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Ravensburg

Huskies beißen sich an Ilya Sharipov die Zähne aus

Ravensburg / Lesedauer: 4 min

Im Kampf um die besten Play-off-Plätze gelingt den Ravensburger Eishockeycracks ein sehr wichtiger Sieg. Besonders ihr Torhüter sticht dabei hervor.
Veröffentlicht:11.02.2024, 20:23

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Nach der verdienten 3:4-Heimniederlage (2:2, 0:2, 1:0) am Freitag gegen den Tabellenelften EHC Freiburg mussten die Ravensburg Towerstars am Sonntagnachmittag in der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL2) ausgerechnet beim weit davongeeilten Ligaprimus EC Kassel Huskies antreten und lieferten beim 3:0-Sieg vor allem defensiv eine ihrer stärksten Leistungen in dieser Saison ab.

Nach zwei Pleiten in Folge waren die Oberschwaben vor der Partie auf den fünften Tabellenplatz zurückgefallen und damit aus den Rängen, die einen Heimvorteil für die Play-offs bedeuten. Gastgeber Kassel hingegen hatte sich am Freitag den Frust der 1:2-Heimniederlage (0:0, 1:2, 0:0) gegen die Dresdner Löwen mit einem 6:0 (1:0, 4:0, 1:0) im Hessen-Derby beim EC Bad Nauheim von der Seele geschossen.

Towerstars-Trainer Gergely Majoross konnte bis auf Stürmer Luigi Calce auf den kompletten Kader vom Freiburg-Spiel zurückgreifen. Und auch Ralf Rollinger, der am Freitag in Weiden als Förderlizenzspieler mit den Lindau Islanders eine 1:5-Niederlage einstecken musste, war wieder dabei.

Von Beginn an eine intensiv geführte Begegnung

Kassel begann direkt mit viel Tempo und starkem Forechecking und Ravensburg hielt von Anfang an dagegen. Bereits nach zwei Minuten wurde klar, mit welcher Intensität dieses Spiel geführt werden würde. Eine kleine Meinungsverschiedenheit auf dem Eis klärten Lukas Mühlbauer und Joel Lowry mit den Fäusten und wurden dafür für zwei Minuten zum Abühlen auf die Strafbank geschickt.

Zwei Minuten später vergab Tristan Keck auf Kasseler Seite zwei Großchancen innerhalb weniger Sekunden. Zunächst traf er mit einem schönen Schlenzer nur den Außenpfosten, anschließend war Towerstars-Goalie Ilya Sharipov zur Stelle. Der EC übernahm die Spielführung, doch Ravensburg stand gut in der Defensive und kam auch zum einen oder anderen Tempogegenstoß. Die Torschussquote von 14:4 zu Gunsten der Gastgeber am Ende des ersten Drittel sprach jedoch Bände. Vor allem dem glänzend aufgelegten Sharipov hatten es die Towerstars zu verdanken, dass es zur Drittelpause 0:0 stand.

Etwas überraschende Führung für Ravensburg

In den Mitteldurchgang gingen die Gäste mit verstärktem Forechecking, schickten immer zwei Spieler tief, was die Huskies zunächst auch zu beeindrucken schien. Nach vier Minuten fiel dann allerdings doch fast das 1:0 für die Gastgeber. Wäre da nicht Niklas Hübner gewesen, der einen abgefälschten Puck noch von der Linie kratzte. Das erste Tor erzielte 30 Sekunden danach etwas überraschend Sam Herr, der die Scheibe entschlossen durch die Schoner von Huskies-Goalie Philipp Maurer stocherte. Kassel wirkte zunächst geschockt und so entwickelte sich im Verlauf ein wesentlich ausgeglicheneres Drittel. Oft musste Sharipov sein ganzes Können aufbieten, aber auch Maurer war nach Schüssen von Dietz und Herr nun beschäftigter, als ihm lieb war.

Mitte des Drittels gab es dann erneut eine Überzahlgelegenheit für die Schlittenhunde, doch auch diesmal funktionierte das Penalty-Killing der Ravensburger hervorragend, die es immer wieder schafften, die gegnerischen Stürmer aus dem Slot herauszuhalten und bei Fernschüssen auf ihren Torwart vertrauen konnten. Das war auch nötig, denn in den letzten Minuten des Abschnitts machten die Gastgeber gehörig Druck, konnten aber auch das nächste Powerplay nicht erfolgreich abschließen (37. Minute), so dass es beim 1:0 für die Oberschwaben blieb.

Sharipov hält den Sieg fest und gewinnt Privatduell mit Keck

In den letzten Abschnitt starteten die Huskies wie erwartet mit hoher Aggressivität. In den ersten beiden Minuten konnten sich die Ravensburger kaum aus dem eigenen Drittel befreien. In der 43. Minute gewann Sharipov in seinem Privatduell mit Tristan Keck einen weiteren Durchgang durch einen tollen Reflex. Frank Enderle, Pressesprecher der Towerstars, war sich im Interview nach dem Spiel auch sicher: „Ilya war heute definitiv der Spieler der Partie.“ Die nächsten zehn Minuten fanden dann vor allem im Mitteldrittel statt. Beide Teams neutralisierten sich durch frühes Forechecking und bei den wenigen Chancen der Huskies war Sharipov stets zur Stelle. In der 54. schlug sich dann auch noch das Glück auf Seiten der Ravensburger, als Marco Müller nur den Innenpfosten traf. Als die Huskies dann alles nach vorne warfen und ihren Torhüter zogen, machten die Towerstars gleich zwei Empty-Net-Goals durch Alfaro und Czarnik (59. und 60.), wodurch der kämpferisch durchaus verdiente Sieg letztlich zu hoch ausfiel. „Einfach nur stolz auf meine Jungs“ war nach dem Spiel Towerstars-Trainer Gergely Majoross. „Wir wussten, wir müssen hier mit Herz spielen, und das haben wir getan. Das ist ein wichtiger Sieg für uns“, meinte der 44-jährige Ungar.

Durch das 3:0 rutschen die Ravensburger in der Tabelle wieder auf den begehrten vierten Rang.

Am 20. Februar (20 Uhr) empfangen die Towerstars mit Regensburg den nächsten Gegner. SpradeTV überträgt die Partie im kostenpflichtigen Livestream.

Kassel Huskies - Ravensburg Towerstars 0:3 (0:0, 0:1, 0:2). - Tore: 0:1 (24:25) Sam Herr (Sarault, Czarnik), 0:2 (58:53 empty net) Matt Alfaro (N. Latta), 0:3 (59:13 empty net) Robbie Czarnik (Sarault, Herr) - Strafen: Kassel 4 Minuten, Ravensburg 10 Minuten - Zuschauer: 4261.