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Umbau läuft

Dieser Neubau kommt auf den Hof der ehemaligen Parkettfabrik

Ravensburg / Lesedauer: 3 min

In der Ravensburger Nordstadt entsteht ein Neubau auf dem Hof der ehemaligen Parkettfabrik - jetzt haben die Investoren erstmals ihre Pläne gezeigt.
Veröffentlicht:12.02.2024, 19:00

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Der Fabrik-Bau mit der Villa des Fabrikanten Carl Sterkel sind als Teil der Ravensburger Industrie-Geschichte denkmalgeschützt - doch jetzt wird das Areal um einen Neubau ergänzt. Die Investoren Albert Wasmeier, ehemaliger Gesellschafter der Firma Rafi in Berg, und der Ravensburger Diplom-Ingenieur Holger Traub bauen dort ein Bürogebäude, das in mehrerlei Hinsicht Trends in der Arbeitswelt zeigt.

Lage ist für Käufer und Mieter entscheidend

Das Autohaus Schuhbauer hat im Sommer 2022 geschlossen und die Eigentümer haben das gesamte Gelände verkauft. Wasmeier hält den Standort für so attraktiv, dass er mit Bauingenieur Holger Traub zugeschlagen hat. Im Hof, wo bisher Fahrzeuge des Autohauses parkten, bauen sie schon bald einen vierstöckigen Bürokomplex. Wasmeier rechnet für den Neubau mit Kosten von sieben Millionen Euro.

Die Nähe zur Altstadt, die Nähe zum Bahnhof - das waren die Argumente, die das Duo zum Kauf des Geländes und dem Neubau im Hof veranlasst haben. Aus denselben Gründen hat sich bereits eine IT-Firma als Mieter für drei von vier Etagen aufgetan. Die Lage sei für die Mitarbeiter optimal, erklärt Wasmeier.

Firmen wollen Fachkräfte mit modernen Räumen locken

Die Firma könne durch die frühe Zusage vor dem Bau nun auch bei der Gestaltung der Büroräume mitentscheiden. Ein weiterer Vorteil. Denn Firmen sei es immer wichtiger, besonders ansprechend gestaltete Büroräume zu haben, um damit bei der Personalgewinnung zu punkten, ergänzt Traub. Fachleute zu gewinnen, werde immer schwieriger, deshalb komme es auch auf solche Faktoren vermehrt an. Zur Arbeitsplatzattraktivität könnte auch eine begrünte Dachterrasse einzahlen, die von den Mitarbeitern genutzt werden kann.

Auf einer Hälfte des Flachdachs sind Solarplatten angebracht. Das Gebäude wird mit Wärmepumpen geheizt. Beim Bau wird zum Teil recycelter Beton verwendet. Alle Baumaterialien sollen möglichst umweltfreundlich sein. Denn Traub und Wasmeier wollen das „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude“, ein staatliches Qualitätssiegel für Gebäude, bekommen. Wenn das Haus fertig ist, wird laut Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen unabhängig geprüft, ob die Anforderungen erfüllt sind.

Unternehmen suchen gezielt umweltfreundliche Neubauten

Gewerbliche Mieter sind nach Angaben der Investoren gezielt auf der Suche nach solchen Gebäuden. Ein geringer oder durch Ökostrom gedeckter Energiebedarf ist für sie wichtig, um ein Unternehmen als klimafreundlich bezeichnen zu können. Aber Wasmeier baut auch aus eigener Überzeugung umweltfreundlich, wie er sagt. Er sei überzeugt, dass der einzelne Bürger mehr zum Umweltschutz beitragen könne, als die Ampel im Moment auf den Weg bringe.

Auf eine Tiefgarage wird bei dem Bau verzichten, weil im Untergrund Altlasten lagern. Deren Entsorgung ist teuer. Daher wolle man nicht zu weit in die Tiefe gehen, erläutert Traub. Autos der Mitarbeiter sollen künftig in der bisherigen Autohaus-Werkstatt geparkt werden.

Kesselhaus kann man weiterhin für Feiern mieten

Das Baudezernat der Stadt Ravensburg habe in Aussicht gestellt, dass im März die Baugenehmigung vorliegen wird. Dann könnten im April die Bagger anrollen. Im dritten Quartal 2025 soll alles fertig sein.

Der Fabriktrakt, wo das Autohaus seinen Showroom hatte, wird derzeit für eine Steuerberaterkanzlei umgebaut, die dort im April 2024 einziehen will.

Das Kesselhaus auf dem Gelände wird auch weiterhin als Veranstaltungslocation vermietet. Entlang der Ulmer Straße steht ein Gebäudetrakt leer, der einst für die Holztrocknung und als Lager genutzt wurde. Doch auch dafür wollen Traub und Wasmeier langfristig eine Idee entwickeln.