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Untersuchungshaft

Messerstecher sitzt jetzt in Untersuchungshaft

Ravensburg / Lesedauer: 3 min

Ein Begleiter des jungen Mannes stellt sich ebenfalls – Rechtsanwalt rechnet im März 2014 mit Prozessauftakt
Veröffentlicht:15.11.2013, 20:05

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Der mutmaßliche Ravensburger Messerstecher ist am Freitagnachmittag dem Haftrichter am Amtsgericht Ravensburg vorgeführt worden. Zuvor wurde wegen versuchten Totschlags in drei Fällen ermittelt, ist von Herbert Heister, Leitender Oberstaatsanwalt, zu erfahren. Nun hat die Staatsanwaltschaft Ravensburg Haftbefehl gegen den 23-jährigen Mann erlassen. Zudem wird gegen den 24-jährigen Begleiter des mutmaßlichen Messerstechers wegen Strafvereitelung ermittelt. Inzwischen sitzen beide in Untersuchungshaft, allerdings in verschiedenen Justizvollzugsanstalten. Die beiden weiteren Personen wurden laut Polizei wieder frei gelassen. Wie die Schwäbische Zeitung am Freitag bereits berichtete, hat sich der mutmaßliche Täter am Donnerstagabend der Polizei gestellt. Sein Rechtsanwalt Süleyman Yildirim begleitete ihn bei diesem Schritt.

Yildirim sagte im Gespräch mit dieser Zeitung, dass sein Mandant die Tat am Freitagnachmittag vor dem Haftrichter gestanden hat. Der Leitende Oberstaatsanwalt sieht jedoch kein Geständnis. „Ein Geständnis war das nicht“, sagte Heister .

Anwalt: Tat definitiv eingeräumt

Konfrontiert mit dieser Aussage erklärte Rechtsanwalt Yildirim aus seiner Sicht: „Er hat gesagt, dass er das Messer allein genutzt hat und hat alles erklärt, was und wie es passiert ist. Konkret konnte er sich nicht mehr an alle Details erinnern. Von der Tat nimmt er aber keinen Abstand und hat sie definitiv eingeräumt.“ Und weiter: „Wenn jemand sagt, er habe die Tat begangen und sagt, er habe das Messer bei sich gehabt, ist das für mich ein Geständnis.“

Die Ermittlungen seien noch im Frühstadium, sagt Yildirim. Noch würden die Akten zusammengestellt werden. Wie aus einer gemeinsamen Pressemitteilung der Polizeidirektion und der Staatsanwaltschaft Ravensburg vom Freitag als Neuigkeit zu erfahren ist, ist der 23-Jährige bereits mehrfach wegen Gewaltdelikten aktenkundig geworden. Laut Rechtsanwalt Yildirim seien dies alles kleinere „typisch jugendliche Delikte“. Keines stehe in Relation zum Ausmaß der Messerattacke am vergangenen Sonntag in der Ravensburger Unterstadt.

Laut Pressemitteilung sind dabei drei Menschen so schwer verletzt worden, dass sie sofort notoperiert werden mussten. Zwei von ihnen schwebten in Lebensgefahr.

Der Festnahme zuvorgekommen

Warum der junge Mann bei der Tat am frühen Sonntagmorgen ein Messer bei sich hatte, ist zurzeit noch unklar. Auch Rechtsanwalt Yildirim konnte zu dieser Frage keine Auskunft geben. Nur so viel: „Es soll wohl wesentlich kleiner gewesen sein, wie von der Polizei ursprünglich angenommen.“ Außerdem: „Mein Mandant ist bereit, für den Schaden, der entstanden ist, einzustehen.“ Er würde die Tat bereuen, wirkte laut Anwalt eingeschüchtert und müsse selbst noch mit dem Schock von der Tat zurechtkommen.

Nach der Prüfung zahlreicher Hinweise aus der Bevölkerung gelang es einer siebenköpfigen Ermittlungsgruppe der Kriminalpolizei Ravensburg schließlich im Laufe des Donnerstags, den Messerstecher und seine drei Begleiter im Alter von 18 bis 24 Jahren zu identifizieren, schreiben Polizei und Staatsanwaltschaft . „Während sich einer der Begleiter offenbar durch den Druck der Ermittlungen im Lauf des Tages selbst meldete, wurden die beiden weiteren Personen von Beamten der Kripo Ravensburg aufgegriffen“, heißt es in der Pressemitteilung. Damit kamen der mutmaßliche Täter und einer seiner Begleiter ihrer Festnahme durch die Polizisten zuvor.

Offene Fragen sind noch, wie stark der mutmaßliche Messerstecher und seine Begleiter betrunken waren. Das muss noch untersucht werden. Rechtsanwalt Süleyman Yildirim rechnet im März nächsten Jahres mit dem Prozessauftakt am Landgericht Ravensburg.

Telefoninterview zum Messerstecher-Fall