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Mobilfunkmast

Vorerst kein neuer Mobilfunkmast für Wolpertswende

Wolpertswende / Lesedauer: 3 min

Dem Gemeinderat ist der Mast auf Rathaus zu hoch – Telekom will trotzdem bauen
Veröffentlicht:18.06.2019, 11:00

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Die Telekom will in Wolpertswende eine neue Mobilfunkanlage auf das Dach des Rathauses bauen. Inklusive Rathausdach wäre die Anlage dann 20 Meter hoch. Die Telekom möchte damit das Mobilfunknetz der Gemeinde ausbauen. Der Gemeinderat hat die aktuellen Baupläne aber aus optischen Gründen abgelehnt, da der Mobilfunkmast sieben Meter über den First des Rathausdaches ragen würde. Die Telekom aber hält am Standort Rathaus fest – und will den Masten nun kleiner planen.

Ende April stellten Vertreter der Deutschen Telekom in einer Gemeinderatssitzung ein Konzept zum Ausbau des Mobilfunknetzes für den Ortsteil Wolpertswende vor. Laut Anbieter weist die Netzversorgung in Wolpertswende erhebliche Mängel auf. „Aktuell gibt es hier noch Lücken im Datennetz, Stichwort LTE. In einigen Ecken können derzeit Daten nicht oder nur langsam verschickt beziehungsweise empfangen werden“, sagt Hubertus Kischkewitz , Pressesprecher der Telekom. Um jedoch einen störungsfreien Betrieb zu gewährleisten, seien mehrere Mobilfunkstandorte nötig.

„In diesem Bereich wollen und müssen wir besser werden, denn Mobilfunkkunden wollen immer mehr Daten verschicken. Ohne ein geschlossenes LTE-Netz ist auch die Zukunftstechnologie 5G nicht möglich“, so Kischkewitz. Aus diesem Grund wurden in Wolpertswende potenzielle Standorte, wie das Bauhofgebäude, der Wasserhochbehälter oder das Schulgebäude geprüft. „Wir wollten als Anlagenstandort ein öffentliches Gebäude“, sagt Bürgermeister Daniel Steiner . „Damit entsteht kein Druck auf private Eigentümer.“ Schlussendlich entschied sich die Telekom für das Rathausgebäude, da sich ein zentrumsnaher Standort besonders eigne, um möglichst viele Nutzer zu versorgen.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung sorgte nun allerdings die geplante Höhne des Mobilfunkmasten für Gesprächsbedarf. „Wir hatten nicht damit gerechnet, dass der Mast so hoch wird. Ein Mobilfunkmast in dieser Größe ist nicht realisierbar. Er beeinträchtigt zu sehr das Umgebungsbild“, beschreibt Steiner die Stimmung im Gemeinderat. Deshalb haben sich die Räte nun vorläufig gegen den Bau der Mobilfunkanlage entschieden. Der Wunsch der Gemeinde sei es nun, eine Alternative zu finden, so Steiner. „Wir könnten uns zum Beispiel einen niedrigeren Mast vorstellen“, sagt er.

Grundsätzlich stehe der Gemeinderat hinter dem Ausbau der Mobilfunkversorgung innerhalb der Gemeinde: „Wir würden unser Netz gerne verbessern“, so Steiner. Nun versuche die Gemeinde, in Gesprächen mit der Telekom eine neue Lösung zu finden. „Wenn es keine Einigung gibt, kann das Projekt auch scheitern“, sagt Steiner. „Das wäre von unsere Seite aus jedoch schade, da wir der Meinung sind, dass ein Ausbau des Mobilfunknetzes in Zukunft wichtig ist.“

Auch die Telekom ist weiterhin an dem Ausbau interessiert. Nach Angaben des Pressesprechers wurde die Planung der Mobilfunkanlage so angepasst, dass der Mast lediglich fünf Meter über den First ragen soll. Nun müsse man auf die Genehmigung warten. Ein Alternativstandort wird jedoch nicht gesucht: „Das Rathausdach ist funktechnisch gut geeignet“, so Kischkewitz.