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Trotz 8:5-Spektakel holen Towerstars weniger Punkte als erhofft

Ravensburg / Lesedauer: 4 min

Die Ravensburg Towerstars spielten am Wochenende zwei Partien mit ganz unterschiedlichem Ausgang.
Veröffentlicht:03.12.2023, 21:40

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Nach der ebenso deutlichen wie verdienten 1:5-Niederlage (1:2, 0:1, 0:2) am Freitag in Dresden wollten die Ravensburg Towerstars in der heimischen CHG-Arena die Schmach, nach drei Siegen in Folge ausgerechnet gegen den Tabellenvorletzten so hoch verloren zu haben, gegen die Bietigheim Steeelers, dem Schlusslicht der DEL2, tilgen. Und das gelang mit einem 8:5-Sieg auch.

In der SpradeTV-Pressekonferenz hatte Trainer Gergely Majoross nach der Partie in Sachsen noch von „fehlendem Feuer“ gesprochen, ohne das man „nur eine durchschnittliche Leistung“ abrufen konnte. Und die „reicht in dieser Liga nicht, um irgendwo Punkte zu holen“. Man kann sich nur vorstellen, wie ungemütlich die Rückfahrt nach Oberschwaben war. Dementsprechend motiviert gingen die Towerstars in die Partie mit dem Tabellenletzten Bietigheim, der am Freitag so unglücklich wie nur möglich zu Hause gegen Landshut verloren hatte. Der Siegtreffer zum 5:4 für die Bayern fiel eine Sekunde vor Ende der regulären Spielzeit.

Im Tor der Ravensburger stand wieder der 18-jährige Nico Pertuch, gerade zum Towerstars-Spieler des Monats gewählt, nachdem in Dresden Ilya Sharipov den Vorzug erhalten hatte.

Towerstars mit sehr gutem Start gegen Bietigheim

Von Anfang an zeigten die Towerstars, dass sie es ernst meinten. Bereits nach einer Minute tauchte Nick Latta frei vor dem Tor der Gäste auf, scheiterte aber am glänzend aufgelegten Goalie Olafr Schmidt. Nur zwei Minuten später machte es Sam Herr Besser, der den Abpraller nach einem Schuss von Sarault zum 1:0 verwandelte (3. Minute). Die Freude darüber war aber wohl so groß, dass man sich im im direkten Gegenzug den Ausgleich durch Spencer Berry einfing. Eine 2+2-Strafe der Steeelers konnten die Oberschwaben anschließend nicht nutzen. Der Gast kam nun immer besser ins Spiel und zu einigen guten Chancen. Pertuch zeigte einen tollen Reflex gegen Preibisch.

Als die Gäste gerade dabei waren, das Spiel zu übernehmen, fiel etwas überraschend das 2:1 durch eine schöne Einzelaktion von Luis Latta. Und fortan waren wieder die Towerstars am Drücker und drängten auf den dritten Treffer, der in diesem Viertel aber nicht mehr gelang.

Eine verrückte zweite Halbzeit

Bietigheim kam dann bissiger aus der Kabine, erzielte durch Brett Welychka den 2:2-Ausgleich und baute auch danach gehörig Druck auf. Doch Ravensburg hielt stets dagegen. Dann wurde das ohnehin schon unterhaltsame Spiel verrückt: Innerhalb von nur fünf Minuten fielen fünf Tore. Das 3:2 erzielte Lukas Mühlbauer (31.), das 4:2 machte Sam Herr (33.) nach schönem Pass von Czarnik. Die Halle stand Kopf, aber nun waren die Gäste wieder an der Reihe: In der 34. Minute war es Ryon Moser, dem der Anschluss gelang und Brett Welycka machte in der 35. das 4:4. Wieder in Führung zu gehen kostete die Towerstars aber nur 17 Sekunden. Ralf Rollinger erzielte sein drittes Saisontor zum 5:4 für den Hausherrn.

Nach der Drittelpause dauerte es dann lediglich 33 Sekunden bis zum 6:4. Charlie Sarault gab sich die Ehre auf Zuspiel von Granz. Und diesmal ließ Ravensburg den Gegner nicht mehr herankommen. Im Gegenteil, das 7:4 fiel in der 48. Minute durch Fabian Dietz und das 8:4 nur 90 Sekunden später durch Robbie Czarnik, jeweils im Powerplay.

Den Schlusspunkt in dieser offensivlastigen Begegnung setzten dann die Steelers: Noel Saffran erzielte das 8:5 (56.).

Nach der Partie zeigte sich Towerstars-Trainer Majoross nur mäßig begeistert: „Mit der Leistung, die wir heute gezeigt haben, werden wir nicht viele Spiele gewinnen. Leider machen wir manchmal völlig grundlos schreckliche Fehler, was uns dann immer das Momentum kostet. Es ist aber schön, ein Spiel mit 8:5 zu gewinnen, wegen der drei Punkte.“ Daniel Naud, Sportlicher Leiter und Trainer der Steeelers, fasste die Partei kürzer zusammen: „So ist Eishockey.“


Ravensburg Towerstars – Bietigheim Steelers 8:5 (2:1, 3:3, 3:1). – Tore: 1:0 (02:45) Herr (Sarault, Czarnik), 1:1 (3:00) Berry (Doremus, Kuqi), 2:1 (10:45) L. Latta (Sezemsky), 2:2 (22:46) Welychka (Moser, Dietmann), 3:2 (30:27) Mühlbauer (Alfaro), 4:2 (32:24) Herr (Czarnik, Pfaffengut), 4:3 (33:17) Moser (Mayer, Lascheit), 4:4 (34:10) Welychka (Saffran, Zerressen), 5:4 (34:27) Rollinger (Hadraschek), 6:4 (40:33) Sarault (Dronia, Czarnik), 7:4 (47:29 ÜZ) Dietz (Eichinger, 8:4 (49:12 ÜZ2) Czarnik (Sarault, Granz), 8:5 (55:52) Saffran (Welychka, Zerressen) – Strafen: Ravensburg 4 Minuten, Bietigheim 12 Minuten – Zuschauer: 2211.