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Kommentar

OSK: Am Ende hilft nur die Privatisierung

Ravensburg / Lesedauer: 2 min

Der vor zwei Jahren gefeierte Kooperationsvertrag zwischen Sportklinik und OSK wurde plötzlich gekündigt. Ein merkwürdiges Geschäftsgebaren, kommentiert Annette Vincenz.
Veröffentlicht:08.12.2023, 19:00

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Was für ein merkwürdiges Geschäftsgebaren. Die neue Leitung der Oberschwabenklinik kündigt den Kooperationsvertrag mit der Sportklinik Ravensburg am Krankenhaus Wangen, der vor nicht einmal zwei Jahren noch als Win-Win-Situation für alle Beteiligten gefeiert wurde. Angeblich nur, um einen neuen Vertrag zu schließen.

Mag sein, dass die Gelder aus den Fallpauschalen dabei zuungunsten des kommunalen Klinikverbundes verteilt worden sind und die Sportklinik unterm Strich finanziell stärker von der Zusammenarbeit profitierte als die OSK. Das hätte dann die frühere Geschäftsführung zu verantworten - und der Aufsichtsrat unter Vorsitz von Landrat Harald Sievers, der die Schieflage offenbar auch nicht bemerkte.

Die Verärgerung über das abrupte Ende der Zusammenarbeit bei den Betreibern der Sportklinik ist dennoch verständlich. Sollte es der OSK mit der Kündigung tatsächlich nur darum gegangen sein, bessere Konditionen auszuhandeln, hätte sie darüber bereits vor Monaten intensive Gespräche führen können. Spätestens als feststand, dass der bestehende Vertrag aus Sicht der OSK offenbar nicht ausgewogen war. Die Zusammenarbeit aber aufzukündigen und somit die Geschäftspartner vor den Kopf zu stoßen, ist ein miserabler Stil und wird kaum das gewünschte Ergebnis bringen. Die Sportklinik-Betreiber wären schlecht beraten, sich auf so einen wankelmütigen Partner zu verlassen.

Für die Patienten könnte es sogar von Vorteil sein, vor dem Einsetzen einer neuen Hüfte oder eines neuen Kniegelenks künftig wieder zwischen mehreren Anbietern vor Ort wählen zu können. Ob es die OSK finanziell retten wird, ihr Endoprothetik-Zentrum künftig ohne die Sportklinik-Ärzte zu betreiben, sei aber dahingestellt. Bei einem prognostizierten Jahresdefizit von 27 Millionen Euro, das in den nächsten Jahren möglicherweise noch deutlich steigen wird und über die Kreisumlage von den Städten und Gemeinden refinanziert werden muss, wäre eine Privatisierung der bessere Weg. Kommunale Krankenhäuser, bei denen Kreispolitiker unpopuläre Entscheidungen scheuen, haben keine Zukunft.