Rutenfest

Pläne für Unesco-geschütztes Rutenfest verwirren

Ravensburg / Lesedauer: 3 min

Rutenfestkommission: Wir stellen Antrag gemeinsam mit Biberach – Schützendirektion: Wir können das nicht bestätigen
Veröffentlicht:31.03.2016, 17:16
Aktualisiert:23.10.2019, 17:00

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Jetzt also doch: Die Ravensburger Rutenfest kommission will gemeinsam mit Biberach und Dinkelsbühl einen Antrag auf Anerkennung als immaterielles -Weltkulturerbe stellen. Im März hatte es aus Biberach noch geheißen, dass man dort von dieser Idee nichts wisse.

Seit 2003 sammelt die Unesco weltweite kulturelle Ausdrucksformen in einer „Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit“. Im April 2013 trat die Bundesrepublik diesem Abkommen bei. Seither können sich Bräuche und Traditionen für das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes bewerben. Aus diesem Kreis nominiert die Bundesrepublik alle zwei Jahre einen Kandidaten für die internationale Unesco-Liste, auf der unter anderem der spanische Flamenco steht oder die iranische Teppichknüpfkunst.

Erster Antrag bereits 2014

2014 stellte die Rutenfestkommission (RFK) bereits einen ersten Antrag auf Aufnahme in die Unesco-Liste. In diesem Jahr will die RFK gemeinsam mit zwei ähnlichen Heimatfesten, dem Biberacher Schützenfest und der Dinkelsbühler Kinderzeche, einen weiteren Anlauf starten.

Diese Ankündigung hatte im vergangenen Monat für einige Verwirrung gesorgt. Klaus Bott , Vorsitzender der Stiftung Biberacher Schützendirektion, erfuhr über die „Schwäbische Zeitung“ von dem gemeinsamen Vorgehen mit den Ravensburgern. „An mich ist aus Ravensburg bisher keine Anfrage herangedrungen“, sagte er damals. Bereits 2013 hatte es die Biberacher Schützendirektion abgelehnt, einen derartigen Antrag zu stellen. „Wir haben das seither auch nicht mehr thematisiert, deswegen ist das aktuell auch kein Thema für uns.“

Kuriose Kehrtwende

Nun folgt die kuriose Kehrtwende. Wie Dieter Graf , Chef der Ravensburger Rutenfestkommission, bekannt gab, soll es den gemeinsamen Unesco-Antrag mit Biberach und Dinkelsbühl doch geben. Der Vorsitzende der Stiftung Biberacher Schützendirektion, Klaus Bott, habe sich bei seinen Aussagen der „Schwäbischen Zeitung“ gegenüber schlichtweg nicht mehr an ein geplantes gemeinsames Vorgehen erinnert. Graf: „Er sagte zu mir: Ja, jetzt fällt mir das alles wieder ein!“

Daher, so Graf, werden die „drei ehemals paritätischen freien Reichsstädte“ nun alsbald gemeinsam einen Antrag auf Aufnahme in die Liste des immateriellen Unesco-Weltkulturerbes stellen. Finanziell sei das für die Heimatfeste kein Gewinn, aber die Listung biete eine „sichere Grundlage für die Weiterführung“ dieser Veranstaltungen. Der RFK-Vorsitzende verwies auf das Neu-Ulmer Kinderfest, dass die Stadt einfach abgeschafft habe, weil es die Kommune jährlich 30 000 Euro kostete. So etwas sei unmöglich, wenn ein Volksfest durch die Unesco geschützt werde.

Biberach dementiert - erneut

Aus Biberach kam am Donnerstagnachmittag aber erneut ein Dementi: „Die Stiftung Schützendirektion kann die Aussagen von Herrn Graf nicht bestätigen“, so die Pressesprecherin Gabi Ruf-Sprenger. „Der Vorstand der Stiftung Schützendirektion hat Herrn Graf eingeladen und ihm angeboten, die Stiftung Schützendirektion über die Ravensburger Bewerbung zu informieren.“ Danach werde die Schützendirektion im Plenum darüber beraten. Eine Entscheidung darüber sei also bislang noch völlig offen.

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