Towerstars

Schwachem Schlussdrittel folgt Niederlage

Ravensburg / Lesedauer: 4 min

Ravensburg Towerstars verlieren zweites Play-off-Halbfinale in Kassel mit 2:8
Veröffentlicht:28.03.2016, 20:33
Aktualisiert:23.10.2019, 17:00

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Die Ravensburg Towerstars liegen im Play-off-Halbfinale der Deutschen Eishockey-Liga 2 mit 0:2 zurück. Vor 5019 Zuschauern im Kasseler Eissportstadion unterlagen die Towerstars den Kassel Huskies am Montag nach einem schwachen Schlussdrittel mit 2:8. Spiel drei in der Serie „best of seven“ ist am Freitag um 20 Uhr in der Ravensburger Eissporthalle.

Mit fünf Siegen aus fünf Play-off-Partien im Rücken starteten die Kassel Huskies vor heimischem Publikum druckvoll und gefährlich. Gleich in den ersten Sekunden gab es die dicke Chance zur Führung durch Jamie MacQueen. Towerstars-Goalie Matthias Nemec stand von Beginn an im Mittelpunkt. Gegen Carter Proft parierte Nemec gut, dann kassierten die Ravensburger allerdings zwei unnötige Strafen. Zunächst gab es einen Wechselfehler, zehn Sekunden später musste Brandon MacLean wegen Spielverzögerung auf die Strafbank. Die Huskies nutzten die doppelte Überzahl nach sieben Sekunden durch Mike Little zum 1:0.

Kilian Keller muss raus

Auch in den folgenden Minuten kamen die Towerstars fast gar nicht durch die neutrale Zone, immer wieder verloren sie auf Höhe der Mittellinie die Scheibe. Kassel war in Spiellaune und kam zu weiteren guten Gelegenheiten. Towerstars-Trainer Dany Naud war zudem früh gezwungen, seine Verteidigung umzustellen, denn Kilian Keller fuhr nach wenigen Minuten in die Kabine und kam nicht mehr wieder.

Nach rund zehn Minuten ließ der Druck der Huskies allerdings vorerst nach. In der 15. Minute zog Stefan Langwieder von der blauen Linie ab, MacLean und Fabio Carciola stocherten nach, der Puck lag auch hinter der Linie, doch die Schiedsrichter hatten bereits abgepfiffen. Die beste Chance zum Ausgleich bot sich im ersten Drittel Radek Krestan, der im Alleingang an Goalie Markus Keller scheiterte.

Das zweite Drittel bot Eishockey auf hohem Niveau. Zunächst mit den besseren Gelegenheiten für die Towerstars, doch zweimal geriet der Pass vors Tor etwas zu lang. In Unterzahl konterte dann Kassels Jean-Michel Daoust, Nemec parierte den Schuss aber. In der 28. Minute glich Ravensburg aus. Die vierte Reihe zeigte einen starken Spielzug, Philipp de Paly bediente von links Hans Detsch, der Goalie Keller zum 1:1 überwand.

Zwei Minuten später kassierte Stefan Langwieder eine strittige Strafe (plus zehn Minuten wegen Meckerns), und wieder trafen die Huskies in Überzahl. Alexander Heinrich war am rechten Pfosten frei, Nemec versuchte noch im Spagat zu retten, bekam den Puck aber durch die Beine. Doch Kassel leistete sich jetzt hinten ein paar Fehler - so in der 32. Minute. Radek Krestan wurde erst gar nicht angegriffen, der Towerstars-Kapitän suchte sich die Ecke aus und traf zum 2:2.

Little trifft kurz vor Drittelende

Das letzte Wort im zweiten Drittel hatte wieder Kassel, Mike Little traf wieder für die Huskies – mit 3:2 gingen die Gastgeber ins dritte Drittel. Und schon in der 42. Minute fiel der nächste Treffer. MacQueen hatte sich die Scheibe im Mitteldrittel erobert und klug auf Pimm abgelegt. Der traf mithilfe des Pfostens zum 4:2. Jetzt wurde es ganz schwer für die Towerstars. Nur 54 Sekunden später erhöhte Austin Wycisk in Unterzahl auf 5:2. Da sah Goalie Nemec nicht gut aus.

Es ging munter weiter. MacQueen vergab in der 44. Minute frei vor Nemec. Auf der Gegenseite traf Langwieder den Pfosten und MacLean scheiterte an Keller. Auch Simon Sezemsky traf nur den Pfosten (48.). Mit einem klasse Solo sorgte Heinrich in der 51. Minute für das 6:2. Der Kasseler verwandelte – trotz Foul und angezeigter Strafe – mit der Rückhand. Die Towerstars stellten jetzt die Verteidigung völlig ein und kassierten auch noch das 2:7 durch Jens Meilleur sowie das 2:8 durch Adriano Carciola. Ravensburg machte sich durch ein vogelwildes Schlussdrittel ein eigentlich gutes Auswärtsspiel völlig zunichte. Am Freitag müssen die Towerstars nun viel gutmachen.

„Wir haben nicht gut begonnen und lagen gleich hinten. Dann wurde es schwierig, weil Kassel in den Play-offs mit viel Selbstvertrauen spielt“, sagte Towerstars-Trainer Dany Naud nach dem Spiel, „Knackpunkt war das Tor bei unserer Überzahl im dritten Drittel. Aber es war nur eine Niederlage, am Freitag geht es weiter.“

„Wichtig war, dass wir gut begonnen haben und dass wir immer wieder in Führung gegangen sind“, sagte Kassels Trainer Rico Rossi, „aber wir dürfen nicht vergessen: Nach 42 Minuten stand es nur 3:2. Wir genießen den Sieg und fahren am Freitag gut vorbereitet nach Ravensburg.“

Kassel Huskies – Ravensburg Towerstars 8:2 (1:0;2:2;5:0)

Tore: 1:0 (3:11/ÜZ2) Mike Little (MacQueen, Klinge), 1:1 (27:26) Hans Detsch (de Paly, Slavetinsky), 2:1 (30:06/ÜZ) Alexander Heinrich (Klinge, Sturm), 2:2 (31:31) Radek Krestan (Brandl, Sezemsky), 3:2 (37:59) Little (Meilleur, MacQueen), 4:2 (41:07) Pimm (MacQueen, Meilleur), 5:2 (42:01/UZ) Austin Wycisk (Müller), 6:2 (50:42) Heinrich (Daoust, Merl), 7:2 (52:51) Jens Meilleur (Pimm, Little), 8:2 (54:24) Adriano Carciola (Palausch, Müller)

Strafen: Kassel 8 Minuten, Ravensburg 12 Minuten + 10 Stefan Langwieder (Beschimpfung von Offiziellen)

Zuschauer: 5019