Gasthaus

Gasthaus „Ochsen“ knüpft an seine Tradition an

Weingarten / Lesedauer: 2 min

Pünktlich zur Neueröffnung strahlt die traditionelle Weingartener Wirtschaft in neuem Glanz
Veröffentlicht:30.03.2012, 17:20
Aktualisiert:25.10.2019, 10:00

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Zaudern und Zögern kam für Thomas Köber und Christoph Hengeler nicht in Frage: „Als wir hörten, dass Thomas Deuringer seinen Pachtvertrag nicht verlängert, waren wir uns schnell einig: Wie übernehmen den Ochsen“, sagt Christoph Hengeler. So schnell wie der Entschluss der beiden Gastronomen zur Übernahme des Traditionshauses gefasst war, waren auch die Renovierungsarbeiten abgeschlossen.

Gestern Abend luden die neuen Hausherren zur offiziellen Neueröffnung mit Ansprachen des Bürgermeisters und Hausbesitzerin Anne Junginger. Pünktlich zu diesem Anlass waren die Umbauarbeiten abgeschlossen, die seit 1. März mit Hochdruck liefen. Mit dem Ergebnis ist Thomas Köber zufrieden: „Die Handwerksbetriebe, die alle aus der Region stammen, haben ganze Arbeit geleistet. Der Umbau lief nach Plan, alles hat reibungslos und zügig funktioniert.“

Nun erstrahlt der „Ochsen“ in neuem Glanz. Nicht nur ein Großteil des Mobiliars, sondern auch ein Kaminofen in der Wirtsstube sind neu. Außerdem wurde die alte Hotelrezeption am Eingang entfernt und durch eine Bar ersetzt.

Der Außenbereich des „Ochsen“ ist allerdings noch nicht fertig. „Wir sind momentan dabei, den neuen Biergarten zu gestalten und hoffen, dass er rechtzeitig zur warmen Jahreszeit steht“, sagt Christoph Hengeler. „Insgesamt wird er größer sein als vorher, außerdem zur Straße hin geöffnet.“

Das Gasthaus „Ochsen“ hat in Weingarten eine lange Tradition. Vereine und Jahrgänger veranstalten hier Stammtische, und der „Ochsen“ wird sowohl von Einheimischen als auch von Touristen gerne besucht. Im Jahr 1759 erbaut, ging 42 Jahre später von dem Gasthaus ein Großbrand aus, bei dem 18 Häuser zerstört wurden. 1866 übernahm Anna Eisele, die spätere Ehefrau von Philipp Junginger, die Rechte am „Alten Ochsen“. Seither befindet sich das Gasthaus im Besitz der Familie Junginger, nach dem Tod ihrer Mutter Marlene vergangenes Jahr hat Anne Junginger dieses nun übernommen.

Als Thomas Deuringer vor fünf Jahren den Pachtvertrag unterschrieb, gab es eine kleine Änderung im Namen des Gasthauses. Aus dem „Alten Ochsen“ wurde der „Ochsen“. Unter diesem Namen führen ihn auch die beiden neuen Pächter weiter. „Was die Speisekarte und das Personal betrifft, gibt es keine großen Änderungen. Zwar wird das Angebot durch Pizza, Pasta, und Spezialitäten vom Lavastein-Grill ergänzt, der Schwerpunkt liegt aber nach wie vor auf der schwäbischen Küche“, verrät Thomas Köber.

Die bisherigen Stammkunden können also unbesorgt sein: Die gut bürgerlichen Stube wandelt sich weder zu einem Pizza-Service noch zu einer Billig-Kette – das Konzept des traditionellen Gasthauses wollen Thomas Köber und Christoph Hengeler weitestgehend übernehmen.