Eishockey

Towerstars unterliegen Löwen Frankfurt 2:3

Ravensburg / Lesedauer: 4 min

Dezimierte Ravensburg Towerstars unterliegen in der DEL2 Frankfurt unglücklich mit 2:3
Veröffentlicht:26.12.2017, 22:50
Aktualisiert:22.10.2019, 23:00

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Eine stabile, leidenschaftliche und über weite Strecken des Spiels auch sehr konzentrierte Leistung hat den Ravensburg Towerstars in der DEL2 nicht zum Punktgewinn gegen die Löwen Frankfurt gereicht. Die von vielen Verletzungen geplagten Towerstars verloren das ausgeglichene Spiel, auch weil ihr Überzahlspiel zu ineffektiv war, am zweiten Weihnachtsfeiertag gegen das Spitzenteam mit 2:3 (1:1, 1:1, 0:1).

„Die Niederlage ist etwas unglücklich, aber wir hatten heute nur 14 Spieler im Einsatz. Von mir bekommt die Mannschaft heute nur Lob, sie hat Moral und eine überragende Einstellung gezeigt und sich am Ende nur nicht belohnt“, sagte Towerstars-Trainer Jiri Ehrenberger .

Die Towerstars bemühten sich von Beginn an, das Tempo dieses Spiels vorzugeben. Robin Just hatte nach fünf Minuten sogar zweimal die Chance aufs erste Tor des Abends, doch Frankfurts Goalie Hannibal Weitzmann wehrte beide Male mit schnellen Reflexen ab.

Fouls und Strafeinheiten

Spätestens jetzt waren auch die Zuschauer im Spiel angekommen, der überwältigende Teil der 3131 Anwesenden feuerte die Towerstars an. Noch lauter wurden die Fans bald darauf. Nicht, weil Tore fielen, die fielen schon auch, aber eher als Nebenprodukt. Die prägenden Momente dieses ersten Drittels waren ab Spielminute 8:47 Fouls und Strafzeiten: Als erster wurde Frankfurts Lucas Dumont auf die Strafbank geschickt, er hatte zuvor Mathieu Pompei den Ellbogen in die Rippen gerammt, als der gerade das Eis verlassen wollte.

Es war der Auftakt eines Strafenfestivals: Wenige Augenblicke später kassierte Ravensburgs Verteidiger Lukas Slavetinsky eine Strafe wegen hohen Stocks. Wiederum ein paar Momente später musste wieder ein Frankfurter vom Eis, diesmal Vladislav Filin, wegen Beinstellens. Das Eis war nun schon recht leer, vier Ravensburgern standen drei Frankfurter gegenüber, und wurde noch leerer, als Ravensburgs Brian Roloffs sogar eine 2+2-Strafe kassierte – wieder, weil der Stock zu hoch war. Roloff hatte das Ende seines Spielgeräts, während er mit der Kelle nach dem Puck stocherte, im Gesicht seines Gegners vergraben. Dann wurde es sogar richtig absurd: Wieder musste ein Ravensburger vom Eis, wieder wegen hohem Stocks.

Vielleicht, weil es Mathieu Pompei traf, den Gefoulten aus der neunten Minute, und sich nun endlich der Kreis schloss; vielleicht weil die Spieler sich daran erinnerten, dass sie an einem an sich ziemlich fairen Spiel mitwirkten: Die Zeit der seriellen Strafverhängung endete hier. Einstweilen.

Zwei Tore in Überzahl

Zwölf Strafminuten hatten die Mannschaften zwischen den Spielminuten 8:47 und 10:08 angesammelt. Bis zum Ende des Drittels kamen noch acht dazu – und dann auch zwei Tore, jeweils in Überzahl. Die Frankfurter punkteten, als sie gerade wieder zu Viert auf dem Eis waren, in der zwölften Minute; C.J. Stretch traf auf Vorarbeit von Dominik Tiffels und Tim Schüle. Ravensburg traf, sobald es wieder komplett war. In der 14. Minute machte Robin Just auf Vorarbeit von Lukas Slavetinsky das 1:1.

Im Mitteldrittel ging es in jeder Hinsicht ruhiger zu. Statt Strafen sammelten die Spieler beider Mannschaften ordentlich Eiszeit. Bezeichnend, dass die zwei Treffer dieses sehr ausgeglichenen Drittels binnen einer Minute fielen. Frankfurts Brett Breitkreuz traf nach 17:02, Ravensburgs Slavetinsky mit einem pfeilgeraden Schuss mit Anlauf nach 17:54.

Lange Zeit ein bisschen besser

Im Schlussdrittel erarbeiteten sich die Towerstars ein Übergewicht. Die Oberschwaben, die in dieser bisher so wankelmütigen Saison bereits einige Male gezeigt haben, dass sie in guten Momenten durchaus eine Spitzenmannschaft in der DEL2 sein könnten, waren lange Zeit etwas besser als das echte Spitzenteam aus Frankfurt. Tore gelangen den Ravensburgern aber keine mehr, auch weil ihr Überzahlspiel ineffektiv blieb und das Aufbauspiel dabei eher dem Prinzip Zufall geschuldet schien. „Ist doch klar, wenn unser Powerplayteam wegen der Ausfälle nicht eingespielt ist“, sagte Ehrenberger, der aber fand, dass sich seine dezimierte Mannschaft „gute Chancen“ erarbeitet hätte in Überzahl.

Doch so erzielten die Hessen den goldenen Treffer. Als sie kurz das Tenpo anzogen, schnürten sie die Towerstars rund um ihr Tor ein und trafen etwas mehr als drei Minuten vor Schluss durch Wade MacLeod zum 3:2. Sechs Sekunden vor der Schlussirene jubelten noch einmal die Towerstars, doch ihr vermeintlicher Ausgleichstreffer war mit einem Schlittschuh erzielt worden.

Die Partie gegen die Frankfurter bildete den Auftakt einer bis zum 7. Januar laufenden Sechsspieleserie. Spätestens nach den Spielen in Bietigheim (28.12., 19.30), gegen Freiburg (30.12., 20 Uhr), in Kassel (3.1., 20 Uhr), in Bayreuth (5.1., 20 Uhr) und gegen die Lausitzer Füchse am 7. Januar (18.30) sollten Trainer Jiri Ehrenberger, die Verantwortlichen und auch die Fans erahnen können, wohin die Reise gehen wird in dieser Saison für die Towerstars.