Essstörung

Ein Netzwerk hilft bei Essstörungen

Aalen / Lesedauer: 2 min

Ein Netzwerk hilft bei Essstörungen
Veröffentlicht:10.01.2013, 20:50
Aktualisiert:25.10.2019, 03:00

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Dass Essen und Trinken Leib und Seele zusammen hält, weiß jeder. Bei einer zahlenmäßig stetigen Zunahme von an Essstörungen leidenden Menschen wird die alte Volksweisheit allerdings fragwürdig. Bereits vor fünf Jahren nahmen sich Mediziner, Psychologen, Beratungsstellen und die AOK Ostwürttemberg des Problems an, um essgestörten Menschen eine nachhaltige Therapie zu ermöglichen. Eine erfolgreiche, wie die bisherige Bilanz beweist.

Wer in den Kreislauf der Essstörungen gerät, hat kaum eine Chance alleine wieder heraus zu kommen. Erst mit dem bundesweit einmaligen Netzwerk NEO und dessen breit gefächerten Behandlungsangebot änderte sich dies. Grundlage dafür ist der sogenannte integrierte Versorgungsvertrag zwischen der AOK Baden-Württemberg und dem Netzwerk Essstörungen im Ostalbkreis (NEO). „Das Ziel dieses integrierten Versorgungsvertrages ist es, Patienten mit Essstörung auf Dauer von der Krankheit zu heilen", betont AOK-Geschäftsführer Josef Bühler . Dazu sei allerdings die enge Kooperation aller Beteiligten notwendig, um die erforderlichen Versorgungsschritte verbindlich zu koordinieren und um so eine Steigerung der Qualität und Effizienz der Behandlung zu erreichen. Durch den Vertrag stünde jedem Patienten, der an dem NEO-Programm teilnehme, die bestmögliche Betreuung und Behandlung zu.

Eindrucksvoll bestätigt wird Bühler durch die bisherigen Fallzahlen. So wurden seit Vertragsbeginn 108 AOK-Versicherte nach dem NEO-Konzept behandelt. Bei all jenen, die die Behandlung regulär beendeten, gab es keinen einzigen Rückfall. Grund dafür ist, neben der intensiven medizinischen und psychologischen Betreuung, die gute Vernetzung innerhalb der Therapie. Hierzu gehört unter anderem der Hausarzt, der als Vertrauensarzt eng mit eingebunden ist. Das regionale Netzwerk sorgt überdies für eine schnelle und ortsnahe Betreuung der Patienten. „Die bisherigen praktischen Erfahrungen und positiven Ergebnisse haben dem Konzept der integrierten Versorgung Recht gegeben“, hebt der AOK-Chef hervor. NEO besitze Modellcharakter und sei durch seine Effizienz längst zum anerkannten Referenzprojekt geworden, bestätigt denn auch Askan Hendrischke, Chefarzt der Psychosomatik am Aalener Ostalb-Klinikum.