Mobilitätstag

Fahrräder mit Elektro-Antrieb sind der Renner

Ravensburg / Lesedauer: 3 min

Besucher des Mobilitätstags gucken, testen, fragen und diskutieren
Veröffentlicht:09.04.2017, 13:21
Aktualisiert:23.10.2019, 06:00

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Der zweite Ravensburger Mobilitätstag hat am Samstag viele Neugierige auf den Marienplatz gelockt. Im Mittelpunkt des bunten Programms rund um die Fortbewegungsmittel der Zukunft stand der Elektro-Antrieb – für Autos und vor allem für Fahrräder. Viele Besucher haben Probefahrten gemacht, Erfahrungsberichte angehört, Vorführungen angeschaut und sich beraten lassen.

Eröffnet hat Oberbürgermeister Daniel Rapp das Spektakel zusammen mit Winfried Hermann. Der baden-württembergische Verkehrsminister war auch schon beim ersten Ravensburger Mobilitätstag im Jahr 2015 dabei. Auf der Bühne hat der OB aktuelle Ravensburger Verkehrsthemen aufgegriffen, etwa den Luftreinhalteplan: Den unterstütze die Stadt. Zu Fahrverboten werde es deswegen jedoch nicht kommen, sagte Rapp. „Wir werden andere Ideen haben.“ Was den Molldietetunnel angeht, könne die Stadt auf die Unterstützung des Verkehrsministers zählen.

TWS vermieten Räder

Bei der Mobilität werde es in Zukunft weniger darauf ankommen, eigene Fahrzeuge zu besitzen, prognostiziert der OB. Es gehe eher um den Zugang zu Fahrzeugen, zum Beispiel per Carsharing oder Bikesharing. In diesem Sinn sei auch der Plan der TWS, künftig zehn Fahrräder mit Elektro-Antrieb zu vermieten. Wie das in der Praxis aussehen wird, zeigen Mitarbeiter der Firma Velocity am Stand der TWS. Die Fahrräder werden an einer Andockstation geparkt und aufgeladen. Wer seine Kundenkarte ans Lesegerät auf der Säule daneben hält, kann den Port entriegeln und das Fahrrad nutzen.

Gleich nebenan strampelt eine Frau auf dem „Energiefahrrad“ der TWS. Nach einer Minute zeigt der Bildschirm an der Station, dass sie 1,9 Wattstunden Energie erzeugt hat. Was könnte sie mit dieser Energie anfangen, fragt die Frau noch ganz außer Atem. Wahrscheinlich nicht viel. Sie selber vermutet, dass eine Viertelstunde Pedal-Treten ausreichen würde, um mit der erzeugten Energie das Wasser für eine Tasse Tee zu erwärmen.

300 bis 500 Wattstunden Energie speichern die Akkus der Pedelecs am Stand des Ravensburger Fahrradgeschäfts Amann. Was ist ein E-Bike und was ein Pedelec? Beim Pedelec gibt es Unterstützung vom Akku nur dann, wenn der Radler auch selbst in die Pedale tritt, erklärt Wolfgang Amann. Anders beim E-Bike: „Da können sie auf Knopfdruck Gas geben – wie beim Mofa.“ Aber inzwischen werde der Begriff E-Bike oft für alle Fahrräder mit Elektro-Antrieb verwendet, also auch für Pedelecs.

20 Prozent aller verkauften Fahrräder sind Pedelecs und E-Bikes, berichtet Amann . Und gekauft werden sie beileibe nicht nur von Rentnern. „Bei uns in Oberschwaben geht es doch immer den Buckel rauf“ – wer da mit dem Rad einkaufen fahre oder die Kinder in den Kindergarten bringe, sei froh über elektrischen Zusatz-Antrieb, sagt der Fahrradhändler.

Familie Valin aus Ebenweiler hat am Stand des Weingartener Fahrradhändlers Bici ihr Traum-Transportrad gefunden: Leon und Liana, zwei der vier Kinder, sitzen in einer bequemen Kabine mit freier Sicht nach vorn. Liana will das Fahrrad am liebsten gleich mitnehmen. „In der Kabine sind die Kinder gut geschützt und sehen nicht nur meinen Rücken“, sagt die Mutter. Ihr gefällt auch die Tür an der Kabine: Die Kleinen können selbständig einsteigen. Dem Vater imponiert die Neigetechnik, der Riemenantrieb und der angekuppelte Anhänger, auf den er locker zwei Kinderfahrräder laden könnte.

Trotzdem darf Liana das Fahrrad nicht gleich mitnehmen. Es gibt noch so viel zu sehen: von elektrisch angetriebenen Einrädern, faltbaren E-Bikes, Pedalos und Dreirädern bis zu historischen Draisinen. OB Rapp begrüßt auf der Bühne unterdessen die Radler-Gruppen, die früh morgens bei einer Sternfahrt mitgemacht haben – vom Rathausteam über Handwerk pro Ravensburg und die Gruppe von der Dualen Hochschule bis zu Gemeinderäten und Agendagruppe.