American Football

Nightgame in der GFL1 Süd: Ravensburg Razorbacks spielen gegen Kempten ums Prestige

Ravensburg / Lesedauer: 4 min

Im Nightgame gegen die Allgäu Comets aus Kempten peilen die ifm Razorbacks Ravensburg einen Sieg an
Veröffentlicht:29.07.2022, 18:20
Aktualisiert:29.07.2022, 21:03

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Wenn die ifm Razorbacks Ravensburg am Samstagabend auf die Allgäu Comets aus Kempten treffen, geht es vor allem um die Ehre. Nachdem die Play-offs in der GFL1 Süd außer Reichweite scheinen, peilen Coach Sebastian Fandert wenigstens im Nightgame einen prestigeträchtigen Sieg an. Kick-off im Weingartener Lindenhofstadion ist um 19 Uhr.

Im „Razordome“ genannten Lindenhofstadion ist die Stimmung in der Regel immer sehr gut, wenn die Razorbacks spielen. Noch ein Stück besser ist sie sogar, wenn das Nightgame ansteht, wenn es also in die Nacht hineingeht, es dunkel wird und das Flutlicht leuchtet. Dann entfaltet American Football in Ravensburg noch einmal eine ganz besondere Magie. All das ist am Samstagabend wieder möglich, wenn die Razorbacks einen neuen Anlauf starten, endlich ihren ersten Heimsieg in dieser Saison einzufahren. Ausgerechnet jetzt stehen die Vorzeichen alles andere als gut. Denn die bisherigen Auftritte von Fanderts Mannschaft waren überwiegend so, dass am Ende nichts Zählbares dabei heraussprang. Lediglich am ersten Spieltag schafften sie einen klaren Sieg bei den Frankfurt Universe, dazu gab es immerhin ein beachtenswertes Unentschieden gegen die Munich Cowboys. Die restlichen fünf Spiele gingen allerdings verloren. Nach der Niederlage am vergangenen Samstag bei den Straubing Spiders reagierten die Razorbacks und trennten sich von Defense-Coordinator Michael Hall. „Das Defense-Konzept hat einfach nicht gepasst, die Verbindung zwischen Michael und dem Team ist ein bisschen verloren gegangen. Wir mussten wirklich was tun“, erklärt Oliver Billstein, Sportlicher Leiter der Razorbacks, die Entscheidung vom Montag.

Verletzter Linebacker feuert Teamkollegen an

Neben der deutlichen 28:49-Pleite brachten die Razorbacks auch einen schwer verletzten Spieler mit nach Hause. Elias Eisele musste während der Partie mit dem Krankenwagen vom Feld gebracht werden, nachdem er lange liegen geblieben war. Er habe sich ohne gegnerische Einwirkung so schwer am Unterarm verletzt, teilten die Razorbacks mit, dass er noch in Straubing operiert werden musste. Nachdem der erste Schock überwunden war, meldete sich der Linebacker kämpferisch. „Auch wenn ich am Samstag leider nicht mit meinem Team auf dem Feld stehen kann, so werde ich sie an der Sideline definitiv emotional unterstützen. Wir sind ein Team mit vielen Spielern, das schon in der Vergangenheit gezeigt hat, dass wir Ausfälle kompensieren können. Und so werden meine Jungs auch dieses Spiel meistern und als Sieger vom Feld gehen“, wird Eisele in einer Mitteilung der Razorbacks zitiert.

Neben diesem Ausfall gibt es aber auch gute Nachrichten für die Ravensburger. Die Coaching-Crew um Fandert kann erstmals auch auf den kompletten Kader der zweiten Mannschaft der Razorbacks zurückgreifen, da deren Saison mittlerweile beendet ist. „Es freut uns, mitten in der Saison nochmals einige Leistungsträger unserer zweiten Mannschaft mit in den GFL-Kader integrieren zu können. Das gibt uns zum einen mehr Flexibilität, steigert noch mal den Konkurrenzkampf auf einigen Positionen und dadurch haben die Jungs die Möglichkeit zu zeigen, dass sie einen Stammplatz im GFL-Kader wollen“, sagt Fandert. Ein besonderes Augenmerk lag diese Woche dabei im Training auf der Defense. Nach der einvernehmlichen Trennung von Hall am Montag, übernahm der bisherige Defense-Back Coach Brian Casey die Ravensburger Verteidigung. „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir aus dem Team noch nicht das herausgeholt haben, was in ihm steckt. Das werden wir uns und den Fans jetzt am Samstag beweisen. Wir können Kempten schlagen“, ist Billstein sicher.

Würdiger Rahmen für das Derby

Ob sich das Spiel der Razorbacks verbessert hat, wird sich am Samstagabend zeigen. Erwartet werden bis zu 2000 Zuschauer, die dem Derby einen würdigen Rahmen geben wollen. Das Lindenhofstadion ist unser ,Razordome’ und wenn das Stadion voll ist, ist das natürlich eine Zusatzmotivation, wie man schon gegen München gemerkt hat“, sagt Wide Receiver Michael Mayer. Er ist einer von sechs Stammspielern, die beim 20:48 im Hinspiel in Kempten noch angeschlagen gefehlt hatten, aber mittlerweile wieder fit sind. Als Abschluss ist ein Feuerwerk geplant – ob es ein krönender wird, hängt von der Leistung und vom Ergebnis ab.