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Aalen-Wasseralfingen

Ein tanzender Stahl als Himmelszeig

Aalen-Wasseralfingen / Lesedauer: 3 min

Eine Skulptur von Robert Schad soll das Bindeglied zwischen Magdalenenkirche, Himmel, Erz und dem neuen Gemeindehaus in Wasseralfingen sein
Veröffentlicht:25.05.2023, 17:25

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Nur die Kunst fehlt noch am neuen Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde Wasseralfingen/Hüttlingen. Und die soll jetzt kommen — als symbolische Verbindung zwischen der neugotischen Magdalenenkirche und dem modernen Zentrum mit der integrierten Kita. Eine quasi wegweisende Skulptur soll es sein, geschaffen von dem renommierten und vielfach ausgezeichneten Stahlbildhauer Robert Schad. Und sie soll da, wo die einstige Eisenschmelze stand, das Motto „Himmel trifft Erz“ aufnehmen. Für die Umsetzung dieses letzten „i–Tüpfele“ inmitten des Ensembles ist die Gemeinde nun auf Spenden angewiesen.

Um eine solche Skulptur zu finden, hatte der Kirchengemeinderat ein Gremium einberufen. Klar war: Diese Kunst am Gemeindezentrum muss beziehungsweise soll aus Stahl sein. Laut den Vorgaben des Vereins „Kirche und Kunst“ der Landeskirche, der für die Kunst einen Zuschuss gibt, sollen in diesem Gremium auch ausgewiesene Kunstkenner sein. Darunter ist auch Paul Groll aus Lauchheim, ein weit über den Ostalbkreis und das Land hinaus bekannter Künstler. Er ist von dem Entwurf von Robert Schad restlos überzeugt und findet sie an diesem Platz genau richtig verortet. „De Bud“ soll das Werk heißen, Schad arbeitet viel in Frankreich und hat dort auch ein Atelier. Der Name kommt vom französischen Wort „debout“, aufrecht. Und für Pfarrer Uwe Quast, der vor etwa zwei Jahren die Idee für eine Skulptur als Bindeglied am neuen Gemeindezentrum hatte, passt dieses Wort bestens: „Wir wollen Menschen aufrichten, das passiert ja auch beispielsweise jedes Jahr in der Vesperkirche.“

Die Skulptur, die etwa 5,40 Meter gen Himmel ragen soll, könne man, so Quast, als Flamme, Wegzeichen, Straße oder Zeichen zum Himmel sehen. Gefertigt wird sie aus massiven Vierkant–stäben, aber das solide Material sieht man ihr nicht an. Das ist eine Besonderheit von Schads Skulpturen, die beispielsweise im Landtag in Stuttgart, in Fatima (eine 25 Meter hohe Stahlskulptur des Gekreuzigten) und an vielen anderen Orten zu sehen sind: Es ist sein „tanzender Stahl“, manchmal wie eine Ballerina, bewegt, dynamisch, leicht und damit mit der allgemeinen Vorstellung vom harten, starren Stahl spielend.

„Kunst ist“, so Quast, „für den Menschen so notwendig wie eine Grumbiere“, wie eine Kartoffel also. Soll heißen, dass der Mensch zu Höherem geschaffen ist und es ihn nach mehr verlangt als nur zur Nahrungsaufnahme. Dass die Skulptur auf unterschiedliche Meinungen und Geschmäcker stoßen kann, ist Quast und Groll bewusst. Das seien ja auch die Eigenart und das Ureigene der Kunst und ihrer jeweiligen Interpretation. Was genau die Skulptur kosten wird, soll nicht genannt werden. Robert Schad kam der Kirchengemeinde sehr entgegen beim Preis.


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