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Neues Hoffmannhaus soll mehr bieten

Wilhelmsdorf / Lesedauer: 2 min

Neues Hoffmannhaus soll mehr bieten
Veröffentlicht:09.05.2010, 15:05

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Seitdem vor einem Jahr das Hauptgebäude der Jugendhilfe Hoffmannhaus abgebrannt ist, klafft dort große Baulücke. Bis zum Sommer 2011 soll an dieser Steller ein neues Haus entstehen. Neben Werkstätten und Wohngruppen soll es auch neue Angebote wie einem Familienzentrum und Unterkünften für junge Mütter beherbergen.

Vier Straßen führen in Kreuzform auf den Betsaal zu, die Häuser im Ring um den Saalplatz sind alle zur Mitte hin ausgerichtet: Die Struktur aus dem Gründungsjahr 1824 ist in Wilhelmsdorf noch heute gut zu erkennen. Zurzeit stört vor allem die Baulücke des abgebrannten Hoffmannhauses das Bild. Ursprünglich hatte die Jugendhilfe Hoffmannhaus zwei Gebäude am Saalplatz. Im Laufe der Jahre wurden sie verbunden und der gemeinsame Giebel gedreht. Jetzt will Architekt Johannes Frey wieder an das alte Bild erinnern: Er plant zwei würfelförmige Einzelgebäude mit transparenter Verbindung. Das neue Nebengebäude an der Esenhauser Straße soll sich ebenfalls deutlich von ihnen absetzen.

Alles in allem soll das neue Hoffmannhaus 1850 Quadratmeter Grundfläche haben. Kosten wird es voraussichtlich rund drei Millionen Euro, schätzt der Architekt. Knapp die Hälfte davon bezahlt die Feuerversicherung. Frey will im Sommer mit dem Bau beginnen. Ein Jahr später, im Sommer 2011, soll das neue Hoffmannhaus fertig sein.

Das neue Gebäude soll sich nicht nur architektonisch dem Saalplatz und der Öffentlichkeit zuwenden, sagt Gerhard Haag . Der Leiter des Hoffmannhauses kündigt ein neues Angebot der Jugendhilfe an: Im Erdgeschoss wird ein Familienzentrum eingerichtet mit Beratungs- und Bildungsangeboten für Eltern. Neu ist auch, dass der Mittagstisch im Speisesaal künftig auch für externe Schüler geöffnet wird. Vom erweiterten Kantinenangebot und dem Kaffeeausschank im Familienzentrum profitiere auch die Jugendberufshilfe, sagt Haag: Den Jugendlichen eröffne sich ein neues Lernfeld im Gastrobereich. Die Jugendhilfe Hoffmannhaus schult ihre Schüler in Hauswirtschaft, Hausmeisterei, Schreinerei und Landwirtschaft, um ihnen den Übergang in den Beruf zu erleichtern. Der Neubau soll Hausmeister- und Lernwerkstatt sowie Küche und hauswirtschaftlichen Bereich beherbergen.

Im Obergeschoss werden Wohngruppen der Jugendhilfe untergebracht. Das Dachgeschoss soll zwei Wohnungen und vier Appartements bekommen. Sie sind für junge Menschen gedacht, die noch lernen müssen, auf eigenen Füßen zu stehen. Hier können auch schwangere Mädchen und junge Mütter untergebracht und betreut werden, sagt Jugendhilfeleiter Haag. Erst kürzlich habe er eine Anfrage nach einer Unterkunft für eine schwangere 19-Jährige bekommen. „Wenn das neue Hoffmannhaus schon stünde, könnten wir sie aufnehmen“, sagt Haag.

Zurzeit betreut die Jugendhilfe Hoffmannhaus in Wilhelmsdorf 90 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 21 Jahren. Träger des Hoffmannhauses ist die Diakonie der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal.