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Fastenpredigten 2024

Auch ein Ex-Obdachloser predigt in Ravensburg

Ravensburg / Lesedauer: 2 min

„Verwundbar sein“ ist das Thema der Fastenpredigtreihe in der Liebfrauenkirche. Auftakt ist am 18. Februar mit Hildegund Keul, führende Forscherin zur Vulnerabilität.
Veröffentlicht:13.02.2024, 15:00

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Die Fastenpredigten in der Liebfrauenkirche kreisen dieses Jahr um das Thema „Verwundbar sein“. Der entsprechende Fachbegriff der Vulnerabilität ist durch die Coronakrise öffentlich bekannt geworden, wird aber in der Wissenschaft schon länger diskutiert, heißt es in einer Pressemitteilung der Veranstalter. Passend zum Thema werden Schülerinnen und Schüler des Welfengymnasiums eine Kunstinstallation als Fastentuch gestalten. Die Fastenpredigten beginnen immer sonntags um 17 Uhr.

Führende Forscherin zur Vulnerabilität

Den Auftakt am 18. Februar macht die führende Forscherin zur Vulnerabilität aus theologischer Perspektive, die Professorin Hildegund Keul aus Koblenz. Sie leitet an der Universität Würzburg seit 2018 ein Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft zum Vulnerabilitätsdiskurs. Ihre Predigt steht unter dem Titel „Verwundbar sein - berührbar bleiben. Über die Kostbarkeit des Lebens“.

Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbandes VdK, kommt am 25. Februar nach Ravensburg und spricht in Rahmen der Fastenpredigten zum Thema: „Die Würde und das Recht gehören nicht nur den Lauten – Menschen in Not brauchen nicht nur kleine Pflaster“.
Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbandes VdK, kommt am 25. Februar nach Ravensburg und spricht in Rahmen der Fastenpredigten zum Thema: „Die Würde und das Recht gehören nicht nur den Lauten – Menschen in Not brauchen nicht nur kleine Pflaster“. (Foto: dpa/Britta Pedersen)

Ihr folgt am 25. Februar die Präsidentin des VdK, des größten deutschen Sozialverbandes, Verena Bentele aus Berlin. Vor ihrer Zeit beim VDK war sie als Blinde Spitzensportlerin und im Langlauf und Biathlon viermal Weltmeisterin und zwölfmal Paralympicssiegerin. Ihre Predigt steht unter dem Motto: „Die Würde und das Recht gehören nicht nur den Lauten - Menschen in Not brauchen nicht nur kleine Pflaster“.

Der Mensch als Grenzgänger

Am 3. März wird Professor Juan Valdés-Stauber, Regionaldirektor beim ZfP Südwürttemberg für die Region Ravensburg-Bodensee und Professor an der Universität Ulm, kommen. Er hält seine Fastenpredigt aus psychiatrischer und medizinphilosophischer Sicht unter der Überschrift: „Der Mensch als Grenzgänger: Verwundbarkeit und Widerstandsfähigkeit“.

Am 10. März wird Andreas Thiel-Böhm, der Geschäftsführer der Technischen Werke Schussental, seinen Blick auf die Verwundbarkeit der Infrastruktur und der Technik und den notwendigen Umgang damit richten: „Die letzte Firewall ist der Mensch - Von der Verwundbarkeit kritischer Infrastruktur“.

Kein Dach über dem Leben

Zur letzten Fastenpredigt am 17. März wird Richard Brox aus Köln anreisen. Er predigt zur Verwundbarkeit eines Lebens auf der Straße, das er selbst 30 Jahre lang geführt hat und worüber er einen autobiografischen Bestseller verfasste. Er wird unter dem Titel „Kein Dach über dem Leben“ darüber nachsinnen, wie eine Gesellschaft aussehen müsste, die sich vom Leid der zunehmend vielen Obdachlosen berühren ließe.