Auftaktsieg

87:105 im Europe-Cup: Crailsheim verliert in der Fremde

Aalen / Lesedauer: 4 min

Basketballer der HAKRO Merlins unterliegen trotz drei starken Vierteln bei Titelanwärter Gaziantep.
Veröffentlicht:12.01.2023, 11:21

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Im ersten Fiba Europe-Cup-Spiel des neuen Jahres gastierten die HAKRO Merlins Crailsheim am Mittwochabend beim Tabellenführer der Gruppe K Gaziantep Basketbol. Der türkische Vertreter ging durch seine zwei Auftaktsiege und seinen mit namhaften Spielern gespickten Kader als Favorit in die Begegnung. Die Zauberer boten über drei Viertel eine starke Partie und zwangen die Türken dazu, ihre beste Leistung auf das Parkett zu bringen. Im letzten Spielabschnitt waren die Hausherren dann aber überlegen, sodass die Merlins am Ende mit 87:105 verloren.

Nach den beiden BBL-Erfolgen gegen die Basketball Löwen Braunschweig und die MLP Academics Heidelberg, stand für die HAKRO Merlins am Mittwoch auch die erste Partie im neuen Jahr auf internationalem Parkett an. Das Team von Nikola Markovic , der personell aus dem vollen Kader schöpfen konnte, ging als Tabellendritter mit einem Sieg in die Begegnung. Otis Livingston, Maurice Stuckey, Myles Stephens, Jaren Lewis und Asbjorn Midtgaard standen zu Beginn auf dem Parkett.

Zunächst waren es die beiden Center Egbunu und Midtgaard die jeweils mit Korblegern die Begegnung eröffneten. Anschließend kam Jaren Lews zweimal von jenseits der Dreierlinie frei zum Wurf – diese Chancen nutzte er, ohne zu zögern und stellte auf 8:2. Die Antworten der Gastgeber von McIntyre und Hammonds konterte Livingston mit einem Mitteldistanzwurf. Boggy Radosavljevic von der Freiwurflinie und Edon Maxhuni per Sprungwurf brachten die Crailsheimer nach knapp acht Minuten mit 19:14 in Front. Der Merlins Big Man zeigte in der nächsten Szene seine Passqualitäten und fand Mikalauskas unter dem Korb, der souverän vollendete. Mit einer 21:18-Führung ging es in den zweiten Spielabschnitt.

Olivier Hanlan eröffnete die zweiten zehn Minuten für die Türken von Downtown. Bereits nach eineinhalb gespielten Minuten foulten die Merlins ihre Kontrahenten zum fünften Mal, sodass Egbunu seine Farben von der Freiwurflinie erstmals in Führung brachte. Wieder war es Hanlan, der für die Gastgeber scorte und Crailsheims Coach Nikola Markovic zu seinem ersten Timeout zwang (28:23, 14. Min.). Diese fruchtete – Myles Stephens kam an der Dreierlinie frei zum Wurf und versenkte – Auszeit Gaziantep. Nach einer aufmerksamen Defensivaktion schnappte sich Livingston den Ball und veredelte den Fastbreak per Korbleger. Ex-Euroleague-Star Conner Frankamp war es dann, der mehrfach seine Qualitäten zeigte. Doch auf der Gegenseite fanden die Hohenloher regelmäßig Antworten. Zunächst traf René Kindzeka aus der Ecke dreifach, dann gelang dies Boggy und Livingston ebenfalls. Kurz vor der Halbzeit holten sich die Merlins durch diesen Lauf die Oberhand zurück und gingen mit einem 42:44 in die Kabinen.

Bruno Vrcic verlegte zunächst einen Korbleger, wurde dann aber frei in der Ecke gefunden und markierte die ersten drei Zähler nach dem Seitenwechsel. Auf das And-one von Frankamp hatte Jaren Lewis eine Antwort und netzte seinen vierten Dreier der Partie ein. Asbjorn Midtgaard ackerte unter dem eigenen Korb stark und holte sich den Rebound. Im Gegenangriff versenkte er mit seinem butterweichen Handgelenk. Kindzeka legte noch einen drauf und stellte auf 54:62 (25.). In einer Partie auf Augenhöhe konnten die HAKRO Merlins immer wieder Läufe der Gastgeber stoppen und fanden stets Antworten. Mit einem knappen Vorsprung (72:74) ging es in die letzten zehn Minuten des Spiels.

McIntyre sorgte zuerst für den Gleichstand, doch Point Guard Edon Maxhuni war von der Freiwurflinie nervenstark. Ex-NBA-Spieler Dotson punktete anschließend dreifach und aus einem unsportlichen und technischen Foul gegen die Crailsheimer münzten die Hausherren eine Fünf-Punkte-Führung um. Wieder war es Dotson der von Downtown versenkte und Markovic zur Auszeit zwang (86:78, 33.). Gaziantep spielte sich nun in einen Rausch und bei den Merlins schien nichts mehr zusammenzulaufen. Am Ende fehlte die Kraft und der Favorit und Titelanwärter in dieser FIBA Europe Cup Saison zeigte einmal mehr seine gesamte Qualität. Am Ende mussten sich die Crailsheimer mit 87:105 geschlagen geben. Dennoch zeigten die Hohenloher über drei Viertel eine starke Partie und zwangen die Türken ihre beste Leistung auf das Parkett zu bringen. Topscorer im blauen Dress wurde Otis Livingston mit 22 Zählern.

„Wir haben in drei Vierteln sehr gut gespielt, sowohl defensiv als auch offensiv. Wir haben den Ball gut bewegt und gute Entscheidungen getroffen. Am Ende des dritten Viertels stand ein gutes Ergebnis für uns auf der Anzeigetafel gegen eine starke Mannschaft. Aber dann haben wir aufgehört zu verteidigen und den Ball zu bewegen. Am Ende hat deren individuelle Qualität das Spiel entschieden. Wir dürfen jetzt nicht die Köpfe hängen lassen, sondern uns auf das Spiel gegen Frankfurt vorbereiten und jeden Tag besser werden, besonders in der Verteidigung“, sagt Merlins Headcoach Nikola Markovic.