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Corona-Newsblog: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Wochenende

Ravensburg / Lesedauer: 19 min

+++ Neue Verordnung für Baden-Württemberg kommt erst morgen +++ Online-Handel erwartet gutes Weihnachtsgeschäft +++ Bouffier verteidigt Lockerungen zu Weihnachten +++
Veröffentlicht:29.11.2020, 07:45
Aktualisiert:30.11.2020, 06:18

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ie wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesen Infizierte : ca. 41.944 (145.615 Gesamt - ca. 101.000 Genesene - 2.671 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 2.671
  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Deutschland : ca. 304.277 (1.042.700 Gesamt - ca. 722.300 Genesene - 16.123 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 16.123

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Neue Corona-Verordnung für Baden-Württemberg kommt erst Montag (19.04 Uhr)
  • Landratsamt meldet zwölftes Todesopfer im Bodenseekreis (20.53 Uhr)
  • Bouffier verteidigt Lockerungen zu Weihnachten (15.06 Uhr)
  • Online-Handel erwartet gutes Weihnachtsgeschäft (17.17 Uhr)
  • Corona-Beschlüsse: Beteiligung von Menschen mit Behinderung gefordert (8.45 Uhr)
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++ Landratsamt meldet zwölftes Todesopfer im Bodenseekreis

(20.53 Uhr) Die Corona-Pandemie hat am vergangenen Wochenende das zwölfte Todesopfer im Bodenseekreis gefordert. Dies bestätigte Landratsamtssprecher Robert Schwarz auf Anfrage der „Schwäbischen Zeitung“. Die Person, zu deren Identität von Behördenseite keine näheren Angaben gemacht wurden, war am Samstag verstorben .

++ Neue Corona-Verordnung für Baden-Württemberg kommt erst Montag

(19.04 Uhr) Die neuen Corona-Regeln für Baden-Württemberg will die Landesregierung erst am Montag verkünden. Das teilte ein Sprecher des Staatsministeriums in Stuttgart am Sonntagabend mit. In Kraft treten soll die Verordnung am Dienstag .

Am Freitag war noch mit einer Veröffentlichung am Wochenende gerechnet worden. Bis zuletzt waren die Ministerien dem Vernehmen nach in der Absprache, wie die jüngsten Beschlüsse von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Baden-Württemberg umgesetzt werden sollen.

Mehr dazu lesen Sie hier.

++ Online-Handel erwartet gutes Weihnachtsgeschäft

(17.17 Uhr) Online-Boom und City-Frust: Am ersten Adventswochenende zeigt sich der Handel in Deutschland zwischen Umsatzplus und Existenzsorgen. Gerade in den Stadtzentren blicken viele Händler wegen der Folgen der Corona-Krise mit Sorge in die Zukunft .

„Die Aussichten für das Weihnachtsgeschäft sind in diesem Corona-Jahr vor allem für viele innerstädtische Händler und dort insbesondere die Modehäuser beunruhigend schlecht“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands HDE, Stefan Genth, am Sonntag. „Am Ende könnten ganze Stadtzentren verloren gehen .“

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Zwar erwartet der HDE für November und Dezember im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Umsatzplus von 1,2 Prozent auf 104 Milliarden Euro. Dennoch: Einer Verbandsumfrage zufolge rechnet wegen der Verlängerung des Teil-Lockdowns in der Vorweihnachtszeit mehr als die Hälfte der Händler für den Dezember mit deutlich weniger Kunden und sinkenden Umsätzen.

„Die Menschen kaufen auch in der Corona-Krise viele Weihnachtsgeschenke, sie kaufen sie aber öfter online als sonst“, sagte Genth einer Mitteilung zufolge. So dürfte der Online-Handel seine Umsätze um rund ein Drittel steigern .

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++ Bouffier verteidigt Lockerungen zu Weihnachten

(15.06 Uhr) Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier verteidigt die Entscheidung von Bund und Ländern, trotz erhöhten Corona-Risikos der Bevölkerung zu Weihnachten und Silvester mehr Kontakte zu gestatten .

Der Staat brauche für seine Maßnahmen ein gewisses Maß an Akzeptanz, sagte der CDU-Politiker der Funke-Mediengruppe. „Viele Menschen wollen sich gerade um die Weihnachtszeit mal wieder sehen. Wenn wir darauf nicht eingehen, werden wir große Probleme bekommen .“

Wenn an Weihnachten gelockert werde, dann aus guten Gründen. Aber das Risiko steige. „Wir bauen darauf, dass die Menschen sich trotz der Lockerungen vernünftig verhalten “, sagte er.

++ Skiferien oder nicht? Ferienwohnungen boomen in der Schweiz

(12.30 Uhr) Während die deutsche Politik noch massiv für eine europaweite Schließung der Skigebiete über Weihnachten wirbt, zeichnet sich in der Schweiz mancherorts ein gutes Geschäft ab. Die Vermietungsplattform E-Domizil, die 14.000 Ferienwohnungen anbietet, meldet für den Dezember ein Plus von 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie eine Sprecherin der „NZZ am Sonntag“ sagte.

Sie bietet viele Objekte in Skigebieten an. Auch Engadin St. Moritz Tourismus geht bei Ferienwohnungen und Wintercamping von einem kleinen Boom aus, sagte eine Sprecherin.

Insgesamt erwarten die Wintersportorte, die sonst viele ausländische Gäste haben, nach Umfragen allerdings Einbußen, in Zermatt etwa um 30 Prozent, so die Zeitung.

++ Olympia-Verlegung kostet rund 1,6 Milliarden Euro zusätzlich

(12.22 Uhr) - Die Verschiebung der Olympischen Sommerspiele in Tokio aufgrund der Corona-Pandemie könnte einem japanischen Zeitungsbericht zufolge zusätzliche Kosten in Höhe von umgerechnet rund 1,6 Milliarden Euro verursachen. Wie die „Yomiuri Shimbun“ am Sonntag unter Berufung auf Veranstalterkreise berichtete, entscheiden die Organisatoren Mitte Dezember formell über das erhöhte Budget. Ursprünglich hatten die Veranstalter mit Gesamtkosten von umgerechnet knapp elf Milliarden Euro gerechnet.

Wegen der weltweiten Corona-Krise mussten die Olympischen Sommerspiele 2020 auf das kommende Jahr verschoben werden. Sie sollen nun am 23. Juli 2021 beginnen.

Die zusätzlichen Gelder sind laut dem Zeitungsbericht dadurch notwendig geworden, dass unter anderem Hallen und Stadien sowie Transportmöglichkeiten neu gebucht werden müssen; zudem erhöhen sich die Personalkosten . Um die zusätzlichen Kosten abzufedern, hatten die Organisatoren bereits im vergangenen Monat Einsparungen in Höhe von umgerechnet rund 208 Millionen Euro vorgenommen, doch reichten diese bei weitem nicht aus.

Unklar ist unterdessen, ob die Spiele im kommenden Jahr vor Publikum stattfinden können . Eine Entscheidung darüber soll im Frühjahr getroffen werden. Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, äußerte sich Anfang des Monats „sehr zuversichtlich“, dass Fans bei den Spielen anwesend sein können.

In der japanischen Bevölkerung scheint die Begeisterung für den internationalen Wettbewerb jedoch nachgelassen zu haben. Umfragen im Sommer ergaben, dass nur noch jeder Vierte für die Abhaltung der Spiele im kommenden Sommer ist - die meisten sprachen sich für eine erneute Verschiebung oder eine komplette Absage aus.

++ Baden-Württemberg stellt weitere 400.000 Euro Soforthilfe für die Unterbringung von Obdachlosen bereit

(12.03 Uhr) Die Corona-Krise und die damit verbundenen strengen Einschränkungen treffen Menschen ohne festen Wohnsitz insbesondere in der kalten Jahreszeit hart. Sie leben auf der Straße, haben keinen Rückzugsort. Sofern Notunterkünfte zur Verfügung stehen, teilen sich den Raum meist mehrere Menschen. Die Abstands- und Hygieneregeln können so nicht immer eingehalten werden. Hinzu kommt: Nicht alle Notunterkünfte haben rund um die Uhr geöffnet.

„Die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus ist für Menschen, die auf der Straße leben, ganz besonders hoch“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha am Sonntag. „Auch die verschärften Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus machen das Leben auf der Straße für Obdachlose nicht einfacher, im Gegenteil: Ein geschützter, wärmender Raum ist oftmals nur stundenweise oder gar nicht vorhanden.“

Mit der „Soforthilfe für Obdachlose Winter“ unterstützt das Land Kommunen sowie Stadt- und Landkreise finanziell, zusätzlich geeignete Räumlichkeiten zu finden , die eine Notübernachtung sicherstellen und tagsüber zum Aufenthalt geöffnet sind. Kommunen und Stadt- und Landkreise können ab sofort Anträge zur finanziellen Unterstützung stellen. Insgesamt stehen dafür 400.000 Euro zur Verfügung .

Die Anträge für die Soforthilfe sind hier abrufbar.

++ Jugendliche verstoßen gegen Corona-Vorschriften

(10.51 Uhr) Beamte des Polizeireviers Ravensburg haben am Samstagnachmittag 13 Jugendliche im Parkhaus Untertor angetroffen. Alle stammten aus verschiedenen Haushalten. Sie trugen weder Masken noch hielten sie sich an den Mindestabstand. Ihnen wurde ein Platzverweis erteilt und die Eltern verständigt. Sie müssen jetzt mit Anzeigen wegen entsprechender Ordnungswidrigkeiten rechnen.

++ Kinder wünschen sich vom Nikolaus, „dass Corona weggehen soll“

(8.45 Uhr) — Die Corona-Krise ist dieses Jahr auch in den Briefen von Kindern an den Nikolaus das Topthema . Es gebe kaum ein Schreiben, in dem die Pandemie nicht erwähnt sei, sagte Sabine Gerecke vom Nikolauspostamt in St. Nikolaus im Saarland der Deutschen Presse-Agentur. Auf Wunschzetteln stehe meist ganz oben, „dass Corona weggehen oder das Virus verschwinden soll“. Oder: „Dass die Kinder mit der ganzen Familie Weihnachten feiern und auch wieder die Oma besuchen wollen“, berichtete Gerecke als Leiterin der Aktion.

Es gebe auch viele Briefe, in denen die Kinder es bedauerten, dass der Nikolaus wegen Corona nicht vorbeikommen dürfe. Andere schrieben: „Bitt e vergiss deine Maske nicht, dann darfst du auch kommen“ oder „Nikolaus, bleib gesund!“. +++ Mehr zum Nikolauspostamt lesen Sie hier (Plus) +++

++ Corona-Beschlüsse: Beteiligung von Menschen mit Behinderung gefordert

(8.42 Uhr) — Die Belange von Menschen mit Behinderungen sollten in der Corona-Pandemie stärker in den Blick gelangen. Dazu rufen mehrere Verbände anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderungen am kommenden Donnerstag (3. Dezember) auf. Sie seien selbst zu beteiligen, wenn Corona-Maßnahmen beraten und beschlossen werden, zum Beispiel in gemeinschaftlichen Wohnformen oder Werkstätten, sagte die frühere Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt , die auch Vorsitzende der Organisation Lebenshilfe ist. „Auch in der politischen Beratung müssen sie immer berücksichtigt werden“, betonte die SPD-Abgeordnete.

Weder die Einrichtungen und Dienste der Behindertenhilfe und Psychiatrie noch die Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen würden bei relevanten Gesetzentwürfen ausreichend berücksichtigt, beklagt auch der Verband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie.

Ulrich Stoebe, Direktor der Diakonie Himmelsthür mit Hauptsitz in Hildesheim plädierte dafür, demnächst Menschen mit Behinderungen in Wohngruppen sowie deren Betreuer vorrangig gegen das Coronavirus zu impfen . „Menschen mit Behinderungen dürfen in der Pandemie nicht abgehängt werden“, sagte er.

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++ Lambrecht: Entschädigungen bis zum Ende der Corona-Auflagen geboten

(8.37 Uhr) Die Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hält staatliche Entschädigungszahlungen an die Wirtschaft für rechtlich geboten, bis die einschneidenden Corona-Auflagen aufgehoben werden . „Wir gehen alle davon aus, dass wir möglichst bald einen Impfstoff haben werden. Solange wir allerdings weitere so gravierende Einschränkungen erleben, solange muss es aus meiner Sicht auch Hilfen geben“, sagte Lambrecht der „Welt am Sonntag“. „Dies mildert die Schwere der Eingriffe ab und trägt dadurch auch zur Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen bei.“

Lambrecht räumte allerdings ein, dass auch die finanziellen Möglichkeiten des Bundes nicht grenzenlos seien. „Die Bekämpfung der Pandemie ist eine gesamtstaatliche Aufgabe, die von Bund und Ländern gemeinsam zu stemmen ist“, so die SPD-Politikerin. Lambrecht stellte sich damit an die Seite von Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU), der ebenfalls eine finanzielle Beteiligung der Länder gefordert hatte.

++ Forscher rät zu kreativem Umgang mit Weihnachten in der Pandemie

(8.20 Uhr) Der Geschäftsführer des Leibniz-Instituts für Resilienzforschung , Klaus Lieb, empfiehlt, in Zeiten der Pandemie einen kreativen Umgang mit dem Weihnachtsfest. „Weihnachten ist ein wichtiges Familienevent, aber wenn dabei die Gefahr droht, sich und andere zu gefährden, sollte man es noch einmal in Frage stellen und das Treffen verlegen , wie Hochzeiten derzeit auch“, sagte Lieb der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Die meisten Menschen antworteten auf die Frage, was ihnen im Leben am wichtigsten ist, „Gesundheit“ - und nicht „das Weihnachtsfest“.

Ein Treffen im ganz kleinen Kreise könne in diesem Corona-Winter ausreichen und es könne zugleich nach kreativen Geschenkideen und Möglichkeiten der Begegnung gesucht werden. Per Video zusammenkommen, dasselbe kochen und dann gleichzeitig essen und trinken etwa könne auch in der Adventszeit Spaß machen.

Im Zentrum der Resilienzforschung steht die Frage, warum Stress manche Menschen krank macht, andere unter gleichen Bedingungen aber gesund bleiben. Das renommierte Forschungsinstitut will das Verständnis von Resilienz mit Langzeitstudien vertiefen und hat zahlreiche internationale Studien zum Lockdown ausgewertet.

++ Lufthansa Cargo rechnet mit hohem Anteil bei Impfstoffverteilung

(8.09 Uhr) Die Lufthansa will bei der globalen Verteilung von Corona-Impfstoffen kräftig mitmischen. Aller Voraussicht nach würden größere Mengen in Mitteleuropa hergestellt, sagte der Chef der Frachttochter Lufthansa Cargo, Peter Gerber, der Deutschen Presse-Agentur. „Für diesen Fall ist klar, dass die Lufthansa Cargo eine wichtige Rolle spielt.“

Ein wichtiges Argument Gerbers ist neben den europäischen Pharma-Kapazitäten die etablierte Infrastruktur am Drehkreuz Frankfurt , an dem auch importierte Pharmazeutika umgeschlagen werden könnten. Aktuell stehen am größten deutschen Flughafen laut Betreiber Fraport an die 14.000 Quadratmeter „temperaturgeführte“ Umschlagkapazitäten zur Verfügung, wobei der größere Teil direkt von der Lufthansa Cargo selbst gemanagt wird. Im vergangenen Jahr wurden an Europas größtem Pharma-Drehkreuz rund 120.000 Tonnen Impfstoffe, Arzneimittel und andere Pharma-Produkte umgeschlagen. Das waren allerdings nur knapp 6 Prozent der Gesamtfracht.

„Wir haben sehr lange Erfahrungen mit dem Fliegen von Produkten, die gekühlt werden müssen“, sagt Gerber. Zu den Corona-Impfstoffen laufen nach seinen Angaben bereits seit Monaten Gespräche auf Experten-Ebene mit den Logistik-Dienstleistern und den Pharma-Herstellern. Weil mit ersten Zulassungen bereits im Dezember gerechnet wird, wird bereits kräftig verhandelt. Gerber rechnet mit einem Höhepunkt der Transportaufträge zwischen Mai und Oktober 2021 .

Heikel ist vor allem der Umgang mit Impfstoffen im Ultratiefkühlbereich zwischen -70 und -80 Grad, zu denen der Kandidat der Mainzer Firma Biontech gehört . „Wir mussten uns auf völlig neue Anforderungen einstellen“, sagt der Cargo-Chef. „Wir sind in einem konstanten Dialog mit Spediteuren und Herstellern, um da optimale Prozesse zu entwickeln.“

++ 14.611 Fälle deutschlandweit: Neuinfektionen unter Vorwochenniveau

(7.49 Uhr) — Erwartungsgemäß haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) am Wochenende vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet. Innerhalb eines Tages sind 14.611 neue Fälle übermittelt worden, wie das RKI am Sonntagmorgen bekanntgab. Zum Vergleich: Am gestrigen Samstag waren es 21.695 gemeldetete Neuinfektionen.

Der bisherige Höchststand war am Freitag vor einer Woche (20.11.) mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden. Am vergangenen Sonntag hatte die Zahl bei 15.741 gelegen. An Sonntagen und Montagen sind die Zahlen vergleichsweise gering, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird.

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden zudem 158 neue Todesfälle . In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Sars-CoV-2 Infektion gestorben sind, stieg auf insgesamt 16.123 .

Das Robert Koch-Institut zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 1.042.700 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 29. 11.,0 Uhr). Nach Schätzungen sind inzwischen rund 722.300 Menschen genesen.

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstagabend bei 0,96 (Vortag: 0,93). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 96 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

++ Bundespräsident macht Mut: „Pandemie wird uns Zukunft nicht nehmen“

(7.45 Uhr) — Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat der Bevölkerung zum Beginn der Adventszeit Mut zugesprochen. Obwohl wegen der Corona-Krise zunächst weiter Verzicht gefragt sei, könne Deutschland voller Zuversicht sein , schrieb das Staatsoberhaupt in einem Gastbeitrag für die „Bild am Sonntag“. Denn die Fortschritte der medizinischen Forschung gäben Hoffnung, dass die Pandemie nicht dauerhaft den Alltag beherrsche . „Die Pandemie wird uns die Zukunft nicht nehmen“, schrieb er.

Steinmeier lobte das Verhalten der Bevölkerung in der Krise seit dem Frühjahr. „Rücksicht und Solidarität der überwältigenden Mehrheit der Deutschen zeigen, dass unsere Gesellschaft zusammenhält, auch wenn die Zeiten rauer sind.“ Die vielfältige Unterstützung für diejenigen, die von der Krise besonders hart getroffen seien, bewiesen, dass die Demokratie der Krise nicht ohnmächtig gegenüberstehe , schrieb der Bundespräsident.

Aktuell sei aber aus Gründen des Infektionsschutzes Verzicht gefragt auf vieles, was die dunklen Tage normalerweise zum Leuchten bringe: „Der Besuch des Weihnachtsmarktes, das Beisammensein mit lieben Menschen, Weihnachtsfeiern im Verein, gemeinsames Singen… Der Verzicht auf all das fällt schwer — auch mir persönlich!“

Die Adventswochen seien in diesem Jahr stiller. „Aber auch wenn wir Abstand zueinander halten, können wir uns nahe sein“, schrieb Steinmeier und appellierte: „Zeigen wir den Menschen um uns herum Aufmerksamkeit und Zuneigung , schenken wir Hoffnung und öfter mal ein freundliches Wort , greifen wir zum Telefon oder schreiben wir — ganz altmodisch — mal wieder einen Brief!“

Er wünsche allen Menschen hierzulande Zuversicht und Zusammenhalt . „Bleiben wir beieinander und geben wir acht aufeinander: jetzt in den Zeiten von Corona und auch in der Zeit danach!“

Das waren die letzten Meldungen vom Samstag:

++ Corona-Hotspots verschärfen Hygiene-Regeln

(17.52 Uhr) Seit Samstag gelten in Passau angesichts der stark gestiegenen Zahl von Corona-Infektionen strenge Ausgangsbeschränkungen. Die Maßnahmen sollen zunächst eine Woche dauern, wie Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) am Freitag angekündigt hatte.

Passauer dürfen ihre Wohnung nur noch aus triftigem Grund verlassen , beispielsweise um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen . Außerdem gilt ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Die Stadt verordnet Wechselunterricht für die Jahrgangsstufen sieben bis elf - mit Ausnahme von Abschlussklassen an Mittel- und Realschulen.

Passau hatte am Freitag einen Wert von knapp 440 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen erreicht. Frühestens bei dem Rückgang der Infektionszahlen auf einen Wert von 300 könnten die Beschränkungen wieder gelockert werden, sagte Dupper am Freitag. Ab einem Wert von 50 gilt eine Region als Risikogebiet.

Der besonders stark von der Pandemie betroffene thüringer Kreis Hildburghausen verhängt noch härtere Corona-Regeln . Nach einem unangemeldeten Corona-Protest gilt ab Sonntag ein Versammlungsverbot. Mit einer neuen Verordnung untersagte das Landratsamt am Samstag Versammlungen sowohl in geschlossenen Räumen als auch unter freiem Himmel sowie sämtliche Veranstaltungen im Kreisgebiet. Zudem gilt in der Innenstadt von Hildburghausen jetzt eine allgemeine Maskenpflicht.

Nach den neuen Corona-Regeln können nun nur noch im Einzelfall und auf Antrag Versammlungen genehmigt werden, wenn sie infektionsschutzrechtlich vertretbar sind und vier Tage vorher angemeldet wurden. Unangemeldete Versammlungen sind demnach verboten. Untersagt wurden auch Sitzungen der Kommunen, Parteitage, Gottesdienste und Märkte — mit Ausnahme von Wochenmärkten und Beerdigungen.

Bei einem Corona-Protest waren am vergangenen Mittwoch mehrere Hundert Menschen mit Kindern und teils ohne Mund-Nasen-Schutz und Mindestabstand singend durch die Kreisstadt Hildburghausen gezogen. Der Aufzug sorgte bei Landes- und Kommunalpolitikern sowie im Netz für Fassungslosigkeit und Entsetzen . Die Polizei löste die Ansammlung schließlich auch mit Hilfe von Pfefferspray auf.

Für die rund 63.000 Einwohner der Region gilt bereits seit Mittwoch ein harter Lockdown mit strengen Ausgangsbeschränkungen; Kitas und Schulen wurden geschlossen. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche lag im Kreis am Samstag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 595 (Vortag: knapp 630). Der Wert ist damit erstmals seit längerem nicht weiter gestiegen, sondern hat sich etwas abgeschwächt. Dennoch leuchtet der Südthüringer Kreis an der bayerischen Landesgrenze auf der Corona-Karte des RKI weiterhin als einzige Region in Deutschland pink.

++ Experten: Corona-Lage und Wintersport in Italien nicht vereinbar

(17.46 Uhr) Angesichts hoher Corona-Infektionszahlen in Italien haben Experten des Gesundheitsministeriums die Hoffnung auf Wintersport und ein normales Weihnachten gedämpft . Es werde ein anderes Weihnachten werden, sagte der Präsident des Gesundheitsrates, Franco Locatelli, am Samstag. Die aktuellen Zahlen seien zudem „nicht mit einer Öffnung des Wintersportbetriebs vereinbar“. Auch ein Silvester und Neujahr wie sonst seien dieses Jahr unvorstellbar.

Laut des aktuellen Lageberichts signalisieren die Corona-Daten, dass die Maßnahmen der vergangenen Wochen zwar Wirkung zeigen. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen sei aber immer noch hoch . In vielen Regionen herrsche weiter ein hohes Ansteckungsrisiko.

Der Anstieg der Fallzahlen-Kurve geht jedoch zurück, wie der Chef des Gesundheitsinstituts ISS, Silvio Brusaferro, sagte. Auch der Reproduktionswert für den Zeitraum vom 4. bis 17. November sank von zuletzt durchschnittlich 1,2 auf 1,08. „Ein R-Wert etwas über eins bedeutet jedoch immer noch ein Ansteigen der Fälle“, kommentierte Brusaferro. Der R-Wert gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter durchschnittlich ansteckt.

Am Samstag meldeten die italienischen Gesundheitsbehörden knapp 690 Menschen, die binnen eines Tages mit dem Coronavirus starben , und damit deutlich weniger als am Vortag (rund 820). In derselben Zeit wurden mit etwa 26 300 Neuinfektionen gut 2000 weniger als am Freitag registriert. Die Gesamtzahl der Corona-Toten lag damit bei knapp 54 400 und die der Infektionen bei rund 1,565 Millionen Corona-Fällen.

++ Ungewöhnliches Konzert des Gewandhausorchesters im offenen Bus

(16.03 Uhr) Das Orchester des Gewandhauses in Leipzig hat am Samstagmorgen eine ungewöhnliche Konzertreihe gestartet. Auf einem angemieteten doppelstöckigen Sightseeing-Bus spielten vier Hornisten Weihnachtslieder an öffentlichen Plätzen und Pflegeeinrichtungen in Leipzig. „An sechs Orten brachten die Musiker ein wenig festliche Stimmung unter die Menschen“, sagte der Sprecher des Gewandhausorchesters, Dirk Steiner.

„Aufgrund der Kälte können die Musiker lediglich bis zu sechs Stücke auf dem geöffneten Oberdeck des Busses spielen“, erläuterte Steiner. Nach drei Stunden endete die Tour am Mittag wieder am Augustusplatz. Weitere Termine sind am 5., 12. und 19. Dezember geplant. Die Orte sollen zuvor auf der Homepage des Gewandhausorchester veröffentlicht werden.

+++ Hier geht es zum gesamten Newsblog vom Samstag +++

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