StartseiteRegionalOberschwabenRavensburgÜberwältigende Hilfe für todkranke Mama - nächste Hiobsbotschaft

Schwerer Schicksalsschlag

Überwältigende Hilfe für todkranke Mama - nächste Hiobsbotschaft

Ravensburg / Lesedauer: 4 min

Ein Bericht von Schwäbische.de zum Schicksalsschlag der Familie Scherer aus Oberhofen löste eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Doch es gibt eine dramatische Entwicklung.
Veröffentlicht:07.12.2023, 09:00

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Vor vier Wochen berichtete Schwäbische.de über das Schicksal von Familie Scherer aus Oberhofen. Die schwer kranke dreifache Mutter Meike (35) kämpft gegen den Tod und könnte bald sterben.

Die Reaktionen auf den Artikel samt Spendenaufruf waren überwältigend. Die Familie muss aber auch schon wieder eine schlechte Nachricht verkraften: Der gesundheitliche Zustand von Meike Scherer verschlechtert sich dramatisch.

Meike und Manuel Scherer sind begeistert von der Spendenbereitschaft der Leser. Die Idee für den Spendenaufruf hatte Ullrich Brauch (65), Diplom-Sozialarbeiter im Ruhestand aus Ravensburg, der die Familie im Auftrag des Jugendamts an sechs Stunden pro Woche unterstützt und inzwischen wie ein Opa für die Kinder Leonie-Sophie, Kate und Linus ist.

Das Geld der Familie ist knapp, weil Manuel Scherer (36) aufgrund der Pflege seiner Frau nicht in seinem Beruf als Wirtschaftsingenieur arbeiten kann.

Vor zwei Jahren erhielt Meike Scherer die Diagnose Gebärmutterhalskrebs. Teile der Eierstöcke sowie der komplette Dickdarm wurden entfernt und ein künstlicher Ausgang gelegt.

Die gelernte Altenpflegerin ist überwiegend auf eine parentale Ernährung über die Venen angewiesen, weil die Nahrungsaufnahme über den Magen-Darm-Trakt nicht mehr funktioniert. Und als wäre dies nicht genug, wird die Familie schon wieder auf eine harte Probe gestellt, da sich Meike Scherers Gesundheitszustand vor wenigen Tagen dramatisch verschlechtert hat.

Meike Scherers Gesundheitszustand verschlechterte sich rapide

Wahrscheinlich hat sich der Venenzugang, über den sie ernährt und mit Medikamenten versorgt wird, entzündet. Noch am Nachmittag nach dem Pressegespräch wurde sie als Notfall ins Krankenhaus gebracht. An diesem Vormittag aber möchten die Scherers das Gespräch auf die positiven Entwicklungen der vergangenen Wochen lenken.

Spendenkonto

Hilfe für Familie Scherer

Wer spenden möchte, kann dies weiterhin auf folgendes Konto beim Kreditinstitut Barclays tun:
Familie Scherer, Stichwort: Spende
IBAN: DE30201306002014691953
BIC: BARCDEHA

Die erste Reaktion auf den Artikel erreichte Meike Scherer von ihrer Tante, die am Telefon vor Rührung geweint habe. Am Tag darauf meldete sich Florian Stier, Geschäftsführer der gleichnamigen Gebäudereinigungsfirma in Ravensburg. Er schickte den Scherers zwei seiner Mitarbeiter, die alle Fenster in der 4,5-Zimmer-Wohnung putzten. Auch andere Hilfsangebote erreichten die Familie. So meldeten sich Mütter aus dem Kindergarten, den der siebenjährige Linus besuchte, und boten an, die Kinder bei Bedarf zu betreuen.

Andere Familien erklärten ihre Bereitschaft, den Kindern Musikunterricht zu bezahlen und Kleidung zu spenden. Die Kinderarztpraxis in Weißenau stellte den Kontakt zur Sonja-Reischmann-Stiftung her, welche ebenfalls finanzielle Unterstützung anbot.

„Gebt niemals auf“, schrieben viele Spender

Mit dem Spendengeld wurden kleinere Schulden getilgt. Linus und Kate haben neue Fahrräder bekommen. Meike Scherer hat sich einen elektrisch betriebenen Relaxsessel gekauft, auf dem sie entspannt, wenn sie aufgrund der Schmerzen nachts nicht schlafen kann. Außerdem wurden die Kinderzimmer neu gestaltet, zum Teil mit neuen Möbeln ausgestattet.

Für nächstes Jahr hat die Familie einen Urlaub geplant und glaubt fest daran, diesen zu fünft erleben zu können. Zudem hat das Ehepaar mit einem größeren Betrag eine Notfallkasse angelegt, beispielsweise für den Fall, dass die Waschmaschine kaputtgeht.

Viele Spender schrieben aufmunternde Botschaften wie „Gebt niemals auf“ in den Verwendungszweck der Überweisung. Eine schöne Überraschung für Meike Scherer war die Nachricht ihres früheren Klassenlehrers, der inzwischen in Norddeutschland lebt, dort jedoch weiterhin seine Heimatzeitung liest.

Auf dem Foto erkannte er seine frühere Schülerin, die ihm mit ihrem Fleiß, aber auch aufgrund ihrer schwierigen Familiengeschichte am Herzen gelegen hatte. Auch Meike Scherers letzter Chef, der Filialleiter der Metzgerei Wellhäuser in Oberhofen, habe sie spontan in den Arm genommen, als sie dort einkaufen war. Sympathiebekundungen erhielt auch Ullrich Brauch. „Ulli, du bist unser Held“, schrieben ihm seine ehemaligen Kollegen.

Großer Wunsch: Weihnachten bei der Familie sein zu dürfen

Es ist den Scherers ein Anliegen, sich bei allen Unterstützern und Spendern zu bedanken. Zumindest in finanzieller Hinsicht können sie nun aufatmen. „Gehofft haben wir auf etwa 5000 Euro“, sagt Manuel Scherer, „und waren überrascht, dass diese Zahl weit übertroffen wurde.“

In Anbetracht ihres dramatischen Gesundheitszustands hofft Meike Scherer nun, an Weihnachten bei ihrer Familie sein zu dürfen und nicht aufgrund der Entzündung des Venenzugangs im Krankenhaus behandelt zu werden.