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Im Zirkus Charles Knie: Ein Traum aus Artistik und Fontänen

Aalen / Lesedauer: 3 min

Der zweitgrößte Tourneezirkus Deutschlands gastiert auf dem Aalener Greutplatz. So war die erste Vorstellung am Freitagnachmittag.
Veröffentlicht:06.10.2023, 20:50

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Unwiderstehlich ist diese Show. Zu Recht haben mehr als 1000 Zuschauerinnen und Zuschauer am Freitagnachmittag die erste Vorstellung des Zirkus Charles Knie auf dem Greutplatz minutenlang gefeiert. Erlebt haben sie großartige Artistik, modern in Szene gesetzt und präsentiert in einer Manege voller Wasserfontänen, Lasereffekte und Musik. Ein Fest.

Es liegt was in der Luft in diesem Zirkuszelt von Anfang an. Kein Geruch nach Sägemehl und Pferden, dafür gespannte Erwartung, die sich in begeistertem Jubel und Applaus Bahn bricht, sobald das Licht ausgeht und die Spots an. Kinder und Erwachsene lassen sich sofort ein auf die Stimmung, als Sängerin Naidys Lozada den Titelsong aus „Vaiana“ anstimmt, das Zirkusballett die Manege erobert und Artistin Veronika Faltyny sich an einem Kronleuchter emporschwingt ‐ ein echter Augenschmaus in Blau und Pink.

In den folgenden fast zweieinhalb Stunden wechseln sich Darbietungen voller Kraft und Anmut ab mit vergnüglichem Humor und atemloser Spannung. Papageien kreisen unter der blauen Zirkuskuppel, ein Kontorsionist biegt seinen Kopf nach hinten, bis er den Po berührt, und die Skating Ernestos kreisen auf Rollschuhen, bis die Schwerkraft ausgesetzt scheint. Den absoluten Höhepunkt muss ein kleiner Junge seiner Mutter auf dem Heimweg hinterher nochmal erzählen: „Da ist der Mann fast abgestürzt und hat sich nur noch mit einer Hand am Seil festgehalten.“ Um die Truppe Robles handelt es sich, eine Hochseiltruppe aus Kolumbien, deren sieben Mitglieder übers Drahtseil rennen, radeln, tanzen und hüpfen, dass es den Aufschauenden fast den Atem verschlägt, wobei einer fast ‐ aber nur fast ‐ herunterfällt. Auch einen Weltrekord zeigen die Robles allabendlich: Hochspannung.

Die Show trifft den Nerv der Zeit, sie kommt an, das hat auch Zirkus-Geschäftsführer Sascha Melnjak festgestellt. Dabei muss er ohne Orchester auskommen, das aus der Ukraine stammt und in dieser Saison des Kriegs wegen nicht ausreisen konnte. Was das Publikum zu hören bekommt, ist dennoch ihre Musik. Sie wurde extra aufgenommen. Auch der Clown ist in Aalen, der 29. Station auf der Tournee, nicht der angekündigte, aber das macht nichts. „André“ aus der Schweiz übernimmt den Part so liebenswert, dass die Kinder im Zelt lauthals quietschen. Für einen erkrankten Antipoden-Jongleur ist wiederum Mikhail Milla eingesprungen, ein blutjunger Chilene, der mit Bällen und Keulen so rasant umzugehen weiß, dass ihm sofort alle Herzen zufliegen. Ein Rückwärtssalto ist der Clou.

Das Wasser setzt erst später richtig ein, dann mit Macht und Musik und begleitet von Ahs und Ohs aus Tausend Kehlen. Voller Überraschungen steckt diese Show, und es scheint, als ob das Publikum sich nach solchen echten Momenten schon lange gesehnt hat. Als eine Artistin sich umdreht, steht auf ihrer Jacke „I love Circus“. Ganz genau.


Weitere Vorstellungen sind am Samstag um 16 und 19.30 Uhr, am Sonntag um 11 und 15 Uhr und am Montag um 16 Uhr. Preise für Erwachsene von 25 bis 44 Euro, für Kinder von 20 bis 39 Euro.