Tigermücke

Ägyptische Tigermücke erschlagen: Aggressiver Blutsauger erreicht Ravensburg

Ravensburg / Lesedauer: 3 min

SZ-Leserin erschlägt in Schmalegg eine Ägyptische Tigermücke
Veröffentlicht:01.07.2022, 07:00
Aktualisiert:01.07.2022, 08:05

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Gerade noch rechtzeitig erwischt Doris Heinbockel den lästigen Blutsauger, bevor er sie stechen kann. Doch der tote Moskito, der da jetzt an ihrem Arm klebt, ist deutlich größer als alles andere, das sich sonst auf der Suche nach einer Blutmahlzeit in den sommerlichen Schmalegger Garten verirrt.

Beim näheren Hinsehen fallen der SZ-Leserin dann die auffällig schwarz-weiß gestreiften Beinchen auf. Ein Foto mit der Insekten-App bestätigt die Vermutung: Die Schmaleggerin hat gerade offenbar eine Ägyptische Tigermücke erschlagen. Die erste, die im Kreis Ravensburg bisher registriert worden ist.

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Doris Heinbockel tütet das Insekt ein und meldet den Fund dem Gesundheitsamt des Landkreises und anschließend der „ Schwäbischen Zeitung “. „Nicht, um den Leuten Angst zu machen, sondern um zu informieren und zu sensibilisieren“, sagt sie. Das ist genau der richtige Weg, sagen Fachleute. Denn der exotische Einwanderer ist nicht ganz unproblematisch.

Klimawandel ist schuld

In den letzten Jahren konnte sich laut Landesgesundheitsamt vor allem die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) – ein möglicher Überträger von tropischen Krankheitserregern wie dem Dengue- oder Chikungunya-Virus – in Baden-Württemberg ausbreiten. Der Klimawandel begünstige durch mildere Winter und höhere Sommertemperaturen die Überwinterung und Vermehrung der Mücke.

Mittlerweile sind laut Gesundheitsminister Manne Lucha die aggressiven und tagaktiven Tiere nicht nur entlang der Rheinebene zu finden, sondern wurden in den letzten Jahren auch in Stuttgart, in der Stadt Heilbronn, in den Landkreisen Heilbronn, Esslingen, Ludwigsburg sowie im Rems-Murr-Kreis nachgewiesen.

Schwerpunkte sind nach wie vor Regionen im Land, in denen es im Sommer besonders heiß wird. Das Übertragungsrisiko von exotischen Viren durch die Asiatische Tigermücke auf den Menschen ist aktuell dennoch sehr gering.

Risiko ist gering

„Das hat mir auch das Ravensburger Gesundheitsamt so erklärt“, sagt Doris Heinbockel. Der Grund: Nur durch eine Blutmahlzeit bei infizierten Reiserückkehrern können Tigermücken diese Erreger überhaupt aufnehmen und durch Stiche dann weitergeben. Kann sich die Tigermücke ungestört ausbreiten, steigt jedoch auch das Risiko für solche Übertragungen.

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Im Landkreis Ravensburg ist eine Asiatische Tigermücke oder ihre ebenso exotische Schwester, die Ägyptische Tigermücke, bislang noch nicht nachgewiesen worden, zumindest offiziell nicht. Die Ägyptische Tigermücke (Stegomyia aegypti) wird ebenfalls für die Verbreitung von Dengue-Fieber und für die Übertragung des Zika-Virus verantwortlich gemacht.

Pfützen vermeiden

Das Landratsamt gibt auf Anfrage der „Schwäbischen Zeitung“ Tipps, wie man die Verbreitung von exotischen Stechmücken gut verhindern kann: So nutze die Tigermücke natürliche und künstliche Wasseransammlungen zur Aufzucht ihrer Larven. Sie brütet in Behältnissen jeder Art, in denen sich Wasser ansammeln und für mindestens sieben Tage nicht vollständig austrocknen kann.

Das können sein: Regentonnen, Eimer, Topfuntersetzer, Gießkannen, Hofgullys, verstopfte Dachrinnen, hohle Zaunpfähle, Schneckenschalen usw. Um die Verbreitung der Tigermücke zu verhindern, sollten alle unnötigen wassergefüllten Brutstätten entfernt werden. Andere Gefäße sollten trocken gelagert werden, Regenauffangbehälter und ähnliche Gefäße mit einem Netz abgedeckt werden.

Wer das Einfangen einer Tigermücke melden will, kann das laut Landratsamt freiwillig bei verschiedenen Plattformen tun: Beispielsweise bei tiger-platform.eu oder unter mueckenatlas.com.