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Corona-Newsblog: Virologin Ciesek empfiehlt, bei Lockerungen auch den R-Wert im Blick zu behalten

Ravensburg / Lesedauer: 18 min

+++ Merkel will laut Insidern Lockdown bis 1. März verlängern +++ Fast 30 Prozent mehr Sterbefälle bei Menschen über 65 +++ Kultusminister für schrittweise Schulöffnung ab nächster Woche +++
Veröffentlicht:09.02.2021, 06:30

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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg : ca. 18.700 (301.091 Gesamt - ca. 275.000 Genesene - 7.509 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 7.509
  • Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 59,6
  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland : ca. 172.600 (2.291.924 Gesamt - ca. 2.057.300 Genesene - 62.156 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 62.156
  • Sieben-Tage-Inzidenz Deutschland: 72,8

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Bei Lockerungen auch den R-Wert im Blick behalten (19.41 Uhr)
  • Fast 30 Prozent mehr Sterbefälle bei Menschen über 65 (18.46 Uhr)
  • Merkel will laut Insidern Lockdown bis 1. März verlängern (16.37 Uhr)
  • Corona-Mutationen in Tirol: Ausreise zunächst nur noch mit Test (15.25 Uhr)
  • Kultusminister für schrittweise Schulöffnung ab nächster Woche (12.54 Uhr)
  • Land plant ab Donnerstag Ausgangsbeschränkungen für Hotspot-Kreise (11.56 Uhr)
  • Impfhotline zum Neustart überlastet (12.39 Uhr)
  • RKI: Sieben-Tage-Inzidenz sinkt unter 75 (10.29 Uhr)
  • Kretschmann appelliert an Fasnetsfans (13.15 Uhr)
  • Deutsche Exporte brechen 2020 um 9,3 Prozent ein (09.09 Uhr)
  • Lucha: Signale für Corona-Lockerungen wären „grundfalsch“ (08.05 Uhr)

Das war's für heute. Vielen Dank fürs Lesen. Morgen versorgen wir Sie wieder mit den wichtigsten Meldungen zur Corona-Lage.

++ Virus-Mutationen bringen neue Gefahren

(20.42 Uhr) Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland sinkt. Trotzdem schreckt die Politik vor Lockerungen zurück. Ein Grund dafür sind die Mutationen, die das Virus ansteckender machen. Die Situation im Überblick.

Um welche Mutationen geht es?

Zuallererst geht es hierzulande um die zuerst in England aufgetauchte Variante B.1.1.7, die sich als deutlich ansteckender erwies. Weil das sogenannte Spike-Protein, also die bekannte stachlige Oberfläche, leichter als bisher an die menschlichen Zellen andocken kann, um sie danach zu zwingen, Corona-Kopien herzustellen. So wurde B.1.1.7 in England rasch zur dominierenden Virusvariante. Dazu kommen die in Südafrika aufgetauchte Virusvariante B.1.351 und die zuerst in Brasilien beschriebene und P.1 getauft Form. Lesen Sie den vollständigen Artikel hier.

++ Zwei Kreise im Südwesten weiter über 100er-Inzidenz

(20.33 Uhr) Zwei Kreise in Baden-Württemberg liegen weiter über einer Inzidenz von 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern innerhalb einer Woche. Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes von Dienstag (Stand: 16.00 Uhr) sind dies der Hohenlohekreis mit 127,8 und der Kreis Waldshut mit 100,6 . Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz beträgt nun 57,3 — der Wert ist damit erneut leicht gesunken im Vergleich zum Vortag mit 59,2.

Die Zahl der bestätigten Infektionen seit Beginn der Pandemie stieg um 1013 auf 301 979. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus erhöhte sich um 42 auf 7526. Virusmutationen sind nun flächendeckend im Südwesten nachgewiesen . Dem Amt wurden laut Mitteilung bislang 1246 Fälle mit Virusmutationen aus 43 der 44 Landkreise im Südwesten übermittelt.

Bei den Sieben-Tage-Inzidenzen liegen inzwischen 17 Stadt- und Landkreise im Südwesten unter dem Wert von 50 , ab dem die Gesundheitsbehörden den Angaben nach wieder Kontakte von Infizierten nachverfolgen können. Die Marke — bezogen auf den Landesdurchschnitt - gilt als wichtiges Argument in der Debatte um Lockdown-Lockerungen.

++ Virologin Ciesek empfiehlt, bei Lockerungen auch den R-Wert im Blick zu behalten

(19.41 Uhr) Kurz vor der nächsten Entscheidungsrunde über die weiteren Corona-Maßnahmen plädiert die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek dafür, nicht nur auf die Inzidenz zu schauen. Dieser Wert gibt an, wie viele bestätigte Neuinfektionen es pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gab. Bisher galt ein Wert unter 50 als Richtgröße für mögliche Lockerungen . „Aber ist die Inzidenz alleine wirklich zielführend?“, fragte Ciesek im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“ am Dienstag.

„Genauso wichtig ist, dass man sich den R-Wert anschaut“,

sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt: „Also wie viele Menschen werden durch einen Infizierten angesteckt.“ Bei einem Wert über Eins müsse man davon ausgehen, dass Infektionen wieder ansteigen, sobald man mehr Kontakte zulasse. Bei unter Eins könne man davon ausgehen, „dass eine Lockerung nicht gleich einen so negativen Effekt hätte.“

Einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor stelle die britische Variante des Coronavirus dar. Man wisse, dass die Mutation B117 ansteckender sei, erklärte Ciesek. Mit zunehmender Verbreitung steige also der R-Wert. Gleichzeitig sinke aber die Zahl der Infektionen mit dem Wildtyp. „Deswegen ist die Entscheidung im Moment auch sehr schwierig, inwieweit man lockert und welche Bereiche man lockert.“

++ Fast 30 Prozent mehr Sterbefälle bei Menschen über 65

(18.44 Uhr) Bei Menschen im Alter von mindestens 65 Jahren ist die Zahl der Sterbefälle in Baden-Württemberg in der ersten Kalenderwoche 2021 angestiegen. Wie das Statistische Landesamt in Stuttgart am Dienstag auf Anfrage mitgeteilt hat, starben nach vorläufigen Berechnungen 2476 Menschen, die 65 Jahre und älter waren, in der ersten Kalenderwoche 2021.

Damit lag diese Zahl 27 Prozent über dem Durchschnittswert der Jahre 2016 bis 2020 . Im Durchschnitt starben in der jeweils ersten Kalenderwoche dieser Jahre 1956 Menschen, die mindestens 65 Jahre alt waren.

Die vorläufigen Zahlen des Landesamtes weisen auch darauf hin, dass die Zahl der Sterbefälle in der ersten Kalenderwoche bei jenen Menschen im Südwesten zurückgegangen ist, die jünger als 65 Jahre alt waren . In dieser Gruppe starben demnach 282 Menschen. Im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre lag diese Zahl in der ersten Kalenderwoche bei 306.

Zwar sei es möglich, dass der Anstieg bei den Toten, die mindestens 65 Jahre alt waren, auf die grassierende Corona-Pandemie zurückzuführen sei. Um konkrete Gründe für diese Entwicklung herauszuarbeiten, sei es indes zu früh, wie es vom Landesamt heißt.

++ FFP2-Maskenpflicht ab sofort in Kliniken im Alb-Donau-Kreis

(17.39 Uhr) Auf Grund der Coronaverordnung des Landes Baden-Württemberg gilt in den Gesundheitszentren Blaubeuren, Ehingen und Langenau ab sofort in allen Gebäudeteilen eine FFP2-Maskenpflicht , das teilt die Geschäftsführung der ADK GmbH mit.Die Maskenpflicht umfasst also explizit nicht nur den Klinikbereich, in dem die als Ausnahmen zugelassenen Besucher auch bisher schon eine FFP2 Maske tragen mussten.

Auch in den Arztpraxen, in der Physiotherapie, beim ToGo Angebot der Restaurants und Cafés und auch beim reinen Betreten des Eingangsbereichs muss eine Maske mit der Bezeichnung FFP2 beziehungsweise KN95 getragen werden , so die Verantwortlichen.Das Tragen einer Alltagsmaske oder einer medizinischen Maske (OP-Maske) ist ausdrücklich nicht ausreichend. FFP2 Masken sind in Apotheken und Drogerien zu erhalten und können daher während der Öffnungszeiten der Apotheken in den Gesundheitszentren auch dort erworben werden, so die Klinikleitung.

++ Merkel will laut Insidern Lockdown bis 1. März verlängern

(16.37 Uhr) Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich gegen Lockerungen der Corona-Auflagen vor dem 1. März ausgesprochen. „Wir würden nichts gewinnen, wenn wir jetzt vorzeitig aus dem Lockdown rausgehen“, sagte Merkel laut Teilnehmern in der Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion am Dienstag in Berlin. Anfang März könnten dann erste Öffnungsschritte erfolgen - zunächst bei Kitas und Grundschulen, im Einzelhandel und bei Frisören . Diese Öffnungen könnten aber nur unter Auflagen erfolgen.

Eine rasche Öffnung würde die Gefahr bergen, „dass die Infektionszahlen ganz schnell wieder hochgehen“, wurde Merkel von Teilnehmern gegenüber der Nachrichtenagentur AFP zitiert. Wenn die derzeitigen Auflagen bis zum 1. März fortgeführt würden, könne womöglich verhindert werden, dass es später noch einen weiteren Lockdown geben müsse , sagte Merkel den Angaben zufolge.

Merkel sagte demnach weiter, sie wisse „um die schwierige Lage, um die großen Herausforderungen gerade für Kinder, Familien und den Einzelhandel“. Dennoch dürfe nun nicht zu früh gelockert werden.

Merkel und die Regierungschefinnen und -chefs der Länder beraten am Mittwoch über die nächsten Schritte in der Corona-Politik. Auf der Tagesordnung steht neben der Lockdown-Verlängerung auch eine längerfristige Öffnungsperspektive: Sie soll aufzeigen, wie bei einem weiteren Sinken der Infektionszahlen eine schrittweise Rückkehr zur Normalität aussehen könnte.

++ Corona-Mutationen in Tirol: Ausreise zunächst nur noch mit Test

(15.25 Uhr) Österreich verhängt im Kampf gegen eine Ausbreitung der Corona-Mutationen nun doch schärfere Maßnahmen in Tirol. Aus dem Bundesland sei — von Osttirol abgesehen — vom kommenden Freitag an für zehn Tage eine Ausreise nur noch mit negativem Corona-Test möglich , sagte Kanzler Sebastian Kurz am Dienstag in Wien. Der Ausbruch der südafrikanischen Variante sei derzeit der größte bekannte derartige Fall in der EU. Wenn sich so eine Mutation schnell und stark ausbreite, werde das erneut viele Menschenleben kosten, so Kurz.

Und der Weg zur Normalität wird sich noch einmal um Monate verzögern.

Kanzler Sebastian Kurz

Das Bundesland hatte sich in den vergangenen Tagen teils vehement gegen eine Extrabehandlung in Österreich gewehrt . Am Montag sprach die Bundesregierung in Wien eine Reisewarnung für das bei Deutschen beliebte Bundesland aus. Diese hat jedoch nur einen Appell-Charakter.

Die südafrikanische Mutation, die als ansteckender gilt, ist nach Angaben des Wiener Gesundheitsministeriums in Tirol bisher in rund 300 Fällen nachgewiesen worden. Die Zahl der aktiven Fälle betrage 129. Das Land ging bisher von geringeren Zahlen aus.

++ Südwest-Sparkassen stunden 60.000 Kreditkunden die Tilgungsraten

(15.08 Uhr) Immer mehr Kunden der Sparkassen im Südwesten können angesichts wirtschaftlicher Turbulenzen in der Corona-Pandemie ihre Kredite nicht wie vereinbart zurückzahlen. Seit Beginn der Krise hätten rund 60.000 Privat- und Firmenkunden ihre Tilgungsraten bei einer der 50 Sparkassen im Land für mindestens drei und teils bis zu neun Monate ausgesetzt , teilte der baden-württembergische Sparkassenverband am Dienstag in Stuttgart mit. In diesem Zuge hätten die Häuser diesen Kunden eine Summe von 1,4 Milliarden Euro bei einem Kreditvolumen von gut 12 Milliarden Euro gestundet.

„Das ist ein Spitzenwert, den wir in den letzten Jahrzehnten so nie hatten“, sagte Verbandspräsident Peter Schneider. Es komme zwar immer wieder vor, dass einzelne Menschen oder Firmen bei Kreditrückzahlungen in Schwierigkeiten gerieten — aber niemals in einer solchen Masse innerhalb eines Jahres. In Probleme bringe das die Geldhäuser aber nicht , zumal noch immer nur eine kleine Zahl der Kreditverträge von Stundungen betroffen sei: Insgesamt hatten die Sparkassen in Baden-Württemberg im Jahr 2020 rund 1,3 Millionen Kredite mit einem Volumen von über 143 Milliarden Euro vergeben — das waren 6,8 Milliarden Euro mehr als im Jahr zuvor.

Zu schaffen macht den Sparkassen weiter vor allem die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Der Zinsüberschuss - die traditionell wichtigste Einnahmequelle für die Sparkassen — ging dadurch weiter zurück. Und das trotz eines starken Anstiegs bei den Einlagen von Privat- und Firmenkunden um 7,9 Prozent auf einen Gesamtwert von 159 Milliarden Euro.

++ Kretschmann appelliert an Fasnetsfans

(13.15 Uhr) Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat die Hästräger und Fasnetsanhänger im Land angesichts der Corona-Pandemie zur Zurückhaltung aufgerufen.

Er habe die begründete Hoffnung, dass die Fasnacht in gewohntem Rahmen mit Kontakten und Geselligkeit dieses Jahr nicht stattfinden werde und sich die Menschen an die Regeln halten würden, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart. Die Narrenvereine würden das auch selber so planen.

Auch das Froschkuttelnessen in Riedlingen , an dem Kretschmann traditionell seit vielen Jahren teilnimmt, werde diesmal ausfallen. „Bei mir ist es so gewesen, dass ich die Froschkutteln in der Dose nach Hause bekommen habe“, sagte er. „Es findet eben nicht wie gewohnt in geselliger Männerrunde statt.“ Er werde dafür jetzt von seiner Frau versorgt.

++ Kultusminister für schrittweise Schulöffnung ab nächster Woche

(12.54 Uhr) Die Kultusminister der Länder sprechen sich bei weiter sinkenden Corona-Zahlen dafür aus, dass die Schulen in Deutschland ab der kommenden Woche schrittweise wieder aufmachen.

Einen entsprechenden Beschluss fassten sie am Montagabend in einer Schaltkonferenz, den die Kultusministerkonferenz (KMK) am Dienstag veröffentlichte. „ Die negativen Folgen von Schulschließungen für die Bildungsbiografien und die soziale Teilhabe von Kindern und Jugendlichen müssen begrenzt werden“, heißt es in dem Papier.

Verwiesen wird darin auf die gesunkenen Corona-Zahlen. „Sollte dieser Trend anhalten, sprechen sich die Kultusministerinnen und Kultusminister nachdrücklich dafür aus, dass über die Abschlussklassen hinaus auch die unteren Jahrgänge, beginnend ab dem 15.2.2021, in den eingeschränkten Regelbetrieb gemäß den Vorschriften des jeweiligen Landes, zum Beispiel in den Wechsel- oder Präsenzunterricht gehen dürfen“, heißt es weiter.

++ Impfhotline zum Neustart überlastet

(12.39 Uhr) Die neu strukturierte Vergabe von Corona-Impfterminen in Baden-Württemberg ist holprig angelaufen. Wie ein Sprecher des Sozialministeriums am Dienstag sagte, hatten am Montag etwa 305.000 Menschen versucht die Hotline 116 117 anzurufen.

Rund 20.300 Anrufer seien durchgekommen — entweder sofort oder innerhalb der extra auf fünf Minuten begrenzten Wartezeit. Für alle anderen ertönte ein Besetztzeichen. „Der erste Montag war ein Ausnahmetag mit einer großen Bugwelle an Anrufern“, sagte der Sprecher. „Wir rechnen aber damit, dass sich die Lage in den nächsten Tagen entspannt und alle Anrufer bedient werden können.“

++ Baden-Württemberg plant ab Donnerstag Ausgangsbeschränkungen für Hotspot-Kreise

(11.56 Uhr) Das Land Baden-Württemberg will von diesem Donnerstag an nächtliche Ausgangsbeschränkungen für regionale Corona-Hotspots erlassen. Nachdem der Verwaltungsgerichtshof die landesweite Ausgangssperre von 20 Uhr bis 5 Uhr kassiert hatte, soll es nun nahtlos Beschränkungen in Stadt- und Landkreisen geben, die über dem Schwellenwert von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche liegen.

Das Gesundheitsministerium hat eine entsprechende Vorlage in die Abstimmung mit den anderen Ressorts gegeben, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Regierungskreisen in Stuttgart.

Hintergrund für das Tempo ist auch, dass man über Fastnacht keine Lücke bei den Ausgangsbeschränkungen lassen möchte. Nach Zahlen des Landesgesundheitsamts vom Montag liegen mittlerweile 18 der 44 Stadt- und Landkreise bei der sogenannten 7-Tage-Inzidenz unter 50.  Erstmals seit dem 10. Oktober unterschritt auch die Landeshauptstadt Stuttgart wieder diese Schwelle.

++ RKI: Sieben-Tage-Inzidenz sinkt unter 75

(10.29 Uhr) Erstmals seit mehr als drei Monaten liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz laut Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) unter der Schwelle von 75.

Das RKI gab den wichtigen Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen am frühen Morgen zunächst mit 72,8 an, schränkte dann aber später ein, dass rund 600 Fälle aus Nordrhein-Westfalen fehlten. Der Wert sei daher um 0,8 zu niedrig , liege aber immer noch unter 75. Die fehlenden Daten aus NRW würden am morgigen Mittwoch berücksichtigt.

Die Zahl sinkt seit mehreren Wochen. Ihren Höchstwert hatte die Sieben-Tage-Inzidenz am 22. Dezember mit 197,6 Fällen pro 100.000 Einwohner. Unter die Schwelle von 100 war sie vor zwölf Tagen gerutscht. Das politische Ziel ist eine Sieben-Tage-Inzidenz von langfristig unter 50.

Mehr dazu lesen Sie hier.

++ Deutsche Exporte brechen 2020 um 9,3 Prozent ein

(09.09 Uhr) Der deutsche Außenhandel ist im Corona-Jahr 2020 so stark eingebrochen wie seit der Finanzkrise nicht mehr.

Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte, gingen die Exporte um 9,3 Prozent und die Importe um 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. In der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009 waren die Exporte um 18,4 Prozent und die Importe um 17,5 Prozent zurückgegangen.

Im Jahr 2020 wurden von Deutschland nach Angaben des Bundesamtes Waren im Wert von knapp 1,205 Billionen Euro exportiert und Waren im Wert von rund 1,026 Billionen Euro importiert. Im Dezember stiegen die Exporte gegenüber dem Vormonat November 2020 kalender- und saisonbereinigt um 0,1 Prozent, die Importe sanken um 0,1 Prozent.

Den vorläufigen Ergebnissen zufolge lagen die Exporte damit noch 4,6 Prozent und die Importe 0,1 Prozent unter dem Niveau vom Februar - dem Monat vor dem Beginn der Corona-bedingten Einschränkungen in Deutschland.

++ Lucha: Signale für Corona-Lockerungen wären „grundfalsch“

(08.05 Uhr)  Vor der nächsten Corona-Schalte von Bund und Ländern am Mittwoch hat sich der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha entschieden gegen eine Lockerung des Lockdowns ausgesprochen .

„Es wäre grundfalsch, jetzt irgendwelche Signale zu Lockerungen auszusenden, wenn wir bei der Inzidenz nicht mal nahe der 50er-Marke sind“, sagte der Grünen-Politiker den „Stuttgarter Nachrichten“ und der „Stuttgarter Zeitung“. Auch der sogenannte Lockdown light Anfang November sei falsch gewesen . Die Vorstellung, man könne das Virus wegtesten, lenke in die Irre, so Lucha.

Das Ziel der Politik ist es , die Zahl der Neuinfektionen landesweit auf unter 50 pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen zu drücken - nur dann seien die Gesundheitsämter in der Lage, alle Kontaktpersonen nachzuverfolgen, heißt es.

Lucha rief dazu auf, die Einschränkungen noch eine Weile zu akzeptieren : „Am Tag vor Weihnachten waren wir im Land bei einem Inzidenzwert von 204,5. Heute sind wir bei 60. Das ist nicht vom Himmel gefallen, sondern die Frucht unserer gemeinsamen Anstrengungen.“

++ Masken könnten wie Warnwesten in Autos Pflicht werden

(06.32 Uhr) Autofahrer könnten künftig dazu verpflichtet werden, zwei Masken in ihrem Fahrzeug dabei zu haben.

Wie die „Saarbrücker Zeitung“ berichtet, plant das Bundesverkehrsministerium eine „Mitführpflicht“ von Mund-Nase-Bedeckungen auch für die Zeit nach der Corona-Pandemie. Das gehe aus einer Stellungnahme des Ressorts an den Petitionsausschuss des Bundestages hervor, die der Zeitung vorliege.

Das Verkehrsministerium erklärte, es prüfe, bei der nächsten Änderungsverordnung der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung ( StVZO) eine Mitführpflicht von zwei Mund-Nasen-Bedeckungen vorzuschlagen.

Laut Zeitung will sich das Ministerium an den Regelungen für Warnwesten orientieren. Auch für sie gilt eine „Mitführpflicht“, Verstöße können dann mit einem Bußgeld von 15 Euro geahndet werden . In der Stellungnahme heißt es, eine solche Vorgabe sei schneller umzusetzen als Masken für den Verbandskasten vorzuschreiben.

++ Lockdown verdunkelt Zukunftsaussichten für viele Schüler

(05.59 Uhr) Die seit nun fast acht Wochen dauernden Schulschließungen des zweiten Corona-Lockdowns - einschließlich der Weihnachtsferien - könnten für viele Schüler nach Ansicht von Experten weitreichende negative Folgen haben .

Die Schließungen führten nicht nur zu Leistungsverlusten, sondern gerade für Kinder „aus bildungsfernen Schichten“ sei Schule oft einer der wichtigsten sozialen und emotionalen Bezugspunkte, sagte OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher. „Genau da liegen die entscheidenden Risiken des zweiten Lockdowns.“ Für diese Schüler und kleine Kinder, für die digitales Lernen keine Alternative sei, wüchsen die Risiken „überproportional zur Länge des Lockdowns“.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, sprach von einer Schülergruppe, die sowohl im letzten Schuljahr schlecht per Distanzlernen erreicht worden sei und jetzt wieder neue Defizite anhäufe. „Die können praktisch den Anschluss im nächsten Schuljahr nicht mehr schaffen.“ Bei den betroffenen Schülern wachse die Gefahr, keinen Schulabschluss oder zumindest den angestrebten Abschluss nicht mehr zu erreichen. „Das bedeutet massiv verschlechterte Zukunftschancen.“

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Das waren die letzten Meldungen vom Montag.

++ Corona-Ausbruch bei Würth - britische Mutation festgestellt

(21.23 Uhr) In einem der vier Logistikzentren des Werkzeug-Handelsriesen Würth hat es einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. Wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart am Montagabend der dpa bestätigte, sind etwa 40 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bei der Überprüfung im Labor wurde in drei Fällen festgestellt, dass es sich um die noch ansteckendere Corona-Mutation aus Großbritannien handelt. Es werde damit gerechnet, dass in weiteren Proben diese Virusvariante nachgewiesen wird. Zuerst hatte die „Heilbronner Stimme“ über den Ausbruch berichtet.

Die Würth-Sprecherin sagte der Zeitung, dass weitreichende Maßnahmen eingeleitet und rund 1000 Mitarbeiter der Logistik Schnelltests unterzogen worden seie n. Die Corona-Fälle hätten sich fast ausschließlich auf ein einzelnes Logistikzentrum konzentriert. Der Betrieb könne weiterlaufen.

++ Inzidenz im Land bei 59,2 - Stuttgart erstmals seit Oktober unter 50

(20.14 Uhr) Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern innerhalb einer Woche nähert sich in Baden-Württemberg der wichtigen Schwelle von 50. Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz lag landesweit bei 59,2 , wie das Regierungspräsidium Stuttgart am Montagabend mitteilte. Im Vergleich zum Vortag ist das allerdings nur ein Minus von 1,2.

Das Ziel der Politik ist es, die Zahl der Neuinfektionen landesweit auf unter 50 pro 100 000 Einwohnern in sieben Tagen zu drücken — nur dann seien die Gesundheitsämter in der Lage, alle Kontaktpersonen nachzuverfolgen, heißt es. Bereits seit knapp fünf Wochen flacht die Zahl der Corona-Neuinfektionen landesweit ab. Zum Vergleich: Vor Weihnachten lag sie bei über 200. An diesem Mittwoch wollen die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) darüber beraten, wie es nach dem bis Sonntag befristeten Lockdown weiter gehen soll.

Mittlerweile liegen im Südwesten 18 Stadt- und Landkreise unter 50 . Erstmals seit dem 10. Oktober hat auch die Landeshauptstadt Stuttgart mit 48,6 diesen Schwellenwert unterschritten. Aber vier Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg liegen über 100 : der Hohenlohekreis (130,5), Heilbronn (115,3), der Landkreis Calw (105,5) und der Kreis Waldshut (103,5).

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