Klavierkonzert

Drei Klavierkonzerte an einem Abend

Weingarten / Lesedauer: 3 min

Mozart und Beethoven spielen beim Bodenseefestival in Weingarten eine zentrale Rolle
Veröffentlicht:29.03.2013, 14:50
Aktualisiert:25.10.2019, 01:00

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Mit drei Konzerten ist Weingarten in diesem Jahr beim internationalen Bodenseefestival vertreten. Unter dem Motto „Tastenspiele“ treten zwischen dem 27. April und 31. Mai in den drei Anrainerstaaten des Bodensees Künstlerinnen und Künstler von internationalem Rang auf. Der diesjährige „Artist in Residence“, der Pianist Rudolf Buchbinder, wird am Donnerstag, 16. Mai, zusammen mit den Bamberger Symphonikern im Kultur- und Kongresszentrum gleich drei Klavierkonzerte spielen: zwei Spätwerke Mozarts und das erste Klavierkonzert von Ludwig van Beethoven. Dies ist der Abschluss der Weingartener Beiträge zu diesem Musikfestival.

Den Anfang macht am 4. Mai ab 20 Uhr in der Basilika eine Aufführung der großen Messe in c-Moll von Mozart mit dem Kammerchor und der Hofkapelle Stuttgart unter der Leitung von Frieder Bernius . Am Sonntag, 12. Mai, kommt es ab 16 Uhr in der Basilika zu einem so genannten Orgel-Duell. Der Basilika-Organist Stephan Debeur hat dazu seinen Bregenzer Kollegen Helmut Binder eingeladen. Sie spiele an den beiden großen Orgeln abwechselnd Werke von Joseph Rheinberger, Rudolf Bibl, Giovanni Bernardo Lucchinetti und Max Reger. An den beiden Truhenorgeln erklingen Kompositionen für zwei Orgeln von P. Antonio Soler und Joseph Haydn.

Painist dirigiert auch das Orchester

„Freunden der Orgelmusik bietet Stephan Debeuer ja das ganze Jahr über sehr viel“, sagt Kulturamtsleiter Peter Hellmig. „Aber sie bekommen sicher selten die Möglichkeit, gleich alle vier Orgeln der Basilika bei einem Konzert zu hören und ihren unterschiedlichen Klang unmittelbar zu vergleichen.“ Deshalb hofft er für den engagierten Musiker Debeur, dass auch aus der weiteren Umgebung Zuhörer kommen werden.

Was die von Hellmig selbst zu verantwortenden beiden anderen Konzerte betrifft, so setzt er auf die Qualität und die klangvollen Namen der Interpreten: „Wann kann man einen Pianisten vom Rang eines Rudolf Buchbinder an einem einzigen Abend mit drei bedeutenden Klavierkonzerten erleben – dazu noch mit einem Spitzenorchester wie den Bambergern?“ Der Pianist leitet das Orchester selbst vom Flügel aus. Er ist dafür bekannt, dass er sich bei seinen Interpretationen ausschließlich auf Originalhandschriften beziehungsweise Erstdrucke der Noten stützt.

Im direkten Vergleich mit Beethovens Frühwerk, das einerseits noch die Leichtigkeit der Klassik versprüht, andererseits aber schon eine deutliche individuelle Handschrift verrät, kann man bei Mozarts Klavierkonzerten Nr. 20 und Nr. 23 erleben, wie weit Mozart in seinen letzten Lebensjahren seiner Zeit voraus war. Ähnliches gilt für seine Missa c-Moll, die er – wie das Requiem – als Fragment hinterlassen hat.

Der aus Weingarten stammende Musikwissenschaftler und Bratschenprofessor Franz Beyer hat für beide Werke Fassungen geschrieben, die heute international anerkannt sind. So greift auch Frieder Bernius bei seinem Konzert in der Basilika auf diese Fassung zurück.

Während es für das Orgelkonzert Karten ausschließlich an der Abendkasse gibt, hat für die beiden anderen Konzerte der Vorverkauf bereits begonnen. Erhältlich sind die Karten beim Amt für Kultur und Tourismus, Münsterplatz 1, 88250 Weingarten, Telefon 0751/405232, [email protected] .