Eissporthalle

„Drei Punkte wären mal wieder ganz gut“

Ravensburg / Lesedauer: 4 min

Kapitän Vincenz Mayer über die Situation der Towerstars und seine ungewohnte Rolle
Veröffentlicht:29.12.2017, 15:30
Aktualisiert:22.10.2019, 23:00

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Nach fünf Niederlagen in Folge sind die Ravensburg Towerstars am Samstag (20 Uhr) in der heimischen Eissporthalle gegen den EHC Freiburg zum Siegen verdammt, wollen sie den für die Play-offs so wichtigen Platz sechs nicht aus den Augen verlieren. Warum die Towerstars in der DEL 2 gerade eine solche Negativserie erleben, wie die Stimmung in der Mannschaft ist und wohin der Weg in dieser Saison noch hinführen soll, darüber hat sich Michael Panzram mit Towerstars-Kapitän Vincenz Mayer unterhalten.

Herr Mayer, haben Sie die knappe Niederlage beim Tabellenführer Bietigheim Steelers schon verdaut?

Mayer: Das war natürlich ärgerlich. Aber wir müssen auch das Positive daraus ziehen. Mit unserem Rumpfkader sind wir nach einem 0:2-Rückstand zurückgekommen und haben in der letzten Minuten das 2:2 geschossen. Mit diesem Punkt müssten wir eigentlich zufrieden sein, aber langsam brauchen wir auch mal wieder einen Sieg.

Die Mannschaft hat seit fünf Spielen nicht gewonnen. Ist der dezimierte Kader der Grund, dass es im Moment sehr schwierig ist, konstante Leistung zu bringen?

Es ist schwer gerade für uns. Uns fehlen ein paar wichtige Leute, wir spielen nur mit zwei statt vier Ausländern. Dazu kommt, dass wir viele Spiele haben. Das merkt man. Aber: Die Jungs zeigen Moral, wir rücken zusammen. Natürlich wäre es aber wichtig, bald wieder den ganzen Kader zur Verfügung zu haben.

Vor allem, um das Saisonziel Platz sechs nicht zu gefährden. Oder hat sich daran etwas geändert?

Wir haben absolut das Potenzial dazu in der Mannschaft – wenn wir alle gesund sind. Deswegen ist es unser Anspruch, vorne mitzuspielen.

Auch Sie selbst sind nicht von einer Verletzung verschont geblieben und mussten kurzzeitig aussetzen. Wie geht es Ihnen nach der Pause?

Es wird immer besser. Ich merke die Verletzung zwar noch ab und zu, aber da muss ich durch.

Sie spielen gerade in der Defensive, weil dort Ondrej Pozivil länger ausfällt. Wie geht es dem Stürmer Vincenz Mayer damit?

Natürlich ist es ungewohnt. Ich habe jetzt sechs Spiele auf dieser Position gemacht. Man kommt immer besser rein. Ich bin zwar normal Stürmer. Ich spiele aber da, wo ich der Mannschaft am besten helfen kann. Eishockey ist ein Teamsport. Wenn der Trainer mich hinten braucht, dann spiele ich hinten.

Der Kapitän geht mit gutem Beispiel voran und stellt sich in den Dienst der Mannschaft.

Genau. Wenn es die beste Lösung ist, dass ich Verteidiger bin, dann spiele ich da. Da habe ich überhaupt kein Problem damit.

Coach Jiri Ehrenberger betont zuletzt immer wieder die gute Moral und den Zusammenhalt in der Mannschaft. Ist das für Sie als Kapitän auch so deutlich spürbar?

Natürlich. Sonst wären wir in Bietigheim, bei einem der Topteams der Liga, nicht so zurückgekommen. Man merkt, wie wir zusammenrücken. Alle machen ihren Job gut. So müssen wir weitermachen, bis die Verletzten wieder zurückkommen.

Am Samstag geht es daheim gegen den EHC Freiburg . Da wäre es mal wieder Zeit für einen Sieg, oder?

Wir brauchen jeden Zähler. Langsam wären drei Punkte mal wieder ganz gut. Wir werden sehen, wie der Kader ausschaut. Dann werden wir angreifen und schauen, dass wir drei Punkte holen. Irgendwie.

Wie sehen Sie den bisherigen Saisonverlauf der Towerstars und wo soll der Weg noch hingehen?

Ich bin ein Mensch, der von Spiel zu Spiel schaut. Diese langfristigen Sachen sind nichts für mich. Man kann das nie verlässlich sagen. Zuletzt haben wir erst einige Spiele gewonnen, dann haben sich viele Spieler verletzt, dann haben wir viele Spiele hintereinander verloren – man weiß vorher nie, was wird. Wir müssen auf jeden Fall schauen, dass wir in die Play-offs kommen. Das ist unser Anspruch. Dann sehen wir weiter. Da kann alles passieren. Die Verletzten im Moment sollen wirklich keine Ausrede sein, wir haben immer noch genügend Potenzial. Aber mit einem vollen Kader ist es schon einfacher zu spielen, als mit 15 Leuten wie zum Beispiel in Bietigheim.

Zur Person

Vincenz Mayer (Jahrgang 1990) spielt seit eineinhalb Jahren für die Ravensburg Towerstars. Coach Jiri Ehrenberger hat den Stürmer Anfang der Saison zum Kapitän gemacht. Begonnen hat der aus Garmisch-Partenkirchen stammende Mayer vor mehr als zehn Jahren beim SC Riessersee. Die nächsten Stationen waren EC Peiting und EHC Passau, bevor zur Saison 2011/2012 der Wechsel zu den Grizzly Adams Wolfsburg in die DEL erfolgte. In fünf Jahren machte Mayer dort 257 Erstligaspiele. (mp)