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Keine Zukunft

Vorerst rollen keine E–Scooter durch Ravensburg und Weingarten

Ravensburg / Lesedauer: 3 min

Was andernorts längst zum Stadtbild gehört, wird in Ravensburg und Weingarten nicht mehr weiter verfolgt. Doch woanders im Kreis Ravensburg sollen die Scooter kommen.
Veröffentlicht:11.05.2023, 12:00

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Irgendwo aufsteigen, irgendwo absteigen, schnell und ohne allzu große Anstrengung ankommen: E–Scooter hatten eine Weile so einen Hype, dass sie in Großstädten an jeder Ecke stehen. Auch im Schussental sollten sie eingeführt werden.

Was ist eigentlich daraus geworden, wollte die „Schwäbische Zeitung“ von der Weingartener Stadtverwaltung wissen. Ergebnis: In absehbarer Zeit werden sich Ravensburger und Weingartener wohl weder an den Rollern erfreuen noch sich daran stören. Woanders im Kreis sieht das allerdings anders aus.

In Wangen rollen sie 2024 los

Im kommenden Jahr sollen die Tretroller mit Elektroantrieb zum Wangener Stadtbild gehören — pünktlich zur Landesgartenschau. Der Technische Ausschuss der Allgäu–Stadt hat dazu erst kürzlich sein grünes Licht gegeben. Einen Anbieter gibt es auch schon: Eher kleinere Städte, Kooperation mit den Kommunen, qualitativ hochwertige Fahrzeuge: Nach diesem Geschäftsmodell betreibt die Firma Zeus ihren E-Scooter-Verleih.

In Wangen will das Unternehmen in der erweiterten Kernstadt sein System mit bis zu 40 Elektrorollern etablieren. Im Gespräch sind in Wangen Scooter, die wegen ihrer zwei Vorderräder standsicherer sein sollen und nur in vorab definierten Gebieten abgestellt werden können. Außerdem können Stadt und Anbieter gemeinsam Parkverbotszonen festlegen.

Das waren 2022 die Pläne in Ravensburg und Weingarten

Über ähnliches wurde vor mehr als einem Jahr auch schon im Schussental debattiert. Noch in der ersten Jahreshälfte 2022 werden die Scooter eingeführt, hieß es damals im Weingartener Gemeinderat. „Damit wollen wir auch in Ravensburg, Weingarten und anderen Städten den Zugang zu multimodalen Mobilitätslösungen und den Umstieg auf umweltfreundliche Alternativen zum eigenen Auto erleichtern“, ließ ein Unternehmenssprecher einer interessierten Firma damals wissen. Es blieb bei der Ankündigung.

Ablehnung im Gemeinderat

Im Weingartener Gemeinderat stieß das Vorhaben schon 2022 auf Ablehnung.

Ich bitte die Stadtverwaltung, die Einführung von E–Scootern so lange wie möglich zu verhindern,

sagte Horst Wiest, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler Weingarten, damals.

Er wisse nicht, welchen Sinn E-Scooter haben. Einen Beitrag zum Umweltschutz kann der Fraktionsvorsitzende ebenfalls nicht erkennen.

Was die Städte schon getan haben

Nach der Gemeinderatssitzung im Februar 2022 hat die Stadt Weingarten gemeinsam mit der Stadt Ravensburg sinnvolle Standorte für feste Abstellbereiche, also Verleihstationen, definiert und geprüft sowie eine Sondernutzungserlaubnis ausgearbeitet. Sinnvoll sind laut Weingartens Stadtsprecherin Carolin Schattmann etwa Standorte, die auf Routen liegen, die den bestehenden ÖPNV ergänzen. Feste Abstellstationen sollten verhindern, dass E–Scooter wahllos irgendwo abgestellt werden.

Projekt liegt auf Eis

Soweit die städtischen Bemühungen. Doch: „Mehrere interessierte E–Scooter–Verleihanbieter haben die Umsetzung mit diesem Konzept geprüft, aber signalisiert, die Markteinführung zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu realisieren“, teilt Schattmann auf Nachfrage der „Schwäbischen Zeitung“ mit. Für die Firmen rentiere es sich nicht. Und auch bei der Stadt Weingarten habe es keine Priorität mehr: „Das Projekt ruht derzeit seitens der Verwaltung.“