Bauverwaltung

„Die Bauverwaltung meuchelt den Eschersteg“

RAVENSBURG / Lesedauer: 2 min

„Die Bauverwaltung meuchelt den Eschersteg“
Veröffentlicht:30.09.2010, 13:50
Aktualisiert:26.10.2019, 00:00

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Das „Bürgerforum Altstadt“ hat harsche Kritik an der Ravensburger Bauverwaltung geübt: Die Entscheidung in Sachen Eschersteg sei ein neuerliches Beispiel dafür, dass Kontinuität, planerischer Weitblick und Bürgernähe bei den Verantwortlichen im Bauamt fehlten.

Wie die SZ berichtete, wird der Eschersteg, ein 100 Jahre altes Industriedenkmal, auf Beschluss des Technischen Ausschusses nun aus Kostengründen doch nicht wie vorgesehen wieder aufgebaut. Der Eschersteg führte einst nördlich des Ravensburger Bahnhofs über die Gleise, wurde vor fünf Jahren abgebrochen und lagert seitdem im Bauhof Mariatal.

Der Wiederaufbau hätte insgesamt 800 000 Euro gekostet, rund die Hälfte davon hätte die Stadt tragen müssen, 100 000 Euro wurden über das Denkmalschutzsonderprogramm des Bundes bereitgestellt. Diese Summe wird nun zurück überwiesen. „Dies deshalb, weil Verantwortliche der Ravensburger Bauverwaltung offensichtlich kein baureifes, beschlussfähiges Konzept vorlegen konnten“, schreiben der Vorstand und Beirat des „Bürgerforums Altstadt“ in einer Pressemitteilung. Das Bürgerforum engagiert sich seit Jahren für den Erhalt alter Bausubstanz in Ravensburg und hat einen eigenen „Förderverein Eschersteg“ gebildet.

Die Initiative kritisiert weiter, Baubürgermeisterin Stephanie Utz habe noch im Februar 2009 in der Presse erklärt „die Sanierung des Eschersteges soll heuer noch beginnen und 2010 abgeschlossen werden“. Das Bürgerforum Altstadt weiter: „Im Frühjahr 2012 soll nun der Gemeinderat eine Entscheidung fällen über die endgültige Sanierung und den Wiederaufbau des Eschersteges – vermutlich ohne den Zuschuss von 100 000 Euro.“ Maria Ballarin vom Vorstand ist entrüstet: „Nach professioneller, weitsichtig ausgerichteter Arbeit sieht das nicht gerade aus, eher nach Agieren nach Zufallsprinzip und Durchwurstelei.“

Es fehlten „Kontinuität und planerischer Weitblick bei Bauamtsverantwortlichen“, kritisiert die Bürgerinitiative: „Fehlanzeige auch, was Bürgernähe anbelangt. Seit Jahren gibt es einen Förderverein Eschersteg. Wurde diese Bürgergruppe über den bevorstehenden Beschluss informiert? Hat die verantwortliche Bauverwaltung mit diesen Bürgern gesprochen? Nein!“, heißt es in der Presserklärung.

Maria Ballarin beklagt, es gebe keinen verantwortungsvollen, fürsorglichem Umgang mit dem über 100 Jahre alten Industriebaudenkmal. Dies gelte auch für den Umgang mit den Bürgern und den mit den Linden hinter der Räuberhöhle. Ballarin in der Presseerklärung: „Eigentlich gäbe es beinahe einen Grund, mit Blick auf die Chefetage im Bauamt, vor sich hinzuverzweifeln: Veitsburgdebakel, geplante Lindenhinrichtung, Escherstegmeuchelei.“

Eine Hoffnung sieht das Bürgerforum noch: „Der neue OB hat in seinem Wahlkampf die Entwicklung des Schussenstrandes thematisiert. In diesem Zusammenhang ist der Eschersteg zu sehen – Naherholungsbereich stadtnah mit entsprechender Anbindung.“