Codename

Brille von Apple und Zeiss: Geheimsache Argus

Aalen / Lesedauer: 3 min

Smarte Brille von Apple und Zeiss: Ist es bereits im Sommer soweit?
Veröffentlicht:07.02.2017, 18:44
Aktualisiert:23.10.2019, 08:00

Von:
Artikel teilen:

Codename „Argus“: Dahinter soll sich die smarte Brille aus dem Hause Apple / Zeiss verbergen. Doch wann stellt der Technik-Riese aus Cupertino die Datenbrille öffentlich vor? Geht es nach Tech-Blogger Robert Scoble , könnte es möglicherweise Mitte 2017 soweit sein.

Scoble will „von vielen Quellen auf höchster Unternehmensebene“ erfahren haben, dass Apple bereits im Sommer dieses Jahres die Brille mit Technik des Aalener Optikspezialisten ankündigen könnte, sagte er in der „This week in tech“-Show. Genau festlegen wolle er sich jedoch nicht. Eventuell verschiebe sich der Termin auch ins Jahr 2018, so Scoble weiter.

Der Amerikaner war es, der nach der Verbraucherelektronikmesse CES in Las Vegas die Gerüchteküche um eine sogenannte Augmented-Reality-Brille von Apple und Zeiss anheizte (wir berichteten). Augmented-Reality (AR) ist eine Mischung aus realer Welt und digitalen Informationen. Ein Beispiel für diese Technologie ist Nintendos Spiel Pokemon Go. Dabei sehen Smartphone-Besitzer durch die Kamera des Geräts nicht nur die reale Umgebung, es wurden auch Pokemons eingeblendet.

Absolutes Stillschweigen

Weder Zeiss noch Apple wollten sich Mitte Januar zu dem Gerücht äußern – „kein Kommentar“, hieß es damals unisono von einem Zeiss- und einem Apple-Sprecher auf Anfrage der „Aalener Nachrichten“ – wie so oft, wenn es um Apples Produktneuheiten geht, herrscht Funkstille von offizieller Seite. Gerade der iPhone-Riese aus Kalifornien ist dafür bekannt, Kooperationspartner zu Stillschweigen zu verdonnern. Wer dagegen verstößt, muss mit hohen Vertragsstrafen rechnen.

Nun legt Tech-Blogger Scoble nach und erwartet eine sehr leichte Brille, deren Elektronik nicht in der Brille selbst, sondern an einer anderen Stelle sitze – beispielsweise im iPhone . Weiter spekuliert er, dass die smarte Brille in Verbindung mit dem Jubiläums-iPhone oder der neuen Firmenzentrale angekündigt werde. Ein Gerücht, das für Mashable-Autor Lance Ulanoff keinen Sinn macht, wie er Mitte Januar schrieb. Zehn Jahre nach Einführung des iPhone glaube er eher an ein Jubiläumsmodell des Smartphones mit AR als an eine Art Google Glass 2.0.

Solange es von den beiden Unternehmen keine Bestätigung gibt, bleibt die AR-Brille von Apple und Zeiss freilich Spekulation. Kein Geheimnis hingegen ist, dass das 15-köpfige Zeiss-Startup Smart Optics bereits seit einiger Zeit an einem optischen System arbeitet, bei dem sich ein Video-Display ins Brillenglas einblenden lässt. Einen Prototyp präsentierten die Aalener im vergangenen Jahr. Er bestand aus einem iPod-Akku, Teilen einer Smartwatch und einem Brillenglas mit angefügtem Prisma.

Was daraus wurde? „Wir konzentrieren uns auf die Optik und suchen uns einen Partner, mit dem wir die Brille bauen können“, sagte Joachim Kuss von Carl Zeiss Vision im Januar zu den „Aalener Nachrichten“. Auch wenn sowohl Apple als auch Zeiss das Gerücht weder bestätigen noch dementieren wollen – für die „Süddeutsche Zeitung“ ist die amerikanisch-deutsche Kooperation „nicht völlig aus der Luft gegriffen“, zumal sich die Kalifornier bei den Entwicklungen gerne Spitzentechnologie ins Haus holten. Und so soll es für das gemeinsame Projekt auch schon einen passenden Codenamen geben: „Argus“.