Hauptrunde

Ravensburg Towerstars trennen sich von Trainer Tim Kehler – Peter Russell kehrt zurück

Ravensburg / Lesedauer: 4 min

Überraschende Nachricht beim Eishockey-Zweitligisten: Die Towerstars stellten am Donnerstagvormittag Trainer Tim Kehler sowie Co-Trainer Casey Fratkin frei.
Veröffentlicht:12.01.2023, 12:00
Aktualisiert:12.01.2023, 15:39

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Als Tabellenvierter der Deutschen Eishockey-Liga 2 stehen die Ravensburg Towerstars vermeintlich gut da – ein Platz unter den besten sechs Mannschaften nach der Hauptrunde hat sich der letztjährige Vizemeister als Minimalziel gesetzt. Die Towerstars liegen trotz mancher Schwächephasen auf Kurs, am Donnerstagvormittag trennten sich die Ravensburger aber überraschend von Trainer Tim Kehler und Co-Trainer Casey Fratkin. Der Nachfolger ist in Ravensburg ein alter Bekannter: Peter Russell kehrt hinter die Bande der Towerstars zurück.

Unter Russell waren die Towerstars in der vergangenen DEL2-Saison ins Play-off-Finale gegen die Löwen Frankfurt eingezogen. Nach der Saison zog der Schotte eine Ausstiegsklausel und wechselte in die DEL zu den Augsburger Panthern. Dort hatte der 48-Jährige allerdings nicht den gewünschten Erfolg und wurde einen Tag vor Heiligabend freigestellt. Jetzt kehrt Russell zu den Towerstars zurück – und soll dort wie bereits in der vergangenen Saison und zuvor beim EHC Freiburg wieder ein erfolgreiches Doppel mit Geschäftsführer Sport Daniel Heinrizi spielen. „Die Rückkehr von Peter kann einen Push auslösen für die Spieler, die letzte Saison schon unter ihm gespielt haben“, sagt Heinrizi.

Zwar noch „kein Problem“, aber Sorgen um die Zukunft

Trotz Platz vier und tollen Siegen wie etwa dem 9:1 zu Hause gegen die Dresdner Eislöwen sind weder der Geschäftsführer Sport Daniel Heinrizi noch der Aufsichtsrat um Frank Kottmann mit der laufenden Saison komplett zufrieden.

Spielerisch sind seit Saisonbeginn leider nur wenige Fortschritte zu erkennen,

meint Heinrizi.

„Es gab gute Wochen, aber dann sind wir immer wieder in alte Muster verfallen.“ Man habe als Tabellenvierter nach 35 von 52 Hauptrundenspielen zwar „noch kein Problem“, wie der Geschäftsführer sagt. „Aber die Liga ist noch ausgeglichener als in der Vergangenheit, und es sind nur zwölf Punkte nach unten.“ Nach unten bedeutet in diesem Fall Platz elf. Das wären dann Play-downs um den Klassenerhalt statt Play-offs um die Meisterschaft.

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LIX_IMG_TS_Freiburg_2021-11-19_0133 (Foto: Felix Kaestle/Schwäbische.de)

Die Play-offs – am besten direkt als eine der ersten sechs Mannschaften – wollen die Towerstars um allen Preis erreichen. Die Ziele in Ravensburg sind schließlich ganz andere als ein Kampf um den Klassenerhalt. „Menschlich finde ich es sehr schade“, sagt Heinrizi über die Trennung von Kehler und Fratkin. „Die letzten Spiele haben aber gezeigt, dass wir etwas ändern müssen.“ Dabei geht es Daniel Heinrizi, dem kaufmännischen Geschäftsführer Raphael Kapzan und auch Frank Kottmann nicht nur um diese Saison. „Wenn wir 2025 um den Aufstieg mitspielen wollen, mussten wir handeln“, sagt der Geschäftsführer Sport. Kottmann wird in einer Mitteilung der Towerstars zitiert: „Wir sahen uns leider dazu gezwungen, um unsere langfristigen sportlichen Ziele zu erreichen.“

Welche Spiele den Verantwortlichen gar nicht gefallen haben

Im Laufe dieser Saison hat Heinrizi immer wieder betont, dass man der Mannschaft – die stark verjüngt wurde – etwas Geduld entgegenbringen müsse. „Wir sind im Soll“, meinte Heinrizi mehrfach. Doch Auftritte wie im letzten Spiel des vergangenen Jahres in Crimmitschau (3:5) sowie in den ersten beiden Spielen des neuen Jahres gegen Kassel (2:7) sowie in Freiburg (3:6) haben dem Geschäftsführer überhaupt nicht gefallen.

Diese Unzufriedenheit machte Heinrizi dem Trainerteam deutlich – und war ganz offensichtlich nicht sonderlich optimistisch, dass es dauerhaft eine deutliche Verbesserung geben würde. „Ich habe alles versucht und oft mit den Trainern gesprochen“, sagt der Geschäftsführer. Dazu wurden auch die erfahrenen Spieler, die eine Führungsrolle im jungen Team einnehmen sollen, teils kritisiert. Die wechselhaften Leistungen kreidete Heinrizi aber letztlich vor allem Kehler und Fratkin an. Ihnen teilte der Geschäftsführer am frühen Donnerstag die Trennung mit, anschließend wurde die Mannschaft informiert. „Das war für uns schon überraschend“, gab Verteidiger Julian Eichinger zu. „Jetzt stehen wir in der Pflicht, jetzt müssen wir Leistung zeigen.“

Für ein Spiel steht der Geschäftsführer an der Bande

Beim Spiel der Towerstars am Freitag (19.30 Uhr/SpradeTV) beim EV Landshut wird Heinrizi selbst als Co-Trainer an der Bande stehen. Russell wird am Samstag in Ravensburg erwartet und steht am Sonntag (18.30 Uhr/CHG-Arena) erstmals wieder in der Verantwortung.  „Für das Angebot, die Towerstars erneut trainieren zu dürfen, brauchte ich nicht allzu viel Bedenkzeit“, wird Russell in einer Mitteilung der Towerstars zitiert. „Als Teil der Towerstars-Familie habe ich mich sehr wohlgefühlt und Ravensburg war immer die erste Adresse für den Fall, dass ich in die DEL2 zurückkehre.“

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