Befreiungsschlag

3:0: Es geht doch, VfR!

Aalen / Lesedauer: 4 min

Fußball-Drittligist Aalen holt drei wichtige Punkte gegen die Stuttgarter Kickers
Veröffentlicht:30.01.2016, 20:57
Aktualisiert:23.10.2019, 19:00

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Ausgerechnet im „Ländle-Duell“ mit den Stuttgarter Kickers ist Fußball-Drittligist VfR Aalen ein Befreiungsschlag geglückt: Nach acht Spielen ohne Sieg in Folge schickten die Schwarz-Weißen das Tabellen-Schlusslicht aus Degerloch deutlich mit 3:0 nach Hause.

Mit einem so klaren Sieg dürften noch in der Halbzeitpause am Samstagnachmittag im Aalener Lager selbst kühne Optimisten kaum gerechnet haben. Doch in der Schlussphase schlug der VfR durch Matthias Morys (73.), Dominick Drexler (75.) und Steffen Kienle (83.) zu – drei tolle Treffer, einer sehenswerter als der andere, brachten Aalen den zweithöchsten Sieg in dieser Saison ein und ließen den Vorsprung auf die Abstiegsränge auf sechs Punkte anwachsen.

Auf zwei Positionen hatte Aalens Coach Peter Vollmann seine Startelf im Vergleich zur Niederlage beim VfL Osnabrück geändert: Der vom Trainer auch öffentlich angezählte Randy Edwini-Bonsu musste für Mika Ojala weichen, Neuzugang Jonatan Kotzke ersetzte Innenverteidiger Oliver Barth, der sich vor der Partie am Knie verletzt hatte. In der ersten Hälfte entwickelte sich in der Scholz-Arena eine recht zähe Partie auf beiden Seiten, in der die Kickers leichte Feldvorteile hatten, ohne jedoch daraus Kapitäl schlagen zu können. Zu aufmerksam agierten beide Abwehrreihen, zu wenig Druck konnten die Offensivkräfte entwickeln. „Es war ein typisches Mittelfeldspiel“, analysierte Aalens Trainer Peter Vollmann nach der Partie. „Beide Klubs haben um das Erfolgserlebnis gerungen.“ Dass der Gegner in dieser Phase mehr Kontrolle hatte, kommentierte Vollmann relativ gelassen: „Das ist bei uns nicht ungewöhnlich. Wir tun uns eben schwer damit, das Spiel zu machen.“

Und weil dies eben ein schwarz-weißes Problem ist und Stuttgart auch nur selten wirklich gefährlich vor dem VfR-Tor auftauchte, bekamen die 5176 Zuschauer in Halbzeit eins hauptsächlich fußballerische Magerkost serviert – bis zur 37. Minute, als Maximilian Welzmüller den Ball steil auf Matthias Morys spielte, der das Leder aus gut 16 Metern an die Unterkante der Latte zirkelte. Der herausspringende Ball fiel Dominick Drexler vor der Füße, der am stark reagierenden Kickers-Torwart Rouven Sattelmaier scheiterte. Dennoch: Das hätte eigentlich das 1:0 für die Gastgeber sein müssen.

Auf die unzureichenden Offensivbemühungen seiner Mannschaft reagierte Peter Vollmann gleich mit einem Doppelwechsel zur Halbzeit: Alexandros Kartalis und Randy Edwini-Bonsu sollten statt Mika Ojala und Michael Klauß für mehr Druck über die Flügel sorgen. Diese Maßnahme des Trainers sollte sich bezahlt machen. Zunächst hatten die Aalener jedoch eine äußerst brenzlige Situation zu überstehen, als Schiedsrichter Ittrich in der 55. Minute einem Kickers-Treffer wegen Abseits die Anerkennung verweigerte. Nun wurde es eine deutlich munterere Partie, an der auch der VfR offensiv nun immer mehr teilnahm, viel lief nun über die rechte Seite und Randy Edwini-Bonsu, der mit seinem Tempo der Stuttgarter Defensive deutlich zu schaffen machte.

In der 73. Minute dann hatte schließlich Matthias Morys, der in Halbzeit eins die Führung bereits auf dem Fuß gehabt hatte, einen ganz großen Auftritt. Im Mittelfeld ergatterte Aalens Offensiver den Ball, ging mit Tempo über den rechten Flügel, schüttelte seinen Gegenspieler ab, zog im Strafraum in die Mitte und schlenzte den Ball ins linke Eck: Ein Treffer der Marke „Tor des Monats“ ließ die Aalener Fans in der Scholz-Arena erstmals jubeln. Und ihre Laune sollte in den folgenden Minuten noch besser werden. In der 75. Minute hob der eingewechselte Kartalis den Ball gefühlvoll auf Dominick Drexler, der von der Stuttgarter Abwehr relativ unbelästigt zum 2:0 einschieben konnte. Die Partie war zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon entschieden. Doch der eingewechselte Steffen Kienle sorge noch einmal für Heiterkeit auf den Rängen. In der 83. Minute vertändelten die mitterweile resignierenden Stuttgarter den Ball auf ihrer linken Abwehrseite, Thorsten Schulz hatte energisch nachgesetzt und den Ball in die Mitte zu Kienle gepasst, der aus kurzer Distanz den Ball in den rechten Winkel zimmerte: 3:0 für Aalen, drei ganz wichtige Punkte blieben auf der Ostalb.

VfR Aalen: Bernhardt (3) - Schulz (3), Neumann (3), Kotzke (3,5), Menig (3) - Schwabl, Welzmüller - Ojala (4) (46. Edwini-Bonsu (3)), Klauß (4) (46. Kartalis (2,5)) - Drexler (3), Morys (2) (79. Kienle (-)). Trainer: Peter Vollmann.

Stuttgarter Kickers: Sattelmaier - Leutenecker (65. Gerrit Müller), Bihr (78. Abruscia), Stein (46. Starostzik), Baumgärtel - Gjasula, Braun - Pachonik, Nebihi, Berko - Sliskovic. Trainer: Tomislav Stipic.

Schiedsrichter: Patrick Ittrich (Hamburg).

Tore: 1:0 Morys (73.), 2:0 Drexler (75.), 3:0 Kienle (83.).

Zuschauer: 5176.