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Corona-Newsblog: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten steigt weiter - auf 195,7

Ravensburg / Lesedauer: 16 min

+++ Politiker fordern „Booster-Gipfel“ +++ Breitner hat in Impfdebatte „null Verständnis“ für Kimmich +++ Maskenverweigerer randaliert in Bad Schussenried +++
Veröffentlicht:31.10.2021, 06:00
Aktualisiert:13.11.2021, 16:12

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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg : ca. 35.100 (634.615 Gesamt – ca. 588.500 Genesene -10.997 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 10.997
  • Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 187,8
  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland : ca. 226.300 (4.597.550 Gesamt – ca. 4.275.500 Genesene - 95.729 Todesfälle )
  • Todesfälle : 95.729
  • Sieben-Tage-Inzidenz Deutschland: 149,4

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten steigt weiter auf 195,7 (17.53 Uhr)
  • Inzidenz steigt , Politiker fordern „Booster-Gipfel“ (15.40 Uhr)
  • Breitner hat in Impfdebatte „null Verständnis“ für Kimmich (13.37 Uhr)
  • Maskenverweigerer randaliert in Bad Schussenried (11.19 Uhr)
  • RKI registriert 16.887 Corona-Neuinfektionen (09.21 Uhr)

++ Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten steigt weiter auf 195,7

(17.53 Uhr) Die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg ist am Sonntag auf 195,7 gestiegen. Am Samstag lag sie bei 187,8, am Freitag bei 181,2. Der Wert gibt an, wie viele neue Infektionen mit dem Coronavirus pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche den Behörden gemeldet wurden.

Wie aus dem Corona-Bericht des Landesgesundheitsamtes hervorgeht , wurden binnen 24 Stunden 1612 weitere Corona-Infektionen gemeldet. Damit liegt die Zahl der bestätigten Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie bei 636.391. Es gab fünf weitere Todesfälle. Im Zusammenhang mit dem Virus sind damit nun 10.999 Menschen im Südwesten gestorben.

Die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen im Südwesten kletterte am Sonntag um 12 auf 271 - und lag damit zum dritten Mal über der wichtigen 250er-Marke. Wird diese an zwei Werktagen hintereinander erreicht oder überschritten, gelten in Baden-Württemberg vom nächsten Tag an automatisch Einschränkungen für viele ungeimpfte Menschen. Das könnte nun frühestens am kommenden Mittwoch passieren - und zwar dann, wenn auch am Dienstag die 250er-Marke überschritten wird. Der Montag ist in Baden-Württemberg ein Feiertag.

Die Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz lag am Sonntag bei 4,08. Sie gibt die Zahl jener Menschen an, die pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche mit Corona-Symptomen in eine Klinik kommen. Liegt sie an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen bei 8,0 oder darüber, ist das ebenfalls ein Kriterium für die Corona-Warnstufe.

++ Inzidenz steigt, Politiker fordern „Booster-Gipfel“

(15.40 Uhr) Der starke Anstieg der Corona-Fallzahlen heizt die Diskussion über raschere Auffrischungsimpfungen vor dem Winter an.

Bund und Länder sollten darüber bei einem Gipfel beraten, forderten am Wochenende sowohl Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und CSU-Chef Markus Söder als auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Die Sorge vor einer erneuten Überlastung der Krankenhäuser wächst. Auch die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnte vor Leichtfertigkeit im Umgang mit der Pandemie.

Die Zahl der Geimpften steigt nur noch langsam. Eine Auffrischungsimpfung gegen die mit der Zeit nachlassende Wirkung des Impfstoffes nehmen viel weniger Menschen wahr, als es könnten. Vor allem Risikogruppen wird die Auffrischung empfohlen.

«Aktuelle Daten aus Israel zeigen, dass das Boostern einen ganz entscheidenden Unterschied macht , um die vierte Welle zu brechen», sagte der geschäftsführende Gesundheitsminister Spahn der «Bild am Sonntag» («BamS»). «Wir brauchen einen Booster-Gipfel von Bund und Ländern.»

Lauterbach verlangte ein Bund-Länder-Treffen um zu klären, wie viele Auffrischungsimpfungen bisher erfolgt sind und wie das Tempo erhöht werden kann. «Wir haben bisher keinen vollständigen nationalen Überblick, wie viele Booster-Impfungen es in den Pflegeeinrichtungen überhaupt schon gegeben hat», sagte er dem «Tagesspiegel». «Es muss jetzt, sehr schnell gehen.» Durch die Koalitionsverhandlungen von SPD, Grünen und FDP dürfe es keinen Schwebezustand geben.

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++ Breitner hat in Impfdebatte „null Verständnis“ für Kimmich

(13.37 Uhr) Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Paul Breitner hat in der Impfdebatte um Joshua Kimmich die Haltung des Bayern-Profis scharf kritisiert . „Ich brauche mit niemandem darüber zu diskutieren, ob er sich impfen lassen soll oder nicht. Für mich gibt es nur die Richtung, sich impfen zu lassen. Und da geht es nicht um eine Vorbildfunktion, sondern es geht um den Einzelnen. Wenn er sich dagegen entscheidet, dann habe ich null Verständnis dafür“, sagte Breitner im „Sonntags-Stammtisch“ des BR Fernsehen.

Die Debatte habe mit einer Vorbildfunktion „grundsätzlich überhaupt nichts zu tun, sondern es geht um ihn“, betonte der 70 Jahre alte frühere Führungsspieler des FC Bayern München.

Breitner halte es im konkreten Fall mit einer Aussage von Jürgen Klopp. Der Trainer des FC Liverpool hatte Anfang Oktober in der damals im englischen Fußball scharfen Debatte um ungeimpfte Profis sinngemäß gesagt, dass die Verweigerung einer Corona-Impfung wie Alkohol am Steuer sei .

Er meinte damit und hätte vielleicht auch sagen können: Sich nicht impfen zu lassen, ist potenzielle, vorsätzliche Körperverletzung “, meinte Breitner, der in seiner Mannschaft ungeimpfte Spieler nicht einsetzen würde.

Kimmich hatte vor einer Woche nach dem 4:0 der Münchner gegen Hoffenheim eingeräumt , bislang nicht gegen das Coronavirus geimpft zu sein. Das hatte bei Verständnis auch heftige Kritik zur Folge. Er habe „persönlich noch ein paar Bedenken, gerade, was fehlende Langzeitstudien angeht“, hatte Kimmich erklärt. Daraufhin war eine heftige Debatte auch um eine mögliche Vorbildfunktion entbrannt.

++ Maskenverweigerer randaliert in Bad Schussenried

(11.19 Uhr) Völlig uneinsichtig zeigte sich am Samstag, gegen 17.55 Uhr, ein 38-jähriger Mann in Bad Schussenried. Er wollte ohne eine Mund-Nase-Bedeckung in einem Supermarkt in der Wilhelm-Schussen-Straße einkaufen gehen. Die Angestellten verweigerten ihm den Zutritt. Der Mann trat einen Aufsteller kaputt und schlug mit seinem Rucksack nach dem Personal.

Die Beamten nahmen die Strafanzeige auf und erteilten einen Platzverweis. Diesem kam der Randalierer jedoch nicht nach. Schließlich wurde er in Gewahrsam genommen. Ein Alkoholtest ergab einen Wert um 2 Promille. Nach einer Haftfähigkeitsuntersuchung durfte der Mann in einer Zelle wieder zur Ruhe kommen .

++ RKI registriert 16.887 Corona-Neuinfektionen

(09.21 Uhr) Der seit gut zwei Wochen anhaltende Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland setzt sich fort. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 149,4 an.

Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 145,1 gelegen, vor einer Woche bei 106,3 . Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 16.887 Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 13.732 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 33 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 23 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.597.550 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter - gab das RKI am Freitag mit 3,50 an (Donnerstag: 3,31, Mittwoch: 3,07). Am Samstag und Sonntag wird der Wert nicht veröffentlicht.

Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden . Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.275.500 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 95.729.

Das waren die Meldungen vom Samstag

++ Ministerium: Alle haben grundsätzlich Anspruch auf Corona-Booster

(15.22 Uhr) Alle Bürger haben grundsätzlich Anspruch auf eine Corona-Auffrischungsimpfung. Darauf hat das Gesundheitsministerium am Samstag noch einmal per Twitter hingewiesen. Es bezog sich dabei auf die Impfverordnung. Für einige Personengruppen seien die Auffrischungsimpfungen (Booster-Impfungen) aber besonders sinnvoll. Das Ministerium verwies dabei auf seine Seite im Internet, auf der diese Personengruppen aufgelistet sind. Dazu zählen zum Beispiel Menschen mit einer Immunschwäche und Menschen ab 60 Jahren - "nach individueller Abwägung und ärztlicher Beratung", wie es dort heißt.

Zuvor hatten Ärztevertreter Kritik an Spahn geübt. "Wir sind verärgert, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Erwartungen schürt, Booster-Impfungen seien für alle möglich", sagte das Vorstandsmitglied des Hausärzteverbands, Armin Beck, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Die Hausärzte folgen der Empfehlung der Ständigen Impfkommission, und diese empfiehlt aktuell Drittimpfungen nur für über 70-Jährige und wenige andere Gruppen." Durch Spahns Äußerungen werde nun aber der Aufklärungs- und Diskussionsbedarf in den Praxen größer. Wenn die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Empfehlung ausweite, würden die Hausärzte auch diese Personengruppen impfen, kündigte er an.

Ärztepräsident Klaus Reinhardt sagte dem RND: "Für die Notwendigkeit von Auffrisch-Impfungen für Menschen jeglichen Alters gibt es bisher keine ausreichende wissenschaftliche Evidenz. " SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erklärte am Samstag via Twitter, man brauche jetzt eine klare Kampagne zur Booster-Impfung für alle über 70-Jährigen. "Für sie ist Booster Wirkung ab jetzt lebensnotwendig, da für sie Durchbruchinfektionen tödlich enden können. Dritte Impfung ein Muss für sie. Andere später dran. Das muss man klar kommunizieren."

++ Draghi unterstreicht Impfziel: 70 Prozent weltweit bis Mitte 2022

(13.01 Uhr) Italiens Ministerpräsident Mario Draghi hat als Vorsitzender der G20-Länder das Ziel bekräftigt, bis zur Mitte des nächsten Jahres mehr als zwei Drittel der Weltbevölkerung gegen das Coronavirus zu impfen. Man sei nah dran, das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu erreichen, bis Ende Dezember 40 Prozent der Menschen zumindest eine Impfdosis zu geben , sagte Draghi in seiner Auftaktrede zum G20-Gipfel am Samstag in Rom. "Nun müssen wir alles tun, um bis Mitte 2022 70 Prozent zu erreichen."

Draghi kritisierte die großen Unterschiede bei den Impffortschritten. Während in reichen Staaten rund 70 Prozent der Einwohner mindestens einmal geimpft seien, falle die Quote bei den ärmsten Ländern auf drei Prozent . Diese Unterschiede seien "moralisch nicht akzeptabel" und "untergraben" den weltweiten Kampf gegen die Pandemie, sagte er.

Generell warb Italiens Regierungschef stark für mehr internationale Kooperation bei den drängenden Problemen. Schon vor der Corona-Zeit hätten Protektionismus und Nationalismus zugenommen, bemängelte er. "Im Hinblick auf alle unseren Herausforderungen wird immer klarer, dass Multilateralismus die beste Antwort auf die Probleme ist, die wir heute haben. In vielerlei Hinsicht ist es die einzige Antwort."

++ Merkel in "großer Sorge" wegen aktueller Pandemielage

(11.11 Uhr) Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen warnt die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel vor Leichtfertigkeit im Umgang mit der Pandemie. Die aktuelle Entwicklung der Hospitalisierungswerte und der Todeszahlen bereite ihr "große Sorgen", sagte die frühere CDU-Chefin der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". " Sie sollte uns allen Sorgen bereiten. "

Sie stehe dennoch weiter dazu, dass es hierzulande keine Impfpflicht gibt, betonte Merkel. "Aber dass zum Beispiel noch zwei, drei Millionen Deutsche über 60 ungeimpft sind, stimmt mich sehr traurig , weil das einen Unterschied machen könnte für sie persönlich wie für die ganze Gesellschaft."

Zum Fall des ungeimpften Bayern-Profifußballers Joshua Kimmich sagte Merkel, auch dieser habe das Recht, sich nicht impfen zu lassen. Zu Kimmichs Begründung, der unter anderem auf fehlende Langzeitstudien zu den Impfstoffen verwiesen hatte, sagte Merkel, es gebe ja "sehr gute Sachargumente, die allgemein verfügbar sind". Weiter sagte sie: " Vielleicht macht sich Joshua Kimmich darüber ja auch noch Gedanken . Er ist ja als sehr reflektierter Fußballer bekannt."

Zu den einschneidenden Beschränkungen der Freiheitsrechte während der Pandemie sagte Merkel, sie habe es als Aufgabe des Staates gesehen, die Gesundheit möglichst vieler Menschen zu schützen und zu verhindern, dass die Krankenhäuser überlastet werden. "Natürlich lässt sich trefflich über diese oder jene Maßnahme streiten." Die vielleicht kontroverseste sei ja die Ausgangsbeschränkung gewesen. "Wer das karikieren wollte, fragte, was so schlimm daran sei, wenn ein Einzelner nach 22 Uhr allein auf der Straße läuft." Es sei aber darum gegangen, Treffen und Kontakte zu verhindern . Verglichen etwa mit Frankreich seien die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit im Übrigen noch zurückhaltend gewesen. "Dort gab es Einschränkungen im Radius, in der Stundenzahl, mit Formularen und vielem mehr."

Zu Vorwürfen, sie habe zu wenig Verständnis für die Belastung für Kinder gehabt, sagte Merkel: " Für die Kinder und Jugendlichen war es besonders bitter - das wusste ich zu jedem Zeitpunkt. Wir haben ihnen viel abverlangt."

++ Ärztepräsident warnt vor größeren Klinik-Belastungen

(09.58 Uhr) Ärztepräsident Klaus Reinhardt wirbt angesichts der schnelleren Corona-Ausbreitung für gezielte Auffrischungsimpfungen und warnt vor größeren Belastungen der Kliniken. "Noch ist die Situation beherrschbar", sagte der Chef der Bundesärztekammer der Deutschen Presse-Agentur. Man wolle aber auf keinen Fall erneut erleben, dass Pflegekräfte aus anderen Bereichen auf Corona-Stationen aushelfen und zum Beispiel planbare Operationen abgesagt werden müssten. Ärzte in Kliniken und Praxen, Pflegekräfte und medizinische Fachangestellte seien nach eineinhalb Jahren Pandemie an ihrer Belastungsgrenze. "Das sollten sich auch diejenigen vergegenwärtigen, die sich, aus welchen Gründen auch immer, noch nicht geimpft haben."

Reinhardt betonte: "Die dritte Corona-Impfung kann gerade bei älteren und vorerkrankten Menschen das Infektionsrisiko erheblich reduzieren." Die Ständige Impfkommission (Stiko) habe deshalb klare Impf-Empfehlungen für Menschen ab 70 Jahre, Vorerkrankte und Menschen aus bestimmten Berufen ausgesprochen. Er rate Bürgerinnen und Bürgern aus diesen Gruppen dringend, Angebote für Drittimpfungen wahrzunehmen. Solche Impf-Verstärkungen ("Booster") sind mindestens sechs Monate nach einer vollständigen Impfung möglich.

"Neben Impfungen in den Praxen brauchen wir möglichst viele niedrigschwellige Impfangebote am Arbeitsplatz, in Pflegeheimen und in Seniorenbetreuungseinrichtungen", sagte der Ärztepräsident. "Und wir müssen stärker aufklären. Die Politik hat radikalen Impfgegnern in den sozialen Netzwerken viel zu lange das Feld überlassen. Das war ein echtes Versäumnis." Jetzt sei die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gefragt, in Fernsehspots und im Internet über Auffrischimpfungen zu informieren und vielen falschen Behauptungen seriöse Informationen entgegenzusetzen.

++ RKI registriert 21 543 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 145,1

(09.54 Uhr) Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut deutlich angestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 145,1 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 139,2 gelegen, vor einer Woche bei 100,0. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 21 543 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.15 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 15 145 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 90 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 86 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4 580 663 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter - gab das RKI am Freitag mit 3,50 an (Donnerstag: 3,31, Mittwoch: 3,07). Am Samstag und Sonntag wird der Wert nicht veröffentlicht. Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4 267 500 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 95 696.

Das waren die Meldungen vom Freitag:

++ Biontech-Impfung für Kinder bekommt in den USA Notfallzulassung

(21.42 Uhr) Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer hat in den USA nun auch für den Einsatz bei Kindern zwischen fünf und elf Jahren eine Notfallzulassung bekommen . Nachdem ein Beratergremium der FDA sich am Dienstag dafür ausgesprochen hatte, gewährte die US-Arzneimittelbehörde die Notfallzulassung am Freitag. Im Anschluss muss sich nun formell auch noch die Gesundheitsbehörde CDC damit befassen.

Damit kann die Impfkampagne für die etwa 28 Millionen betroffenen Kinder in den USA nun — wie vom Weißen Haus bereits geplant — noch im November starten. Innerhalb der kommenden Tage sollen 15 Millionen Dosen Impfstoff an Kinderärzte, Kliniken und Apotheken ausgeliefert werden.

Auch in Europa haben das deutsche Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer eine Zulassung ihres Corona-Impfstoffs für Kinder dieser Altersgruppe beantragt.

++ Warnstufe für Baden-Württemberg rückt näher

(19.47 Uhr) In Baden-Württemberg werden Einschränkungen für viele ungeimpfte Menschen Mitte der kommenden Woche wahrscheinlicher. Die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen im Südwesten kletterte am Freitag (Stand: 16.00 Uhr) auf 258 und lag damit erstmals über der politisch wichtigen 250er-Marke, wie das Landesgesundheitsamt in seinem Corona-Tagesbericht mitteilte.

Wird die 250er-Hürde an zwei Werktagen hintereinander erreicht oder überschritten, gelten in Baden-Württemberg vom nächsten Tag an automatisch Einschränkungen für viele ungeimpfte Menschen. Dazu könnte es nun frühestens am kommenden Mittwoch kommen - und zwar dann, wenn auch am Dienstag die 250er-Marke überschritten wird.

Der kommende Montag ist in Baden-Württemberg ein Feiertag. Am Donnerstag hatte die Zahl der Corona-Intensivpatienten noch bei 246, am Mittwoch bei 242 und am Freitag vergangener Woche bei 211 gelegen.

Bei einer Warnstufe würden wieder Kontaktbeschränkungen gelten: Ein Haushalt dürfte sich nur noch mit fünf weiteren Personen treffen. Ausgenommen davon wären Genesene und Geimpfte, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Menschen, die sich zum Beispiel aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Zudem müssten Menschen, die weder gegen das Virus geimpft noch von einer Covid-19-Erkrankung genesen sind, in vielen Bereichen negative PCR-Tests vorweisen.

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