Widerruf

Nach Widerruf der „Ravensburger Erklärung“: Mehrheit will ökumenisches Abendmahl

Ravensburg / Lesedauer: 2 min

Der Widerruf der „Ravensburger Erklärung“ erhitzt die Gemüter. Eine Online-Abstimmung zeigt, dass eine überwältigende Mehrheit gegen eine Trennung von Katholiken und Protestanten ist.
Veröffentlicht:24.10.2018, 15:57
Aktualisiert:22.10.2019, 15:00

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Der Widerruf der „Ravensburger Erklärung“ erhitzt die Gemüter. Eine aktuelle Online-Abstimmung zeigt außerdem: Eine überwältigende Mehrheit findet, es spreche nichts dagegen, dass alle Christen gemeinsam Abendmahl feiern.

Nach einem Gespräch mit Bischof Gebhard Fürst nahm der Ravensburger Pfarrer Hermann Riedle Mitte Oktober die schriftliche Vereinbarung zurück. Demnach sollten Protestanten und Katholiken gemeinsam zu Kommunion und Abendmahl gehen können. Seitdem wird die „Schwäbische Zeitung“ mit Leserbriefen zu diesem Thema überschüttet. Viele sind enttäuscht und empfinden die Entscheidung als Rückschritt.

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Im Netz bestätigt sich dieser Eindruck. In einem Onlinevoting auf Schwäbische.de stellte die Redaktion ihren Lesern die Frage: „Sollten Protestanten und Katholiken gemeinsam Abendmahl feiern?“ 124 User beteiligten sich an dieser Abstimmung; das Ergebnis ist eindeutig: Knapp 83 Prozent stimmte für „Ja, aus meiner Sicht spricht nichts dagegen.“ Das entspricht 102 Stimmen. Nur gut elf Prozent (14 Stimmen) stimmte der Aussage „Nein, solche Feiern sollten streng getrennt bleiben“ zu. Nur gut sieben Prozent wollten sich nicht klar positionieren. Acht Teilnehmer wählten: „Ich verstehe die Aufregung nicht. Ist doch völlig egal.“

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Auch sonst nehmen zahlreiche Leser im Netz Stellung zu diesem Thema. Auf Schwäbische.de schreibt etwa Josef S.: „Ich sehe das Problem nicht. Beim evangelischen Abendmahl sind alle Christen eingeladen, beim katholischen eben nicht. Und wo ich nicht eingeladen bin, da gehe ich nicht hin. So einfach ist es.“

„Bischof hat den katholischen Glauben verteidigt“

Auch auf der Facebokseite Schwäbische Oberschwaben wird diskutiert. So findet etwa Rike R.: „Wir haben alle ein- und den selben Gott, das müsste doch genügen. Außerdem hat mich ehrlich gesagt noch nie ein Pfarrer bei der Kommunion gefragt, ob ich katholisch oder evangelisch bin, bevor er mir die Hostie gab.“ Yann Z. ist dafür, klare Kante zu zeigen: „In all den Jahren nichts dazu gelernt. Da hilft nur austreten! Die katholische Amtskirche muss man da treffen, wo’s ihnen am meisten weh tut: beim (Kirchensteuer-)Geld.“

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Das sehen aber nicht alle so. Jasille C. findet die Aufkündigung der Erklärung richtig. „Wenn die Protestanten doch all zu gerne das katholische Abendmahl feiern wollen, dann sollen sie doch katholisch werden! Protestanten glauben nicht, dass das Brot und der Wein das wirkliche Leib Christi ist, und daher können sie halt nicht das katholische Abendmahl empfangen, ganz einfach.“ Er findet es schön, dass ein „Bischof endlich mal wieder den katholischen Glauben verteidigt und dadurch dem Interkommunionsgedanken (hoffentlich) ein Ende setzt“.