Weltmeisterschaft

Gelingt den Handballern der große Wurf? „Eher nicht“

Aalen / Lesedauer: 3 min

Deutschland startet ins Turnier – So blicken Handballer aus der Region auf die Handball-Weltmeisterschaft
Veröffentlicht:13.01.2023, 05:00
Aktualisiert:13.01.2023, 05:02

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Noch ist zumindest kalendarisch weiter Winter und schon wieder steigt eine Weltmeisterschaft. Dieses Mal allerdings möchten die Handballer aus Deutschland nach dem letzten Weltmeistertitel aus dem Jahr 2007 beim Turnier in Schweden und Polen wieder zurück in die Weltspitze. Anders als bei den Kollegen aus dem Fußball-Bereich scheint dieses Unterfangen gar nicht so unrealistisch zu sein. Zumindest die Generalprobe gegen Island (33:31) gibt Anlass zur Hoffnung. An diesem Freitag wartet um 18 Uhr Katar (live im ZDF) auf die Handballer von Bundestrainer Alfred Gislason. Es folgen Duelle gegen Serbien (15. Januar) und Algerien (17. Januar) in der Gruppe E.

Was ist drin für den Europameister aus dem Jahr 2016?

Diese Frage stellen sich die Handballfans in Deutschland kurz vor dem Start in die WM-Mission an diesem Freitag wieder einmal. „Schwierig einzuschätzen“, findet von der SG Hofen/Hüttlingen , was die Mannschaft von Gislason erreichen kann. Der Trainer der Landesliga-Handballer verfolgt die Weltmeisterschaft natürlich und hofft, dass man die Gruppe „ohne Minuspunkte“ übersteht. „Das sollte machbar sein. Dann könnte man sich in der Hauptrunde sogar eine Niederlage erlauben.“

Deutschland und der zweite Anzug

Die deutsche Mannschaft sieht Haas „gut aufgestellt“. Allerdings passt der sogenannte zweite Anzug noch nicht richtig. „Den braucht man in so einem Turnier. Daher könnte das Team hier im Verlauf der Weltmeisterschaft Probleme bekommen.“ Er glaubt daher, dass das Viertelfinale möglich sei. In Sachen Titel sieht er aber andere Nationen vorne. „Es gibt ein paar Favoriten: Norwegen, Dänemark, Spanien, Frankreich und die Europameister aus Schweden. Einen alleinigen Anwärter auf den Titel, den sehe ich nicht.“ Die Qualitäten der genannten Mannschaften sind unbestritten. Da muss sich das deutsche Team mächtig strecken. Mit im Kader der deutschen Mannschaft sind auch zwei ehemalige Handballer des TSB Schwäbisch Gmünd: Djibril M'Bengue (30 Jahre, Rückraum rechts) und Kai Häfner (33, Rechtsaußen). Letzterer ist bekanntlich gebürtiger Gmünder und war auch schon bei Frisch Auf Göppingen aktiv.

Tobias Schramek von der Aalener Sportallianz verfolgt die WM ebenfalls. Aus Zeitgründen beschränkt er sich dabei aber auf „ausgewählte Spiele“. Zu denen gehörte zuletzt auch der Auftaktsieg der Franzosen über Polen am Mittwoch. „In die zweite Halbzeit habe ich reingeschaltet“, sagt er und erklärt: „Überrascht hat mich das Spiel aber nicht.“ Die Franzosen hätten – wie so oft – „ohne zu glänzen“ die Partie letztlich für sich entschieden. „Sie überragen nicht, aber schaffen es dennoch immer, mit ihrer Qualität, die sie haben, die Spiele am Ende einigermaßen souverän zu gewinnen.“ Letztlich eben auch eine Qualität. Qualitäten, die hat auch das deutsche Team, aber es fehlen „die Typen“. „Das Viertelfinale sollte drin sein. Weniger wäre dann doch eine Enttäuschung“, findet der Geschäftsführer der Aalener Sportallianz, der bekanntlich selbst Handballer bei der HSG Oberkochen/Königsbronn war.

Schramek glaubt nicht an nachhaltigen Hype

Mit einem echten und nachhaltigen Hype rechnet er aber selbst im Erfolgsfall für den Handballsport in Deutschland nicht. „Dazu überlagert beispielsweise der Fußball dann doch alles und das zeigt auch die Erfahrung.“ Selbst bei der letzten gewonnenen Weltmeisterschaft 2007 im eigenen Land sei die Welle dann doch „relativ schnell“ wieder abgeebbt.

Im Hinblick auf die Europameisterschaft 2024 im eigenen Land sei eine gute WM 2023 dennoch mehr als „wünschenswert“. An den großen Wurf in Polen und Schweden in diesem Jahr glaubt Schramek aber „eher nicht“. Deutschland sei eben in diesem Jahr schlicht „eine Wundertüte“. Also ist irgendwie doch wieder alles möglich. Erst einmal muss das Team aber die Gruppe unbeschadet überstehen. In einer anderen Sportart ist das bekanntlich zuletzt häufig gründlich misslungen.