilen:

Julia Schoch ist die Trägerin des Schubart-Literaturpreises 2023 der Stadt Aalen. Die Schriftstellerin erhält den mit 20.000 Euro dotierten Literaturpreis für ihren im dtv-Verlag erschienenen Roman „Das Vorkommnis“. Die Jury habe vor allem ihre sprachlich konzentrierte und kluge Selbstbefragung über Erinnerungen und die Konstruktion eines Lebens überzeugt, „die von einem unerschrockenen und offenen Blick auf vermeintliche Gewissheiten zeugt – ganz im Sinne des Namensträgers des Preises“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

Mit dem Schubart-Förderpreis der Kreissparkasse Ostalb, der mit 7500 Euro dotiert ist, wird Slata Roschal für ihr Debüt „153 Formen des Nichtseins“ ausgezeichnet. Der Roman ist im Homunculus-Verlag erschienen.

Die festliche Preisübergabe ist am Samstag, 22. April, um 18 Uhr im Kulturbahnhof Aalen. Am Sonntagvormittag, 23. April, lesen die beiden Preisträgerinnen um 11 Uhr im KubAA aus ihren preisgekrönten Romanen.

„Ich danke allen Jurymitgliedern für die ernsthafte Diskussion und sorgsame Auswahl“, sagte OB Frederick Brütting. Er freue sich, diese literarische Auszeichnung, eine der ältesten in Baden-Württemberg, gemeinsam mit der Jury und im Namen des Gemeinderats verleihen zu dürfen.

Der Jury gehören die Literaturkritikerin und Publizistin Verena Auffermann, die Literaturkritikerin und Literaturredakteurin des Radios Berlin-Brandenburg (RBB), Anne-Dore Krohn, der Literaturkritiker und Übersetzer Denis Scheck, Stefan Kister, Kulturredakteur der Stuttgarter Zeitung, der Stuttgarter Kulturwissenschaftler Michael Kienzle und aus Aalen Oberstudiendirektor a. D. Michael Weiler an. Anne-Dore Krohn wird die Laudatio auf Julia Schoch halten, Stefan Kister wird beim Festakt die Förderpreisträgerin Slata Roschal würdigen.

Julia Schoch, 1974 in Bad Saarow geboren, hat Germanistik und Romanistik an der Universität Potsdam, in Montpellier und Bukarest studiert und ist seit 2003 freiberufliche Autorin und Übersetzerin. Neben Auszeichnungen mit Stipendien und Förderpreisen, etwa zum Hölderlin-Preis und zum Meersburger Droste-Preis, war sie Stipendiatin in der Villa Massimo und erhielt 2022 die Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung. Der Roman „Das Vorkommnis“ ist der erste Teil einer geplanten Trilogie mit dem Titel „Biografie einer Frau“. Der zweite Teil „Das Liebespaar des Jahrhunderts“ erscheint im Februar 2023. Julia Schoch lebt mit ihrer Familie in Potsdam.

Slata Roschal, geboren 1992 in Sankt Petersburg, zog mit ihren Eltern 1997 nach Deutschland und wuchs in Schwerin zweisprachig auf. Sie studierte Slawistik, Germanistik und Komparatistik an der Universität Greifswald und promovierte 2021 an der Universität München. Neben zahlreichen Stipendien gewann sie 2018 den Literaturpreis Mecklenburg-Vorpommern und wurde für Gedichte und Prosaminiaturen auf die Liste der Lyrik-Empfehlung 2022 gewählt. Ihr Debütroman „153 Formen des Nichtseins“ kam auf die SWR-Bestenliste und wurde für den Deutschen Buchpreis nominiert. Slata Roschal lebt in München.

Seit mehreren Jahren ist der Festakt zur Preisverleihung in ein literarisches Rahmenprogramm unter dem Titel „Wortgewaltig“ eingebettet. Das jährliche Programm fasst Lesungen, Veranstaltungen, Ausstellungen und Diskussionen zusammen und stellt zeitgenössische Kultur in den Kontext zu Schubarts literarischem und journalistischem Wirken. Der Programmflyer liegt im Rathaus und allen öffentlichen Einrichtungen der Stadt Aalen aus und ist im Internet unter www.aalen.de zu finden.