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Erneuerbare Energie

Plötzlich doch wieder drei Windräder im Alttanner Wald möglich

Wolfegg / Lesedauer: 3 min

Pläne geändert: Artenschutz ist nun doch keine Hürde mehr für den geplanten Windpark im Alttanner Wald. Außerdem wird eine weitere Fläche im Allgäu Vorranggebiet für Windkraft.
Veröffentlicht:28.11.2023, 04:59

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Jetzt also doch: Die Fläche im Alttanner Wald, auf der ein Windpark mit drei Anlagen entstehen soll, wird doch Vorranggebiet für Windenergie im neuen Teilregionalplan Energie. Die Fläche war nach Abschluss der Umweltprüfung aus dem Entwurf des Plans herausgefallen, weil nach Einschätzung des Regionalverbands unter anderem artenschutzrechtliche Belange dagegen sprachen. Doch der Planungsausschuss des Regionalverbandes hat jetzt anders entschieden. Auch eine weitere Fläche im Allgäu ist jetzt wieder im Rennen.

Eigentlich handelt es sich bei dem Teilregionalplan für die aktuellen Windparkprojekte um ein theoretisches Konstrukt. Momentan darf nämlich noch überall ein Windpark gebaut werden, wenn alle gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. Eben genau deswegen, weil es noch keinen gültigen Plan zum Thema gibt. Das wird in Zukunft nicht mehr so sein. Dann soll dieser Plan steuern, wo in der Region Bodensee-Oberschwaben Windräder entstehen können und wo nicht.

„Ein komplizierter Grenzfall“

Genau dieser Plan ist im Oktober vorgestellt worden - allerdings ohne die Fläche in Alttann. Der Regionalverband begründete das mit etwaigen Problemen beim Artenschutz. Doch bei der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses wurde die Fläche wieder als Vorrangfläche aufgenommen. „Dies geschah auf Vorschlag des Planungsausschusses“, sagt Nadine Kießling, die stellvertretende Direktorin des Regionalverbands Bodensee-Oberschwaben. Letztlich gab es einen einstimmigen Beschluss dazu.

Der Windpark Alttann sei ein „komplizierter Grenzfall“ gewesen, weswegen man sich beim Regionalverband gegen ein Vorranggebiet für Windenergie entschieden hätte. Zudem sei der Umweltbericht noch nicht ganz fertig gewesen, so Kießling. Mit den Erkenntnissen aus dem nun fertigen Umweltbericht sei man im Planungsausschuss aber zur Überzeugung gekommen, den Windpark doch wieder aufzunehmen.

Wie berichtet, plant die Laoco GmbH aus dem Landkreis Biberach zusammen mit der Energiequelle aus Brandenburg im Alttanner Wald drei Windräder des dänischen Herstellers Vestas vom Typ V172-7,2 mit einer Nabenhöhe von 175 Metern und einer Gesamthöhe von 261 Metern.

Diese Fläche kommt hinzu

Im Teilregionalplan Energie ist im Übrigen noch eine weitere Fläche bei Aitrach hinzugekommen, wo die EnBW einen kleinen Windpark plant. Diese Fläche war, wie Alttann, zunächst aus dem ersten Entwurf gefallen. Hier sprachen Vorgaben des Luftverkehrs dagegen, weil sich diese in Einflugschneise des Flughafen Memmingen befindet.

Nach Ankündigungen der Bundesregierung, dass sich beim Thema Luftverkehr Vorgaben in Sachen Windkraft ändern könnten, geht der Regionalverband davon aus, dass Windräder in Aitrach doch wieder auf einer Vorrangfläche möglich sind.

Es könnte allerdings bedeuten, dass Windräder in diesem Gebiet nicht ganz so hoch werden können wie anderswo,

sagt Nadine Kießling.

 Doch die Windhöffigkeit ist im Allgäu besser als in anderen Bereichen in der Region, weswegen sich auch mit niedrigeren Windrädern genügend Strom erzeugen ließe.

Hummelluckenwald fällt aus Plan

Weiterhin nicht im Plan ist der Hummelluckenwald zwischen den Bad Wurzacher Ortschaften Arnach und Eintürnen. Auch dort planen Laoco und Energiequelle Windkraftanlagen. Es ist der Schwester-Windpark von Alttann. Die Projektierer halten an dem Vorhaben aber fest, wie Laoco-Geschäftsführer Christian Böhm auf Anfrage bestätigte.

Er äußert zudem die Hoffnung, dass auch beim Hummelluckenwald der Planungsausschuss noch Änderungen vornimmt: „Inwieweit womöglich der Hummelluckenwald im weiteren Prozessverlauf der Regionalplanung durch Wegfallen anderer Flächen auch noch aufgenommen wird, bleibt abzuwarten. Unabhängig davon arbeiten wir an der Vorbereitung der Genehmigungsanträge.“

Verbandsversammlung tagt im Dezember

Der abschließende Entwurf des Teilregionalplans Energie ist am 8. Dezember in der Sitzung der Verbandsversammlung Thema. Wird der Entwurf dort verabschiedet, geht dieser in die Offenlage. Der endgültige Plan soll bis Ende 2025 verabschiedet sein, dann dürfen künftig nur noch auf den darin enthaltenen Flächen Windräder gebaut werden.


Informationen zum Windpark Alttann gibt es auf der Projekthomepage unter www.energiequelle.de/alttann