Play-off

Towerstars stehen gewaltig unter Druck

Ravensburg / Lesedauer: 4 min

Partie des Ravensburger Eishockey-Zweitligisten am Freitag gegen Kassel könnte letztes Heimspiel sein
Veröffentlicht:31.03.2016, 16:39
Aktualisiert:23.10.2019, 17:00

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Schaffen die Ravensburg Towerstars die Wende in der Play-off-Halbfinalserie gegen die Kassel Huskies? Oder ist der Auftritt im dritten Spiel am Freitagabend um 20 Uhr in der Eissporthalle der letzte für diese Saison vor dem Ravensburger Publikum? Die Towerstars wollen nach dem 2:8-Debakel am Ostermontag in Kassel alles geben, um in der Serie „best of seven“ auf 1:2 zu verkürzen.

„Meine Spieler geben mir Zuversicht“, verriet Trainer Dany Naud am Donnerstag. „Wir alle haben Lust auf noch mehr Eishockey.“ Dafür müssen die Towerstars Spiel drei in eigener Halle gewinnen, sonst könnte die Partie am Sonntag um 17 Uhr in Kassel die letzte für Ravensburg in dieser Saison sein. Doch daran will in Ravensburg noch keiner denken. „Es ist immer noch alles möglich“, sagt Naud. „Wir müssen fest an uns glauben und wir werden alles dafür tun, das Spiel zu gewinnen.“

Topreihen sind blass

Die gute Nachricht nach dem Training am Donnerstag: Kilian Keller ist wieder fit. Der Verteidiger fühlte sich bei der Partie in Kassel im ersten Drittel nicht fit und kam auch im weiteren Spielverlauf nicht mehr aus der Kabine zurück. „Er hat aber die ganze Woche schon wieder mittrainiert“, so Ravensburgs Trainer. Damit hat Naud weiter sechs Stammverteidiger – plus Patrick Kurz – sowie vier komplette Sturmreihen – plus Simon Klingler. Vor allem die vierte Reihe bereitete Naud in den vergangenen Spielen Freude. „Jeder trägt seinen Teil bei, wir ergänzen uns gut und wissen, was der andere macht“, begründet Hans Detsch die gute Form von sich und seinen Reihenkollegen Andreas Farny und Philipp de Paly.

In Kassel schoss Detsch das zwischenzeitliche 1:1, beim ersten Spiel in Ravensburg traf de Paly zum 1:2. „Wir sind froh, dass es bei uns gut läuft und dass wir treffen“, sagt Detsch. „Aber noch froher wären wir natürlich, wenn auch die ersten beiden Reihen wieder mehr Tore schießen würden.“ Doch sowohl bei Brian Roloff, Konstantin Schmidt und Austin Smith als auch bei Brandon MacLean, Mathieu Tousignant und Fabio Carciola hapert es im Moment. „Sie haben das Toreschießen ja nicht verlernt“, meint Detsch. Das sei bislang der größte Unterschied zwischen den beiden Teams gewesen: „Die Huskies haben aus ihren Chancen mehr Tore gemacht.“

Um seine beiden Topreihen macht sich Naud trotz der Ladehemmung keine Sorgen. „Es läuft halt nicht immer“, sagt der Trainer mit Blick auf die lange Saison. Die Stürmer müssten nur an ihre Stärken glauben und ihre Stärken ausspielen. „Die Reihe mit Roloff muss schnell spielen und kreativ sein“, sagt Naud. „Die Reihe mit Tousignant muss hart arbeiten und die Checks zu Ende fahren.“ Dann, so der Towerstars-Trainer, „wird es schon wieder“.

Nemec bleibt im Tor

Zum Vergleich: In der Viertelfinalserie gegen den EC Bad Nauheim kamen die sechs Stürmer der ersten beiden Towerstars-Reihen auf 28 Punkte, gegen Kassel hat bislang nur Smith ein Tor erzielt. Vorlagen? Fehlanzeige. „Die Chancen sind ja da, sie schießen auch genug“, sagt Naud. „Sie dürfen nicht negativ denken.“ Das gilt auch für Goalie Matthias Nemec, der im Viertelfinale dreimal zu null spielte, im Halbfinale aber das eine oder andere Mal nicht glücklich aussah. Einen Torwartwechsel wird es vor dem dritten Spiel dennoch nicht geben, Nemec erhält weiter den Vorzug vor Christian Rohde. „Matthias hat sich das Vertrauen verdient“, meint Naud. „Er ist ein Kämpfer und kam in dieser Saison immer schnell aus einem kleinen Tief heraus.“

Ein absolutes Hoch machen dagegen gerade die Kassel Huskies durch. Vier Siege gegen den Erzrivalen Löwen Frankfurt im Viertelfinale, bislang zwei Siege gegen Ravensburg – die Hessen sind in Fahrt. Trainer Rico Rossi gibt sich nach außen dennoch betont vorsichtig. „Ravensburg ist eine starke Mannschaft“, lobt Kassels Trainer. Auch andere Trainer hätten die Ravensburger Mannschaft nach Spielen gelobt, so Naud.

Das müssen die Towerstars am Freitag in der Eissporthalle beweisen. Das Selbstvertrauen bei den Ravensburgern ist aber noch da. „Für das Heimspiel bin ich sehr zuversichtlich“, sagt Detsch. „Und am Sonntag schaffen wir das 2:2.“

Entscheidung in DEL/DEL-2-Verhandlung naht

In der Saison 2017/18 soll es eine Verzahnung mit Auf- und Abstieg zwischen der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) und der DEL 2 geben. Bis zum 31. März hatten die Clubs der DEL 2 Zeit, sechs Mannschaften zu finden, die eine Bürgschaft in Höhe von 800000 Euro hinterlegen. Die Summe hat die DEL gefordert. Ohne sie würden die Vereinbarungen zwischen den Ligen – darunter eben der Auf- und Abstieg – nicht in Kraft treten. „Es wird noch gearbeitet“, sagte der DEL-2-Geschäftsführer René Rudorisch am Donnerstag auf SZ-Anfrage. Am Freitag soll es eine gemeinsame Erklärung der beiden Profiligen geben. „Es wird auf jeden Fall eine Grundinformation geben“, so Rudorisch. Der Towerstars-Geschäftsführer Rainer Schan wollte sich vorab nicht zu diesem Thema äußern.