Köllerbach

Bären rütteln am Thron des Deutschen Meisters

Aalen / Lesedauer: 3 min

Bären rütteln am Thron des Deutschen Meisters
Veröffentlicht:29.11.2009, 18:00
Aktualisiert:26.10.2019, 07:00

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An Dramatik kaum zu überbieten ist das Spitzenduell der Ringer-Bundesliga zwischen Köllerbach und dem KSV 05 gewesen. Nachdem die Ostalbbären über neun Kämpfe in Führung lagen, brachte der letzte Kampf die Entscheidung zugunsten des Deutschen Meister, der mit 21:18 besiegte.

Von unserer MitarbeiterinMartina Göhringer

Für die Ostalbbären war es die erste herbe Niederlage in der Rückrunde. Sie wirft die Aalener Staffel zunächst wieder auf den fünften Tabellenplatz zurück. Doch die Schwaben haben bereits gewaltig am Thron des Deutschen Mannschaftsmeisters gerüttelt. Beinahe wäre die Sensation im Saarland geglückt. Da Mainz am Samstag in Nendingen ebenfalls verlor und nun auf Mömbris-Königshofen trifft, könnten sich die Aalener bereits am nächsten Wochenende zurück in die Play-Off-Ränge katapultieren. Vier Kampftage stehen in der Rückrunde noch aus.

Der Start in Köllerbach verlief für die Nuding-Staffel erfolgversprechend. Angefeuert von den mitgereisten Aalener Fans brachte Constantin Bulibasa in der griechisch-römischen 55-kg-Kategorie das Team von der Ostalb in Führung. Technisch überlegen warf er seinen jungen Kontrahenten Marc-Antonio von Tugginer mehrfach in die gefährliche Lage und sicherte den Aalenern die ersten vier Mannschaftspunkte.

16 Kilo leichter stand Stefan Kehrer im Schwergewichtsduell seinem Widersacher Dimitar Kumchev gegenüber. In einem zehnminütigen Kraftakt zeigte Kehrer eine beeindruckende Leistung und rang den Köllerbacher Kollos in 3:2 Runden nieder. Im Anschluss luchste der erfahrene Vladimir Togusov im 60-kg-Match des freien Stils dem Aalener Amiran Elbakidze drei Kampfrunden ab.

Coskun Efe traf im Halbschwergewicht auf seinen polnischen Greco-Rivalen Marek Szustek . In einem vierründigen Mattenduell nutzte Efe seine Chance in der Bodenlage und drehte Szustek. Den 3:1-Sieg heimste allerdings der Gastgeber ein. Vor der Pause legte Tomasz Swierk im klassischen Leichtgewicht nochmals eine Schippe auf das Aalener Punktekonto. Albert Nourov konnte den technisch überlegenen Elf-Punkte-Triumph von Swierk jedoch nicht mehr vereiteln.

Die Führung baute Aalens David Bichinashvili (84 kg F) weiter aus, denn Radoslaw Marcinkiewicz konnte die cleveren Beinangriffe des bärenstarken Aaleners nicht abwehren. Den letzten Sieg für die Ostälbler erkämpfte Anatolie Guidea (66 kg F). In einem Kampf auf Spitzenniveau bezwang er seinen Konkurrenten Ismail Redzhep in der Verlängerung der fünften Runde mit 3:2.

Die Aufholjagd der Gastgeber leitete Jan Fischer im klassischen Mittelgewicht ein. In drei Kampfabschnitten und einer Serie von Durchdrehern besiegte er Patric Nuding. Mehrfach wurde Aalens Hans-Jörg Scherr die gefürchtete Kopfklammer von Konstantin Schneider zum Verhängnis, der seine Staffel vor dem letzten Kampf wieder auf 17:18 heranbrachte.

Nun musste das zehnte Mattenduell die Entscheidung bringen. In der Klasse bis 74 kg im freien Stil traf Olegk Motsalin auf Andrij Shyyka. Beide Athleten verbuchten bereits einen technischen Punkt, als Shyyka seinen Gegner über seinen Spezialeinsteiger am Boden kippte und ihn zum Entsetzen der Aalener in die Schulterniederlage hebelte. Olegk Motsalin schien untröstlich, doch trotz Niederlage darf die starke kämpferische Leistung der Aalener beim Spitzenreiter Köllerbach nicht geschmälert werden.

Kampfstenogramm:

Köllerbach - KSV Aalen 21:18, 55 kg G: Marc-Antonio von Tugginer - Constantin Bulibasa TÜPS 0:4 (2:7/0:6/0:6); 120 kg F: Dimitar Kumchev - Stefan Kehrer 2:3 (0:2/1:1/3:0/3:1/0:1); 60 kg F: Vladimir Togusov - Amiran Elbakidze 3:0 (1:0/4:0/4:0); 96 kg G: Marek Szustek - Coskun Efe 3:1 (1:0/0:2/1:0/3:0); 66 kg G: Albert Nourov - Tomasz Swierk TÜPS 0:4 (0:3/0:3/0:5); 84 kg F: Radoslaw Marcinkiewicz - David Bichinashvili 0:3 (0:1/0:1/0:2); 66 kg F: Ismail Redzhep - Anatolie Guidea 2:3 (2:0/1:1/1:0/0:1/0:1); 84 kg G: Jan Fischer - Patric Nuding 3:0 (1:0/2:0/7:0); 74 kg G: Konstantin Schneider - Hans-Jörg Scherr TÜPS 4:0 (4:0/4:0/4:0); 74 kg F: Andrij Shyyka - Olegk Motsalin SS 4:0 (5:1).