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Corona-Newsblog: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Dienstag

Ravensburg / Lesedauer: 12 min

+++ Reisewarnung für Madrid und das Baskenland +++ Russischer Impfstoff laut Ärztepräsident „hochriskantes Experiment am Menschen“ +++ EU-Kommission unterstützt Forschung mit 128 Millionen Euro +++
Veröffentlicht:11.08.2020, 20:20
Aktualisiert:12.08.2020, 06:25

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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg : ca. 916 (37.975 Gesamt - ca. 35.200 Genesene - 1.859 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg:
  • Aktuell Infizierte Deutschland : ca. 10.512 (218.519 Gesamt - ca. 198.800 Genesene - 9.207 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 9.207

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Reisewarnung für Madrid und das Baskenland (21.06 Uhr)
  • Russischer Impfstoff laut Ärztepräsident „hochriskantes Experiment“ (17.33 Uhr)
  • Russland lässt Impfstoff gegen Coronavirus zu (11.03 Uhr)
  • plant Tests von Corona-Impfstoff in Brasilien (12.13 Uhr)
  • Alpenverein mahnt Mountainbiker und Wanderer (14.24 Uhr)

Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen einen schönen Abend und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

++ Reisewarnung für Madrid und das Baskenland

(21.06 Uhr) Das Auswärtige Amt hat seine Reisewarnung für Spanien erweitert. Gewarnt wird nun auch "vor nicht notwendigen, touristischen Reisen" nach Madrid und ins Baskenland. Bislang galt die Warnung nur für die Regionen Aragón, Katalonien und Navarra.

Das Robert-Koch-Institut hat diese Regionen zu Risikogebieten erklärt. Reisende müssen sich bei der Rückkehr nach Deutschland also in Quarantäne begeben, beziehungsweise sich auf das Virus testen lassen.

Eine Reisewarnung ist kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.

++ Wegen Corona-Ausbruchs: Strengere Regeln für Trauerfeiern

(20.22 Uhr) Die Stadt Schwäbisch Gmünd hat aufgrund der ansteigenden Neuinfektionen nach einer Trauerfeier im Juli weitere Maßnahmen zum Schutz gegen das Coronavirus beschlossen. Bis zum 31. Oktober gelten vorerst strengere Regeln bei Beerdigungen , Trauerfeiern sowie Totengebeten. Die Stadt hat eine entsprechende Verfügung bereits zum 31. Juli verabschiedet.

Sie sieht vor, dass ab einer Teilnehmerzahl von mehr als 50 Personen – dabei werden alle Anwesenden gezählt – eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden muss. Der Sarg oder die Urne darf nur von acht Personen berührt werden. Zudem ist eine Teilnehmerliste Pflicht. Hier lesen Sie mehr.

++ Aktuell etwa 1050 Menschen im Südwesten infiziert

(19.44 Uhr) Aktuell sind geschätzt 1049 Menschen in Baden-Württemberg mit SARS-CoV-2 infiziert. Das meldet das Gesundheitsministerium. Heute wurden insgesamt weitere 79 bestätigte Infektionen gemeldet.

Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 37.978 an. Davon sind ungefähr 35.070 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen .

Dem Landesgesundheitsamt wurde heute ein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus aus dem Landkreis Freudenstadt gemeldet. Demnach beträgt die Zahl der Todesfälle insgesamt 1.859.

++ Testpflicht für Erntehelfer und Saisonarbeiter in Bayern

(17.52 Uhr) Bayern hat eine Corona-Testpflicht für Erntehelfer und Saisonarbeiter eingeführt. „In landwirtschaftlichen Betrieben mit mehr als zehn Beschäftigten dürfen ab sofort nur noch Personen beschäftigt werden, die zu Beginn ihrer Tätigkeit einen negativen Corona-Test vorlegen können“, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU).

„Damit wollen wir lokalen Hotspots vorbeugen und die Betriebe vor einer möglichen Schließung schützen.“ Das Kabinett hatte die Testpflicht am Montag bei einer außerplanmäßigen Sitzung beschlossen. „Ziel ist, dass es gar nicht erst zu Ausbrüchen in Betrieben kommt“, erklärte die Ministerin.

Betriebe müssen Erntehelfer und Saisonarbeiter 14 Tage vor Beschäftigungsbeginn mit Name, Unterbringungsort, Art und Dauer der Beschäftigung sowie Kontaktdaten den Kreisverwaltungsbehörden melden.

Können Arbeitskräfte keine höchstens 48 Stunden alte Bescheinigung in deutscher oder englischer Sprache mitbringen, müssen sie sich vor Ort testen lassen, wie ein Ministeriumssprecher am Dienstag in München erläuterte. Bis das geschehen ist, müssen die Betriebe sie von Kolleginnen und Kollegen trennen . Bei Verstößen drohen bis zu 25.000 Euro Strafe.

++ Russischer Impfstoff laut Ärztepräsident „hochriskantes Experiment“

(17.33 Uhr) Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat die Zulassung eines Corona-Impfstoffes in Russland scharf kritisiert. „Die Zulassung eines Impfstoffs ohne die entscheidende dritte Testreihe halte ich für ein hochriskantes Experiment am Menschen“, sagte Reinhardt der „Rheinischen Post“.

Es dränge sich der Eindruck auf, dass es sich um eine populistische Maßnahme eines autoritär regierten Staates handele, der der Weltgemeinschaft seine wissenschaftliche Leistungsfähigkeit demonstrieren möchte, so Hartmann. „Es ist unverantwortlich, ganze Bevölkerungsgruppen bereits in diesem Stadium der Entwicklung zu impfen.“

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte heute die weltweit erste staatliche Zulassung eines Impfstoffs zur breiten Verwendung gegen das Corona-Virus bekanntgegeben. Die Zulassung erfolgte vor dem Vorliegen der Ergebnisse großer klinischer Studien — ein Vorgehen, das dem international üblichen Ablauf widerspricht. Erst wenige Menschen haben den Impfstoff im Rahmen einer Studie erhalten.

++ EU-Kommission unterstützt Forschung mit 128 Millionen Euro

(15.53 Uhr) Im Kampf gegen die Corona-Pandemie und ihre Folgen stellt die EU-Kommission mehr als 20 Forschungsprojekten aus Deutschland und anderen Staaten 128 Millionen Euro zur Verfügung.

Durch die Arbeit sollen Patienten besser überwacht und versorgt, Erkenntnisse über gesellschaftliche Folgen der Krise gewonnen und Produktions- sowie Lieferketten medizinischer Ausstattung beschleunigt werden, wie die Brüsseler Behörde mitteilte. Auch sollen Erkenntnisse aus großen Patientengruppen in und außerhalb der EU besser vernetzt werden.

Das Geld für die 23 Projekte ist Teil einer Summe von 1,4 Milliarden Euro , die die EU-Kommission bereits vor mehreren Monaten zugesagt hatte. Die Finanzierung müsse zwar noch endgültig von der EU-Kommission abgesegnet werden, die Wissenschaftler könnten ihre Arbeit jedoch bereits aufnehmen, teilte die Behörde mit.

++ Alpenverein mahnt Mountainbiker und Wanderer

(14.24 Uhr) Autoschlangen auf den Straßen - Enge auf den Wanderwegen: Noch mehr Menschen als sonst sind in diesem Corona-Sommer in den bayerischen und angrenzenden Alpen unterwegs - und mehr als sonst kommt es zwischen Wanderern und Mountainbikern zu Konflikten. „Nehmt Rücksicht“ , mahnte der Deutsche Alpenverein (DAV) am Dienstag in München.

Mehrfach kam es sogar zu Handgreiflichkeiten: Ein Mountainbiker schlug einen Naturschutzbeauftragten; ein Wanderer holte einen Mountainbiker vom Sattel; ein Bauer geriet mit einem Radler aneinander . „Gelassenheit und Toleranz von allen Beteiligten ist jetzt gefragt“, sagte DAV-Präsident Josef Klenner.

Biken und Wandern läuft auf demselben Wegenetz - und beide Sportarten werden immer beliebter. Fast 50 Prozent der DAV-Mitglieder fahren Mountainbike, rund 90 Prozent gehen Bergwandern. 12 Millionen Deutsche besitzen laut DAV ein Mountainbike und über 3,7 Millionen geben an, regelmäßig zu biken; beim Wandern sind es sogar 7 Millionen. Wenn zusätzlich besonders viele Menschen unterwegs seien, bleibe Ärger oft nicht aus .

Auch Almbauern klagten über Mountainbiker, die über Wiesen führen und Kühe aufschreckten, berichtete DAV-Sprecher Thomas Bucher. „Es ist unserer Ansicht nach voller als normal. Wir hören es von den Hüttenwirten und von den Tourismusverbänden“, sagte Bucher. Nicht zuletzt wegen der Abstandsregeln und der damit geringeren Platzzahlen sei es extrem eng auf den Hütten . „Man kriegt momentan in den Ferien nahezu keine Übernachtungsplätze.“

++ Curevac plant Tests von Corona-Impfstoff in Brasilien

(12.13 Uhr) Auch das deutsche Biotech-Unternehmen Curevac hat vor, in Brasilien einen Corona-Impfstoff zu testen, an dem es forscht. Wie die Infektiologin Sue Ann Clemens, Mitglied des Komitees von Curevac, der Deutschen Presse-Agentur sagte, plant das Unternehmen mit Sitz in Tübingen, im September oder Oktober mit der Studie in dem südamerikanischen Land zu beginnen.

Bisher laufe es bei der ersten, kleineren Testreihe in Deutschland sehr gut, hatte Studienleiter Professor Peter Kremsner vom Institut für Tropenmedizin am Montag gesagt. Derzeit gebe es etwa 180 Probanden. Brasilien ist zum Testlabor der Welt geworden. Auch Testreihen der Unternehmen AstraZeneca, Sinovac und Biontech/Pfizer laufen dort bereits.

Neben den USA ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Mehr als drei Millionen Menschen haben sich nach offiziellen Angaben mit dem Coronavirus infiziert, die tatsächlichen Zahlen dürften noch weit höher liegen, auch weil in dem Land sehr wenig getestet wird.

++ Russland lässt Impfstoff gegen Coronavirus zu

(11.03 Uhr) Als erstes Land der Welt lässt Russland einen Impfstoff gegen das Coronavirus für die breite Verwendung zu. Das gab Präsident Wladimir Putin am Dienstag im Staatsfernsehen bekannt.

Der Kremlchef sagte kurz darauf der Nachrichtenagentur Interfax, auch eine seiner Töchter habe sich während der Tests des in Russland entwickelten Stoffs impfen lassen.

Der Impfstoff wurde allerdings bisher nur an wenigen Menschen getestet, ihn in einem so frühen Stadium zuzulassen, widerspricht internationalen Kriterien.

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Der Impfstoff wurde vom staatlichen Gamaleja-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau entwickelt. Erst wenige Menschen haben ihn im Rahmen einer Studie erhalten. Eine Zulassung vor dem Vorliegen der Ergebnisse großer klinischer Studien widerspricht dem international üblichen Vorgehen.

So stellte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Vorfeld klar: „Jeder Impfstoff muss natürlich alle Versuchsreihen und Tests durchlaufen, bevor er genehmigt und ausgeliefert wird.“ Es gebe klare Richtlinien für die Entwicklung von Impfstoffen.

Eine reguläre Zulassung ohne die umfangreichen Daten aus einer Phase-III-Prüfung mit mindestens mehreren Tausend Probanden erscheine riskant, erklärte auch Klaus Cichutek , Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts. In der Etappe könnten unter anderem mögliche seltene Nebenwirkungen detektiert werden. Die Zahl der Probanden betrage in der Regel mehrere Tausend bis Zehntausende. In Deutschland gibt es eine Zulassung erst nach Abschluss der letzten Phase.

++ 966 Neuinfektionen in Deutschland

(10.47 Uhr) Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 966 neue Corona-Infektionen gemeldet.

Damit nähert sich die Zahl wieder der Marke von 1000 Neuinfektionen. Der Wert hatte in der vergangenen Woche bereits am Donnerstag, Freitag und Samstag über der Schwelle von 1000 gelegen - erstmals seit Anfang Mai wieder. Global betrachtet entwickelte sich die Zahl bekannter Corona-Fälle unterdessen zuletzt weit drastischer. Der Erreger Sars-CoV-2 kann die Erkrankung Covid-19 auslösen, die lebensgefährlich sein kann.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 10.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,09 (Vortag: 1,17). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt . Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

++ Deutsche Städte bereiten sich auf Weihnachtssaison vor

(06.34 Uhr) Einbahnstraßen statt bunter Trubel, Glühwein to go statt Budenzauber und zusätzlich zu Schal und Mütze eine Maske - so könnte die Realität in der diesjährigen Adventszeit aussehen.

„Das macht den Weihnachtsmarkt unlauschiger“, räumte ein Mainzer Sprecher ein. Doch am „unlauschigsten“ sei gar kein Weihnachtsmarkt. Ganz verzichten wollen die deutschen Städte deshalb nicht auf Eierpunsch, Lebkuchen und Co. und bereiten sich schon im Hochsommer und trotz Corona-Krise auf die Adventsmärkte vor. Die Konzepte dazu sind unterschiedlich .

Trotz großer Unsicherheiten bereiten sich die bayerischen Städte auf die Weihnachtsmarktsaison vor - neben München und Augsburg auch der berühmte Christkindlesmarkt in Nürnberg. Die größte Herausforderung werde sein, die Besucherströme zu lenken, sagte der Nürnberger Wirtschaftsreferent Michael Fraas.

Dafür soll eine Art Einbahnstraßensystem mit vorgegebener Laufrichtung eingeführt werden. Anstatt die traditionellen „Drei im Weckla“ an der Bude zu genießen, soll es Essen und Trinken nur zum Mitnehmen geben. Ein Sprecher der Stadt Augsburg teilte mit, „dass die Stände auf möglichst viele Plätze in der Innenstadt verteilt werden“. So wolle man großes Gedränge vermeiden.

Lesen Sie hier, wie in anderen Städten und Bundesländern die Weihnachtssaison geplant wird.

++ Labore in Baden-Württemberg haben noch viel Luft für Corona-Tests

(05.58 Uhr) Die Labore im Südwesten sind zu Beginn der Reisezeit nur zur Hälfte mit Corona-Tests ausgelastet. Zurzeit würden rund 78.000 Corona-Tests pro Woche durchgeführt, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums.

Bei voller Auslastung könnten sie etwa 150.000 Tests pro Woche vornehmen. Es sei aber gut, dass so viele freie Kapazitäten zur Verfügung stünden. „Wir rechnen nicht damit, dass das so bleibt“, sagte die Sprecherin mit Blick auf Zehntausende Reiserückkehrer in den kommenden Wochen und auf die Lehrer im Land, die sich zum Ende der Ferien testen lassen können.

Urlauber aus Corona-Risikogebieten - zurzeit etwa Serbien, Luxemburg oder die USA - müssen sich seit Samstag bei der Rückkehr nach Deutschland auf das Virus testen lassen. Dafür gibt es zum Beispiel Teststationen an den Flughäfen in Stuttgart, Friedrichshafen und am Airport Karlsruhe/Baden-Baden. Rückkehrer können den Test aber auch binnen 72 Stunden nach der Ankunft bei einem niedergelassenen Arzt oder einer Corona-Ambulanz nachholen. Tun sie dies nicht, droht ein Bußgeld in Höhe von bis zu 25 000 Euro.

Für die Tests an den Flughäfen im Land ist die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg zuständig. Am Stuttgarter Flughafen wurden demnach allein Samstag 1100 Tests durchgeführt, am Sonntag waren es 1400.

++ Hier geht es zum Newsblog vom Montag.

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