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Interview

Überlebenskünstler im Erdreich: Der Regenwurm

Ravensburg / Lesedauer: 2 min

Sie sind nahezu blind, taub und stumm, haben weder Beine noch Arme - trotzdem bewältigen Regenwürmer geschickt die Herausforderungen des Lebens unter der Erde.
Veröffentlicht:14.02.2024, 16:00

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Und nicht nur das: Sie verdienen sich den Titel „Gartenmitarbeiter des Monats“, da sie die Erde düngen und auflockern. Anlässlich des „Tags des Regenwurms“ am 15. Februar beantwortet Nabu-Landwirtschaftsreferent Jochen Goedecke drei Fragen zu diesem faszinierenden Bodenbewohner.

Wofür sind Regenwürmer gut?

Ein Regenwurm ist Tag und Nacht im Einsatz. Er vertilgt pro Tag etwa die Hälfte seines Eigengewichts und hinterlässt dabei Kothäufchen. Diese enthalten wichtige Pflanzennährstoffe, wie Stickstoff, Phosphor und Kalk, und dienen als hochwirksamer, hochkonzentrierter Gartendünger. Gleichzeitig durchzieht, lockert und durchlüftet sein Kanalsystem den Boden, was Pflanzenwurzeln und anderen Bodenorganismen zugutekommt.

Was brauchen Regenwürmer für ein gutes Leben?

In einem luftigen, feuchten Boden fühlen sich Regenwürmer am wohlsten. Werden Böden durch schwere Maschinen stark verdichtet, suchen sie das Weite. Auf ihrem Speiseplan stehen Blätter, abgestorbene Pflanzenreste und Mikroorganismen. Daher ist auch eine ganzjährige Bodenbedeckung sehr wichtig. Diese durchwurzelt den Boden zusätzlich und stellt Schatten und Nahrung für die Regenwürmer zur Verfügung.

Was wurmt den Regenwurm?

Ob es Regenwürmern im Boden gut geht, hängt von Faktoren wie Niederschlagsmenge, Bodenart und Vegetation ab. Wie sich der Klimawandel auf die Population der Regenwürmer auswirkt, ist noch offen. Extreme Wetterereignisse, wie Starkregen und Trockenheit, stellen für Regenwürmer zunehmend eine Herausforderung dar. Neueste Forschungen zeigen, dass Regenwürmer grundsätzlich in gefluteten Gängen überleben können. Höhere Temperaturen könnten dazu führen, dass die Würmer früher im Jahr aktiv werden und länger im Winter graben und fressen können. Trockene Sommer mit ausgetrockneten Böden machen ihnen jedoch das Leben und Überleben schwer, weil die notwendige Umgebungsfeuchtigkeit fehlt und sie schlechter Nahrung finden.