StartseiteRegionalOberschwabenWeingartenDetails zum Narrentreffen der Superlative in Weingarten stehen fest

VSAN-Treffen

Details zum Narrentreffen der Superlative in Weingarten stehen fest

Weingarten / Lesedauer: 4 min

Das Programm für das dreitägige Große Narrentreffen im Januar ist fertig. Den Plätzlern bereitet die Gema aber noch Bauchschmerzen.
Veröffentlicht:09.11.2023, 15:00

Artikel teilen:

Das Große Narrentreffen vom 19. bis 21. Januar 2024 wird ein Volksfest der Superlative in Weingarten: 25.000 erwartete Besucher, 4000 gebuchte Übernachtungen, 27 Zelte mit 50 Essensstände, 300 Schneller, drei Narrensprünge, etliche Brauchtumsvorführungen und Sonderbusse sowie -züge. Die Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) lässt es als Veranstalter zu ihrem 100. Geburtstag krachen ‐ und die Plätzlerzunft Altdorf-Weingarten richtet den Höhepunkt der Festivitäten aus. Rund 400.000 Euro werden die drei närrischen Tage kosten. Sorge bereitet noch das Thema Gema.

Einmalige Veranstaltung

Zwei Jahre lang hat sich die Plätzlerzunft auf das Große Narrentreffen vorbereitet. Bettina Niederer, Pressesprecherin der Plätzler, glaubt, dass es in den drei Tagen der Festzeit kein Hotelzimmer gibt, das nicht von Narren belegt ist. Was das Programm angeht, so habe die Zunft versucht, „die ganze Vielfalt der Fasnet in ein Wochenende zu packen“, so Niederer.

Am Freitag, 19. Januar, um 18 Uhr wird es einen kleinen Narrensprung für befreundete Nachbarzünfte geben, denn der Große Narrensprung ist für die Zünfte des Verbands reserviert. Niederer: „Wir wollten den Zünften, die uns unterstützen, auch die Möglichkeit geben, auf der Straße zu sein“, sagt sie. Einen zweiten Narrensprung veranstalten die Plätzler am Samstag, 20. Januar, um 13 Uhr ‐ den der Landschaft Oberschwaben-Allgäu. Aus diesem Bereich sind einige der größten Narrenzünfte der VSAN beheimatet, beim Haupt-Narrensprung dürfen aber nur 150 Narren pro Zunft teilnehmen. „Das würde sonst jeden Rahmen sprengen, denn wir haben 68 Zünfte und acht Partnerzünfte, die dabei sein möchten“, sagt Roland Wehrle, Präsident der VSAN.

Zurück zum 19. Januar, wenn der närrische Auftakt der Festtage am Plätzlerbrunnen stattfindet. Anschließend um 19 Uhr startet die Wirtshausfasnet in den Gaststätten und im Plätzlerzelt in der Innenstadt.

300 Schneller aus ganz Europa kommen

Der Samstag beginnt um 10 Uhr mit der Schneller-Weltmeisterschaft auf dem Äußeren Klosterhof. Bettina Niederer: „Es haben sich schon an die 300 Schneller aus ganz Europa angemeldet“. Ab 14 Uhr geht es mit dem Närrischen Markt los, der sich auf dem Löwenplatz, über die Karlstraße bis hin zum Rathausplatz erstreckt. Hier wird es vor allem um die Handwerksbräuche der Fasnet wie Maskenschnitzen oder Häsmalen gehen. Die Besucher können auch an Workshops teilnehmen.

Ebenfalls um 14 Uhr beginnt das Familienprogramm mit Heischebräuchen auf dem Löwen- und Rathausplatz. Dort und auf dem Münsterplatz wird es Brauchtumsvorführungen geben. Andreas Reutter von der Plätzlerzunft hat sich mit der Materie befasst: „Es wird 14 Stationen in zehn Sprachen geben, die die Heischebräuche erklären. Wir zeigen auch verwandte Bräuche aus dem Ausland und können so alle mitnehmen.“ 24 Vorführungen werden die Besucher unterhalten, etwa die Moritaten des Mostclubs Weingarten, der Ahlandtanz der Narrenzunft Rottenburg oder das Kißlegger Fasnetsspektakulum mit Hudelmusik und Fanfarenzug. Um 19 Uhr haben die Plätzler einen Fackelumzug der Teufel und Dämonen ab dem Löwenplatz geplant. Eine Überraschung ist für das Finale um 22.30 Uhr geplant, danach geht’s bis 4 Uhr in die Narrennacht.

Sonntag ist der Hauptfeiertag

Haupt-Festtag ist der Sonntag, 21. Januar, mit der Begrüßung der närrischen Gäste und anschließendem Zunftmeisterempfang. Ab. 10.30 Uhr können sich die Besucher das Einbinden der Stroh- und Äschbären sowie Tänze und eine Schneller-Vorführung ansehen, bis es dann um 12.30 Uhr zum Großen Narrensprung kommt. Auf 1,6 Kilometer Strecke werden nahezu 80 Zünfte unterwegs sein. Eine Live-Übertragung im SWR ist wird es auch geben.

Eingerahmt werden die Events von einer Wanderausstellung, die vor allem Andreas Reutter zusammengestellt hat. Sie beginnt am 3. Januar in Weingarten im Schlössle und heißt „Narrenzeit ‐ Kulturerbe Fastnacht im Wandel“. Reutter erklärt: „Die Ausstellung knüpft inhaltlich an die prägende Zeit der 1920er-Jahre an, die zur Gründung der VSAN geführt haben.“ Thematisiert werden zudem die Neugestaltung vieler Häser und das nicht immer einfache Verhältnis von Fasnacht und Karneval.

Gema könnte zum Problem werden

Ein noch nicht geklärtes Problem für die Veranstaltung sind die Forderungen der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema). Wenn bei Veranstaltungen Musik gespielt wird, müssen die Organisatoren die Lieder der Gema melden, die dann dafür sorgt, dass der Urheber des Liedes Geld bekommt. Bei vielen öffentlichen Veranstaltungen ‐ etwa Weihnachtsmärkten ‐ sind die Gema-Gebühren nun teilweise um das Zehnfache gestiegen. „Wäre das bei uns auch der Fall, kämen rund 65.000 Euro zusätzlich an Gema-Gebühren dazu“, sagt Susanne Frankenhauser, Zunftmeisterin der Plätzler. Ende November gebe es einen Termin mit der Gema.

Wenn es um die Sicherheitsvorschriften und hohe Haftungsrisiken geht, die viele Zünfte den letzten Nerv kosten, bleibt Frankenhauser gelassen. Die Zunft habe zwar hohe Auflagen zu händeln, sie habe aber nicht das Gefühl, dass ihnen etwas abgerungen werden würde, was die Plätzler nicht leisten könnten. Sie betont die reibungslose Zusammenarbeit mit der Stadt Weingarten. Oberbürgermeister Clemens Moll lobt das ehrenamtliche Engagement der Ausrichter und spricht von einem „enorm großen Kraftakt“ für die Zunft sowie die ganze Stadtgesellschaft. Er sagt: „Mich persönlich freuen die vielen Brauchtumsvorführungen. Dafür müsste man eigentlich von Stadt zu Stadt gehen und hier haben wir alle gesammelt.“


Mehr Infos unter www.grosses-narrentreffen.de