Hilfsgüterfahrt

Malteser aus der Ukraine dringend um weitere Hilfe gebeten

Weingarten / Lesedauer: 2 min

Versorgungslage der Binnenflüchtlinge wird dramatisch - Bitte um Geld- statt Sachspenden
Veröffentlicht:29.07.2022, 11:23

Von:
Artikel teilen:

Fünfmal insgesamt in den vergangenen Wochen sind Norbert Scheffler, Stadtbeauftragter und Diözesanauslandsbeauftragter der Malteser, und seine Kollegin Nicole Lichanin zu Arbeitseinsätzen und Begleitung von Hilfsgüterfahrten aus Satu Mare in Rumänen nach Beregowo in der Ukraine gefahren. Das berichtet der Malteser Hilfsdienst in einem Schreiben.

„Wir haben im Lager in Satu Mare geholfen, angekommene Hilfspakete sortenrein umzupacken, zu zählen, auf Haltbarkeit (mindestens ein halbes Jahr) überprüft und aussortiert und auf Paletten für den Transport in die Ukraine zu stapeln. Dabei ist auch viel Müll angefallen, für deren Entsorgung die Sathmarer Malteser selbst aufkommen müssen. Von Stadt oder Staat haben sie dafür keinerlei Unterstützung bekommen“, berichten Scheffler und Lichanin. „Das Lager in Satu Mare ist inzwischen leer, es sind seit Anfang Mai keine Hilfsgüter mehr in Satu Mare angekommen. Unsere Partner haben jetzt wieder mit ihrer ursprünglichen Arbeit in der Kinderbetreuung begonnen, die liegen geblieben war und nehmen nacheinander ihren jetzt sicher wohlverdienten Urlaub. Seit Kriegsbeginn hatten die Helferinnen und Helfer über vier Monate keinen einzigen Tag frei für die eigentlichen Projekte und waren ‚am Anschlag‘“, ergänzen sie weiter.

Bei ihrer jüngsten Fahrt ins Malteser Lager Beregowo konnten Scheffler und Lichanin feststellen, wie sich auch das dortige Lager mehr und mehr leert. Alle umliegenden Lager waren bereits leer geworden. Auch aus Ungarn bleiben mittlerweile Hilfsgüterlieferungen aus. So bittet der Leiter der Malteser in Beregowo, Janos Makuk, über seine Dolmetscherin Tünde die Weingartener dringend und flehentlich um weitere Unterstützung und Hilfe: „Die wahren Flüchtlinge sind so arm, dass sie sich nicht einmal einen Reisepass leisten können, um das Land eventuell zu verlassen.“

Da die Waren sortenrein verpackt sein müssen, bitten die Malteser ausdrücklich nicht um Sachspenden. „Die Sortierung ist mit viel Manneskraft sehr arbeits- und zeitintensiv“, so Scheffler. Deshalb helfen Geldspenden am besten weiter. „Mit Hilfe unserer Partner in Satu Mare können wir dort Großgebinde von Lebensmitteln mit entsprechenden Rabatten kaufen, vor allem kann schnell auf die Anforderung aus Beregowo reagiert werden. Auch Kraftstoff zur Weiterverteilung mit den Fahrzeugen fehlt“, ergänzt Lichanin weiter. Einen ersten Betrag in Höhe von 10 000 Euro haben die Weingartener Malteser ihren Kollegen in Satu Mare deswegen vorab schon überwiesen.