Heimat

Chefarzt Jochen Tenter geht in den Ruhestand

Ravensburg / Lesedauer: 2 min

Leiter der Gerontopsychiatrie am ZfP verabschiedet
Veröffentlicht:29.06.2022, 12:08

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Nach fast 40 Jahren im Beruf wurde Jochen Tenter, seit 2001 Chefarzt der Abteilung Gerontopsychiatrie des ZfP Südwürttemberg am Standort Weißenau, feierlich in den Ruhestand verabschiedet.

„Ich hab mich hier im ZfP Südwürttemberg immer wohl gefühlt“, sagt Jochen Tenter, „und es war nie langweilig“. Spannend sei es schon losgegangen, als er vor 32 Jahren in die Gerontopsychiatrie kam und ab 1992 die Leitung innehatte. Im Zuge der Abteilungsreform wurde der gebürtige Duisburger 2001 zum Chefarzt.

Wichtig war ihm die Entwicklung in seinem Fachgebiet, und diese sei „in riesen Känguru-Sprüngen“ erfolgt – etwa mit der Gründung der Fachgesellschaft 1992 und der Etablierung der AG Gerontopsychiatrie der Bundesdirektorenkonferenz.

„Gerontopsychiatrie bedeutet für mich Somatik, Tiefenpsychologie und immer mehr Sozialpsychiatrie“, so der 65-Jährige. Deshalb habe er versucht, sie zu betreiben wie ein Sozialpsychiater: „Was ist die Lebenswelt? Wie kann man die Patienten unterstützen, damit das Leben wieder gelingt?“ Hierfür seien die Sozialarbeiter sehr wichtig, der Kontakt mit den Kommunen als Träger der Altenhilfe sowie der Austausch mit den regionalen Heimen.

In diesem Kontext habe er auch das Fehlen einer alterspsychiatrischen Institutsambulanz als Mangel erkannt, woraufhin er den „Versuchsballon“ Institutsambulanz starten durfte. „Zu dem Zeitpunkt, 2001, gab es in Baden-Württemberg noch überhaupt keine. Nur die Uni-Ambulanzen.“ In nur wenigen Jahren kamen viele weitere dazu.

Durch die Ambulanzen kann aufsuchend gearbeitet werden, das heißt, dass Patienten erreicht werden, die vorher nicht erreicht wurden, und die Aufnahmen können gesteuert werden, insbesondere bei Demenzkranken.

Als Abteilungsleiter sah er sich zuvorderst dafür verantwortlich, dass die Mitarbeitenden eine Arbeitssituation vorfinden, die den Patienten einen Nutzen bringt. Immens wichtig sei dabei, dass man als Team funktioniert. Vor allem die vergangenen, von der Pandemie geprägten zwei Jahre hätten noch einmal viel Arbeit mit sich gebracht.

Privat beschreibt sich Tenter als Bastler und Schrauber: „Elektronik, Holz, Acryl, Messing, Lampen und Radios, das macht mir Freude.“ Und natürlich die Fotografie – in seinem heimischen Archiv stehen um die hundert Kameras.