Seniorenzentrum

Wird das Seniorenzentrum in der Ortsmitte von Grünkraut gebaut?

Grünkraut / Lesedauer: 3 min

Bei einer digitalen Informationsveranstaltung sprechen sich Gemeinde und Fachleute für den Standort aus.
Veröffentlicht:28.02.2021, 19:00
Aktualisiert:28.02.2021, 19:01

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Die Einwohner von Grünkraut wählen am 14. März nicht nur einen neuen Landtag, sondern sie treffen auch eine wichtige Entscheidung für die Zukunft ihrer Gemeinde. Es geht bei einem Bürgerentscheid um die Frage, ob das Seniorenzentrum in der Ortsmitte gebaut werden soll und damit um die langfristige Entwicklung der Gemeinde und die Lebendigkeit der Ortsmitte über Jahrzehnte. Dazu gab es am Freitagabend eine digitale Informationsveranstaltung, bei der interessierte Bürger auch Fragen an Bürgermeister Holger Lehr und an Fachleute stellen konnten.

Lehr gab zu Beginn bekannt, dass die Bürgerinitiative „Hände weg vom Grünkrauter Gemeindezentrum“ eine Teilnahme an der Veranstaltung abgelehnt hatte, obwohl er deren Vertreter mehrfach dazu eingeladen habe. Sie spricht sich gegen die Ortsmitte als Standort für das Pflegezentrum aus und möchte unter anderem Feuerwehrhaus und Baugelände dort erhalten.

Für Axel Sans von der Stiftung Liebenau muss das Seniorenzentrum in der Ortsmitte gebaut werden. Als Mitglied des Projektbeirates hatte er 2018 das Seniorenkonzept „Alternativen fürs Alter“ mitentwickelt. „Es ist eine Frage der Lebensqualität,“ so Sans. Hier könnten die Menschen spontan handeln, sie benötigten keinen Fahrdienst. Wichtige Anlaufstellen wie Arzt, Apotheke, Bäcker, Physiotherapeut oder Kirche sind in unmittelbarer Nähe. Er appellierte an alle Grünkrauter Bürger: „Wollen wir diese Menschen in unserer Mitte oder distanzieren wir uns?“

Die stellvertretende Bürgermeisterin Christa Gnann sprach für den Gemeinderat, der sich mit neun von zwölf Stimmen für den Standort ausgesprochen hatte. „Nach über drei Jahren haben wir uns mit den verschiedensten Facetten ausführlich beschäftigt. Dies ist eine riesengroße Chance. Damit hauchen wir dem Herz der Gemeinde ein bisschen Leben ein.“

Zum Standort des Feuerwehrhauses machte Bürgermeister Lehr noch einmal klar, dass es keinen Sinn mache, hier noch Geld in die Sanierung zu stecken, zu groß seien die notwendigen Aufwendungen. Auch der Feuerwehrkommandant Stefan Sprenger hält den Standort des Feuerwehrhauses mittel- und langfristig als nicht geeignet.

Zur Frage der Kosten sprach Lehr von einer einmaligen Belastung von 511 000 Euro. Der Neubau in der Ortsmitte würde weiterhin für die Gemeinde eine jährliche Belastung von 54 900 Euro bedeuten, eine Sanierung/Erweiterung der bestehenden Gebäude dagegen eine jährliche Belastung von 67 800 Euro.

Terminiert ist die Fertigstellung des Neubaus in der Ortsmitte auf Dezember 2025. Der Bauhof und der Neubau des Feuerwehrhauses sollen im Februar 2024 fertig sein. In diesem Zusammenhang verkündete Lehr, dass die Gemeinde knapp vor dem Kauf von dafür geeigneten Grundstücken stehen. „Dazu laufen schon intensive Verhandlungen,“ so Lehr.

Gefragt wurde noch nach entsprechenden Parkplätzen. Dies sahen sowohl der Bürgermeister als auch Ralph Zodel von der Stiftung Bruderhaus Ravensburg, dem zukünftigen Träger, nicht als großes Problem an. Zodel: „Es sind ja nicht die Bewohner, die Parkplätze benötigen, sondern überwiegend die Besucher.“ Diese könnten auf dem Parkplatz der nahegelegenen Festhalle ihre Fahrzeuge abstellen. Dies gelte auch für die Mitarbeiter. Geplant sind zirka 50 Beschäftigte, die auch in Teilzeit oder Schichtbetrieb arbeiten. Gleichzeitig sollen dann zirka zehn bis zwölf Mitarbeiter vor Ort sein.