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Aalen-Wasseralfingen

Drastische Idee für die Wilhelmstraße

Aalen-Wasseralfingen / Lesedauer: 3 min

Eine Einbahnregelung hat OB Frederick Brütting vorgeschlagen. Wie das im Wasseralfinger Ortschaftsrat angekommen ist.
Veröffentlicht:23.11.2023, 18:00

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Es ist zumindest eine Option der Stadt für die viel befahrene Wilhelmstraße: Sie könnte zu einer Art „Boulevard“ ‐ so wie einst ‐ zurückgebaut und radfahrerfreundlich gestaltet werden. Sie würde dann, in der Richtung von Wasseralfingen nach Aalen, zur Einbahnstraße werden. Der Verkehr aus Aalen würde über die östliche bahnparallele Trasse laufen, die zur zweispurigen Einbahnstraße werden könnte. Im Wasseralfinger Ortschaftsrat stieß diese Variante in der jüngsten Sitzung bei den Grünen auf Wohlwollen. Bei der Mehrheit nicht.

Ziemlich ernüchtert waren die Bürger sowie etliche Gemeinde- und Ortschaftsräte, als die Wilhelmstraße nach der jüngsten großen Kanalsanierung wieder eröffnet worden war. Von einer „Asphaltpiste“ war die Rede, die in Zeiten der Klimadiskussion aus der Zeit gefallen sei. Saniert worden waren die Kanäle und die Straßendecke. Die gewünschte Begrünung und Baumstreifen kamen nicht. Nun gibt es ein Problem: Die jetzige Situation des Rad- und Gehwegs ist nach den Belagsarbeiten nicht mehr zulässig. Im März hatte der Wasseralfinger Ortschaftsrat die Variante eines Schutzstreifens auf der Ostseite der Wilhelmstraße als zu gefährlich abgelehnt.

Aalens Oberbürgermeister Frederick Brütting stellte nun „Variante 5“ vor: Die Wilhelmstraße soll danach zur Hälfte zur Fahrradstraße werden. Der Autoverkehr in Richtung Wasseralfingen im Bereich der Löwenbrauerei soll auf die östliche bahnparallele Trasse, die Charlottenstraße und vorbei am Appenwang in die Auguste-Kessler-Straße geführt werden. Für Brütting hätte die Wilhelmstraße dann als „Prachtstraße“ oder „Boulevard“ Charme, man könnte „einiges an Platz gewinnen“. Und sie wäre eine „große Aufwertung für Radfahrer“. Um Radfahren in Aalen attraktiver und sicherer zu machen, komme man an „drastischen Maßnahmen“ nicht vorbei.

Ortsvorsteherin Andrea Hatam bezog Stellung gegen diesen Umbau: „Ich tue mich extrem schwer damit.“ „Klar dagegen“ war auch Josef Anton Fuchs (CDU): Sicher, das höre sich erst einmal charmant an. Aber es drohten lange Rückstaus, an der Straße befänden sich Gewerbe, Geschäfte und eine Tankstelle. Und es mache wenig Sinn, den Schwerverkehr über die Rampe zu leiten, durch die Steigung würde sich auch der Schadstoffausstoß erhöhen. Das könne nicht Sinn der Sache sein. Leider, bedauerte er, seien in der Wilhelmstraße nur der Kanal und die Oberfläche saniert worden. Nun habe man eine Situation, die „nicht optimal“ sei. Die Strecke entlang des Bahndamms an der Ost-Umfahrung findet er ohnehin für Radfahrer „viel attraktiver und schöner“.

Von einem „Schwarzen Peter“, den man da bekommen habe, sprach Franz Fetzer (Freie Wähler). Für Sigrun Huber-Ronecker (Grüne) war klar, dass die Einbahnregelung für Radfahrer nur Vorteile und mehr Sicherheit bringt, ihr Fraktionskollege Michael Graule sah das genauso. Fetzer fand, bisher seien Radfahrer und Fußgänger hier gut klargekommen. Anders als Huber-Ronecker sah er das Aufkommen von Radfahrern und Fußgängern an der Wilhelmstraße als recht überschaubar an.

Brütting hatte dann einen „Vorschlag zur Güte“: Zunächst werde der Gehweg auf der gesamten Strecke mit einem Schild „Radfahrer frei“ ausgewiesen. Die Variante mit der Einbahnstraße und der Fahrradstraße solle untersucht werden. Dafür stimmte die Mehrheit, bei drei grünen Gegenstimmen.