Rundfunkgebühr

Warum die „Spaziergänger“ weiterhin montags auf die Straße gehen

Aalen / Lesedauer: 3 min

Nicht nur Corona treibt die „Spaziergänger“ montags weiterhin auf die Straße
Veröffentlicht:24.08.2022, 12:00
Aktualisiert:24.08.2022, 12:21

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„Stopp! Hände weg von unseren Kindern“, „Weg mit der Rundfunkgebühr! Staat kassiert unser Geld, duldet aber keine Kritiker“, „Bezahlbare Energie statt grüne Utopie!“ Diese Sprüche sind auf den Schildern und Plakaten der kleinen Gruppe Menschen zu lesen, die jeden Montag in Aalen demonstrieren.

Auch diesen Montag hatten sich wieder rund 30 Personen in der Marktstraße zu einer unangemeldeten Versammlung getroffen. Dies hat die Stadt Aalen auf Anfrage bestätigt.

Startpunkt für die Demonstration war der Marktplatz. Mit Getrommel und Trillerpfeifen zogen diese dann zwei Runden durch die Aalener Innenstadt und demonstrierten gegen die Corona-Maßnahmen. Doch nicht nur diese Maßnahmen treiben sie Woche für Woche auf die Straße, wie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst sagen.

„Die Politiker gehören alle mit Handschellen abgeführt und ins Gefängnis gesteckt“, erklärte eine Demonstrantin auf Nachfrage ihren Grund, warum sie denn mitdemonstriere. Und zwar von allen Parteien.

Wenn dann alle Politiker weggesperrt seien, dann müsse jeder für sich selbst sorgen, müsse sich jeder um sich selbst kümmern, so die Teilnehmerin weiter. Und Gesundheitsminister Karl Lauterbach gehöre ohnehin in eine Zwangsjacke gesteckt.

Über die von Lauterbach vorgeschlagenen Maßnahmen für den Herbst regte sich ein weiterer Demonstrant auf. Er wolle sich nicht impfen lassen, niemand könne ihn dazu zwingen.

Die Impfpflicht für die Kinder lehne er ebenfalls ab, die Ständige Impfkommission dagegen hat die Impfung für Kinder inzwischen empfohlen. Auch befürchte er neue Maßnahmen an den Schulen. „Das Testen und die Masken ist für die Kinder einfach unmenschlich.“

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Kinder sind auch das Thema auf dem Frontbanner der Demo. „Hände weg von unseren Kindern“ heißt es auf diesem. Die Trägerinnen wollten sich zu ihren Beweggründen nicht äußern. Eine Frau erklärte aber, dass sie selbst Mutter sei und viele wegen ihrer Kinder bei diesen Veranstaltungen am Start seien.

Über die Ausgrenzung in den vergangenen zwei Jahren berichtete eine weitere Frau, die zu den Trommlern der Demonstration gehört. Sie sei nicht geimpft und hätte auch keine Maske tragen dürfen. „Wir durften ja nirgends rein ohne Impfung und wurden ausgegrenzt.“

Auch hätte sie ihr Maskenattest vorweisen müssen, dabei sei das ein vertrauliches Dokument. Daher fühle sich Deutschland für sie nicht mehr demokratisch an. „Das sind Zustände wie in China“, regte sie sich auf.

„Wir werden enteignet!“

eine Demonstrationsteilnehmerin

Deswegen sei sie auf der Straße und trommele laut, um die Leute aufzuwecken. Aber denen gehe es noch zu gut, die würden zu viel Geld haben, da sie noch im Café sitzen könnten.

Der Zensus stehe an, die neue Grundsteuer und jetzt komme noch die Gasumlage dazu. „Wir werden enteignet!“, war sie sich sicher. Für die Ukraine und die ganze Welt hätten wir Geld, aber die deutschen Rentner müssten sich ihr Essen aus dem Müll holen, so die Frau weiter.

In ihrer Wutrede kritisierte sie auch die Medien. Diese hätten über die Demonstration am Samstag in Nürnberg nicht berichtet. Dazu würden die Medien die Impfopfer verschweigen. „In den Massenmedien wird darüber gar nicht berichtet“, war ihr Fazit.

Die Kritik an den Medien griff auch ein anderer Demonstrant auf. Diese hätten bei dem ganzen Corona-Wahnsinn mitgemacht und nie die Verantwortung dafür übernommen.

Ein weiterer Demonstrant kritisierte auf seinem Schild die Rundfunkgebühren. Er führte aus, dass Frankreich den Beitrag inzwischen abgeschafft habe. In Deutschland müsse er aber für den Rundfunk zahlen, obwohl er ihn nicht wolle.

Nach rund zwei Stunden war die Demonstration zu Ende. Die Stadt erklärte in ihrem Statement, dass sie die Demonstrationen am Montag auf dem Marktplatz nach wie vor beobachte. Da diese im Augenblick aber im kleinen Rahmen verlaufen würden, friedlich und unproblematisch seien, sehe sie aktuell keinen Anlass, aktiv zu werden.