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Waldbesetzung

Steht eine Räumung der Waldbesetzung an? Amt nimmt Stellung zu Gerüchten

Vogt / Lesedauer: 2 min

Demo und Tipps für Unterstützer – Amt nimmt Stellung zu Gerüchten
Veröffentlicht:11.01.2023, 12:00

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Rund 350 Menschen haben am Sonntag an einer Demonstration im Altdorfer Wald teilgenommen. Klimaaktivisten hatten dazu aufgerufen. Ein Grund für die Aktion waren laut Mitteilung der Aktivisten Gerüchte über eine baldige Räumung der Waldbesetzung bei Vogt.

Die Polizei geht von 350 Menschen aus, die bei der Demo dabei waren. Die Aktivisten sprechen von mehr als 400 Teilnehmern. Die L317, die durch den Altdorfer Wald führt, war während der Demo im Bereich des Baumhauscamps gesperrt. Es gab bei der Veranstaltung keinen Anlass für polizeiliches Eingreifen, wie Polizei-Sprecher Oliver Weißflog auf SZ-Anfrage sagte.

Laut Aktivisten gibt es Gerüchte über Räumung

Bei der Demonstration sei es um Wald-, Trinkwasser- und Klimaschutz gegangen, wie die Aktivisten mitteilen. Die Route habe durch das im Regionalplanentwurf vorgesehene Kiesabbaugebiet auf dem Waldburger Rücken bei Grund geführt. Unter anderem gegen diese geplante neue Kiesgrube richtet sich der Protest der Aktivisten.

Mit Sorge seien außerdem Gerüchte über eine baldige Räumung der seit knapp zwei Jahren bestehenden Baumhausdörfer im Altdorfer Wald vernommen worden, heißt es in der Mitteilung weiter.

Das sagt das Landratsamt zu den Gerüchten

Laut Landratsamt steht eine Räumung der Waldbesetzung jedoch nicht unmittelbar bevor. Sprecherin Selina Nussbaumer sagt auf SZ-Anfrage: „Wir als Landratsamt Ravensburg sind hier zuständige Versammlungsbehörde. Das Versammlungsrecht gilt nicht uneingeschränkt. Auch andere Belange, wie etwa die der Forstwirtschaft, sind zu berücksichtigen. In diesem Sinne bewerten wir die Situation fortlaufend, um gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen treffen zu können.“

Sollte der Fall eintreten, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung unmittelbar gefährdet werde, könne die Versammlung durch das Amt aufgelöst werden, so die Sprecherin weiter. Dann wären die Waldbesetzer zum Verlassen des Waldstücks verpflichtet. „Tun sie das nicht, hat der Waldeigentümer durch die Auflösung der Versammlung die Möglichkeit, seine Rechte geltend zu machen, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme der Polizei.“

Klettertraining für Anwohner

Für den Fall einer Räumung haben die Aktivistinnen und Aktivisten schon vor einiger Zeit Widerstand angekündigt. Nach der Demo am Sonntag hätten sie nun auch Anwohnern Tipps gegeben, wie sie im Räumungsfall die Waldbesetzer unterstützen können, wie die Aktivisten mitteilen. Auch ein Klettertraining für Anwohner habe stattgefunden.