Netzwerkabend

An Ideen mangelt es nicht

Weingarten / Lesedauer: 3 min

Weingartener entwickeln Vorschläge, wie man die Asylbewerber in der Stadt sinnvoll unterstützen kann
Veröffentlicht:30.01.2014, 17:45
Aktualisiert:24.10.2019, 17:00

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Ideen für ein friedliches Miteinander: Die Besucher des Netzwerkabends diskutierten an Tischen, die jeweils ein Thema hatten, über Ideen und Hilfsangebote. Vom Studenten bis zum Rentner waren die unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen vertreten. In diesen Kategorien wurden Anregungen gesammelt: Bildung, Familie, Kultur, Arbeit, Sport, Gesundheit, Feste und Veranstaltungen, Behörden sowie Patenschaften. Am meisten Interesse herrschte an Patenschaften . Dabei geht es darum, die Flüchtlinge zum Beispiel bei Behördengängen und Arztbesuchen zu unterstützen.

An den Tischen wurde rege diskutiert. Die Teilnehmer brachten viele Ideen zu Papier. Am Ende wurden die Vorschläge präsentiert.

Teils waren die Ideen sehr konkret. So schlug die Sport- Gruppe neben altersgerechten Sportangeboten vor, die Radreparatur-Werkstatt der Stiftung KBZO ins Boot zu holen. Mit ansässigen Sportvereinen soll abgeklärt werden, ob Hallen in Weingarten genutzt werden könnten.

Die Kultur -Runde schlug niedrigschwellige Angebote vor. So könnte es etwa ein „Quartals-Chörle“ geben, Kunstausstellungen, Filmabende und vieles mehr.

Der Tisch Feste und Veranstaltungen sprach sich dafür aus, die Flüchtlinge in die bereits bestehenden Feste einzubeziehen. Denkbar sei auch ein Fest, bei dem die kulinarischen Besonderheiten der Nationalitäten zum Tragen kommen.

In der Sparte Gesundheit ging es um ärztliche Betreuung vor Ort: Ein Kind, das nachts Fieber bekomme, sei für Menschen in einer fremden Umgebung „dramatisch.“

„Wir sind heiß“, signalisierte der Patenschaften -Tisch, der am meisten Zulauf hatte. Gemeinsame Ausflüge sollen eine Art sein, miteinander Zeit zu verbringen.

Die Arbeits -Gruppe wies darauf hin, dass rechtliche Aspekte zu klären seien. Die Teilnehmer brachten eine Datenbank ins Spiel, in der Arbeitsmöglichkeiten und Fähigkeiten der Asylbewerber gegenübergestellt werden.

Was Bildung angeht, hänge vieles an der Sprache. Auch hier klang an, dass Kinder sehr schnell lernen. Beim Aspekt „ Familie “ kam der Vorschlag einer Willkommensveranstaltung. Zudem könnte es regelmäßige Treffs zum Austausch geben.

So geht’s weiter

Wie geht’s weiter? Diese Frage beschäftigte viele Teilnehmer des Abends. OB Markus Ewald sagte, man werde noch zwei Wochen abwarten. In dieser Zeit haben Interessierte Zeit, Formulare mit Vorschlägen und Ideen bei der Verwaltung abzugeben.

In den Wortmeldungen wurden auch Fragen deutlich, die noch geklärt werden müssen. So warnte Erika Eichwald davor, mit der Unterbringung der Flüchtlinge auf dem Martinsberg eine Zwei-Klassen-Gesellschaft unter den Asylbewerbern in Weingarten zu schaffen. OB Markus Ewald sagte, die Flüchtlinge, die bereits da seien und zum Beispiel in der Lazarettstraße wohnen, bekämen die gleiche Hilfe.

Ein Teilnehmer des Abends fragte auch nach dem Versicherungs-Aspekt. Dabei geht es einerseits darum, wie Ehrenamtliche und andererseits wie die Flüchtlinge im Schadensfall versichert sind. Ehrenamtliche sind immer über die Stadt versichert. Flüchtlinge sind in der Regel erst einmal nicht versichert. Markus Thiel, Migrationsbeauftragten des Landkreises, nahm den Fall einer Frau aus Leutkirch als Beispiel, die mit ihrem Fahrrad gegen ein Auto gefahren war. In diesem Fall könnten Betroffene auf dem Schaden sitzenbleiben.

Am 17. Februar soll sich der Gemeinderat übrigens erneut mit der Stelle eines Integrationsbeauftragten beschäftigen. So soll eine offizielle Anlaufstelle geschaffen werden.

Wer nicht beim Netzwerkabend anwesend sein konnte, sich aber engagieren möchte: Doris Konya, Amtsleiterin Familie und Soziales, ist unter Telefon 0751/405177 oder per E-Mail: [email protected] erreichbar. Das Formular wird auf www.weingarten-online.de unter „Aktuell“ zu finden sein.