Alttann

Männerchor Alttann begeistert nach Corona-Pause

Wolfegg / Lesedauer: 3 min

Verein greift in seinem Programm in Alttann die vergangenen zwei Jahre auf
Veröffentlicht:20.11.2022, 20:00
Aktualisiert:23.11.2022, 11:38

Von:
Artikel teilen:

Auferstanden wie Phoenix aus der Asche – so präsentierte sich der Männerchor Alttann bei seinen traditionellen Sängerabenden am Wochenende im Haus für Bürger und Gäste in Alttann. Gelitten unter den Lockdowns und Kontaktbeschränkungen der zurückliegenden Corona-Jahre hatten die Männer um Chorleiter Peter Schad ebenso, wie viele andere auch. Erst mit den Lockerungen in diesem Frühjahr konnte ein Probebetrieb wieder aufgenommen werden, der zielgerichtet auf den Sängerabend ausgerichtet war. Jeweils 200 Besucher am Freitag- und Samstagabend zeigten sich begeistert von dem neuen Programm unter dem Motto „Wir sind wieder da“. Wunderschöne Melodien aus einem breiten Spektrum ausgewählt, sorgten für kurzweilige und unterhaltsame 120 Minuten.

Vor allem in der Liedauswahl des ersten Teils zeigten die Männer eine humorig pointierte Betrachtung auf die zurückliegende Zeit. Gleich zum Auftakt erklang, mottogerecht und mit modifiziertem Text ein Stück von Howard Carpendale . „Jetzt alte Freiheit wieder wagen, heute können wir es endlich sagen - Hello again…“ schmetterten die 20 Sänger von der Bühne und hatten die Zustimmung der Gäste auf ihrer Seite. Mit dem „Chor der Gefangenen“ von Guiseppe Verdi präsentierte der Chor eine musikalische Retrospektive zu den vergangenen Coronajahren.

Von Bergromantik und unglücklicher Liebe

Als probates Allheilmittel erweist sich die Musik, der mit dem Stück „Mit Musik geht alles besser“ gehuldigt wurde. Tenöre und Bässe im feinsten gesanglichen Dialog untermauerten gekonnt die Liebe zur Musik. Tendenziell klassische Männerchorstücke mit dem Themenbereich, Bergromantik, unglückliche Liebe und glückliche Liebe durften im Programm natürlich nicht fehlen. Hier zeigt sich der Chor besonders breit aufgestellt, denn die Stückauswahl reichte von den „Glocken der Heimat“ über den „Abend am Monte Cavo“ bis zu Hubert von Goisern mit dem Liebeslied „Weit, weit weg“.

Mit Wladimir Neufeld war ein Hornsolist zu Gast, der mit romantischen Stücken begeisterte. Unverzichtbarer Instrumentalist beim Männerchor ist Franz Ott am Piano. Mit einfühlsamen Tönen unterstreicht Ott die gesanglichen Darbietungen, was bei dem Lied „Butterfly“ von Danyel Gerard hervorragend gelungen ist. Was wäre der Sängerabend des Männerchores ohne den Moderator Schorsch Deger? Dieser verstand es auch beim diesjährigen Konzert meisterlich, die Zuhörer mit schwäbischen, lebensnahen Anekdoten humorisch zu fesseln und zum nächsten Gesangsbeitrag überzuleiten.

Auch südamerikanische Rhythmen erklangen

Absolutes Neuland wurde mit dem Stück „Un poquito Samba“ beschritten. Fast schon anarchisch anmutend, lockerten die südamerikanischen Rhythmen nicht nur die Kehlen der Sänger, auch die Zuhörer klatschen spontan mit und spendeten langanhaltenden Applaus. Und so bleibt noch das legendäre Schlusswort des Dirigenten Peter Schad, mit dem seit Menschengedenken die herbstlichen Sängerabende enden „Kommet guat über dr Winter“.